Obwohl Wilfred am Morgen danach stets von einer tiefen Reue geschüttelt wird,
zieht es den strenggläubigen Katholiken jede Nacht zu einer anderen Frau.
Seine innere Zerrissenheit steigert sich noch, als er sich in Phoebe, die
schöne Frau seines Verwandten, verliebt. Den unzweideutigen Brief, den er ihr
schreibt, fängt der Ehemann ab und tut, als ob nichts sei. Unvergleichlich und
mit höchster Spannung beschreibt Julien Green das Drama zwischen unstillbarer
Leidenschaft und Moral.
Als schamlos und verwerflich galt Wildes berühmter einziger Roman bei seinem Erscheinen 1891. Der junge, unverdorbene und staunenswert schöne Dorian Gray wird durch den geistreichen Zyniker Lord Wotton zu einem Leben voller ausschweifender Sinnengenüsse verführt. Um seine Jugend zu bewahren, lässt der Jüngling statt seiner ein Porträt von sich altern. Doch der tödliche Pakt mit teuflischen Mächten stürzt ihn ins Verderben.
Stark wie der Tod: Was einst als Affäre zwischen dem bürgerlichen Maler und einer verheirateten Abgeordnetengattin begonnen hatte, ist im Laufe der Jahre zu einer soliden illegalen Liebesbeziehung geworden: Olivier Bertin findet in der Verbindung mit der bildschönen Madame de Guilleroy jenen animierenden Eros, den er für sein kreatives Schaffen benötigt, jene Geborgenheit, nach der er sich als alternder Junggeselle mehr und mehr sehnt, und die wohltuende Anerkennung seines künstlerischen Ranges. Kurzum, er darf sich für einen glücklichen Mann halten. Da soll eines Tages die Tochter seiner Freundin in die Gesellschaft eingeführt werden. Annette ist so bezaubernd schön, wie es ihre Mutter einst war. Die eigene Vergänglichkeit vor Augen, den quälenden Schmerz endlicher Liebe empfindend, scheint für Bertin mit einem Mal alles bedeutungslos zu werden, was er im Leben und in der Kunst erreicht hat. Ein Leben: Als die junge Adlige Jeanne ihren Verehrer Julien de Lamare heiratet, wähnt sie sich am Beginn einer glücklichen Ehe - und wird von ihrem treulosen Mann bitter enttäuscht. Obwohl ihr Leben fortan geprägt ist von schmerzhaften Erfahrungen, gibt sie nicht auf, und schließlich findet die mutige Frau ein spätes Glück.
Voltaire erzählt mit viel Witz und Ironie von den Abenteuern des einfältigen Candide, der hartnäckig glaubt, dass die Welt, wie Leipniz behauptet, »die beste aller möglichen« ist, selbst wenn er mit Ungerechtigkeit, Leid und Verzweiflung konfrontiert ist. Mit seiner Romansatire, die er zunächst 1759 anonym veröffentlichte, erregte er zu seiner Zeit Aufsehen. So wurde sein Werk von der Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt.