Transformation
Von der Dynamik christlicher Spiritualität



Von der Dynamik christlicher Spiritualität
Spiritualität in verunsicherten Zeiten
Verunsicherung kann heilsam sein; sie kann aber auch zu Zerrissenheit, Angst und Unfrieden führen. Nicht selten dient sie als Entschuldigung für das Ausbleiben von entschiedenem Einsatz oder provoziert panische Reaktionen, wie Ab- und Ausgrenzungen. Sie hat im Menschen viele Facetten: physisch, emotional und intellektuell und verursacht gesellschaftliche Verwerfungen. Unter dem Titel "Frieden - Spiritualität in verunsicherten Zeiten" nehmen die Autoren aus der Perspektive ihrer wissenschaftlichen Disziplin die Gegenwart in den Blick. Theologie der Spiritualität, Gesellschafts- und Humanwissenschaften suchen das Gespräch. Was und wie kann christliche Spiritualität tragfähige Hinweise für eine Lebensführung geben, die sich der prägende Herausforderung der Gegenwart, "die Verunsicherung", stellt?
„Warum ist Denken, eine Absonderung des Gehirns, mehr verwunderlich als Schwerkraft, eine Eigenschaft der Materie?“ Charles Darwin rührt mit dieser Frage an ein altes Problem, das unter neuem Namen immer wieder auftaucht: Wie ist der Geist des Menschen zu denken? Als intelligente Freiheit, die in Materie eingelassen und leibhaft verfasst ist? Oder ist Geist ein Trick der Natur und Freiheit, wie manche Neurowissenschaftler nahelegen, eine bloße Illusion? Der vorliegende Band bietet interdisziplinäre Zugänge: Physiker räumen vermeintlich naturwissenschaftliche Hindernisse aus dem Weg und kritisieren einen Naturalismus, der oft – unaufgeklärt – die öffentliche Diskussion bestimmt. Philosophen legen Engführungen offen, die in einen unhaltbaren Dualismus von Geist und Natur oder eine monistische Verschmelzung der beiden Größen führen. Theologen fragen im Kontext der christlichen Glaubenslehre danach, unter welchen Voraussetzungen der Evolutionsgedanke das Verhältnis von unendlichem Geist und geschaffener Freiheit aufklären kann.