Djamil ist der einzige Sohn von Hajji, einem wohlhabenden muslimischen Eigentümer, und hat viele Schwestern. Neben seinem Studium am College vervollständigt der junge Mann seine künstlerische Ausbildung bei seinem Großvater, einem Geiger, und träumt davon, Tänzer zu werden. Während einer Hochzeitsfeier lernt er Nadji kennen, in die er sich leidenschaftlich verliebt. Lange danach erzählt Djamil von allem, was ihm seit seiner Kindheit widerfahren ist, bis zu dem Moment, an dem er den Iran verlässt, um ins Exil zu gehen. Dieser bewegende Roman, der in Iran unveröffentlicht ist und in Persisch im Vereinigten Königreich erschienen ist, stellt für die Iraner eine herausfordernde Provokation dar. Die Sprache des Romanciers ist klar und lebhaft, ohne um jeden Preis Erotik zu suchen, und behandelt ohne besondere Scham und mit einem gewissen Realismus die Liebe zwischen zwei Männern. Dies geht mit einer echten Kühnheit einher, die diesem Roman eine unvergleichliche emotionale Kraft verleiht.
Nassir Djafari Bücher



Kurz nach seinem 18. Geburtstag schließt sich Timm in sein Zimmer ein und verlässt es kaum noch. Hamid bietet alles auf, um seinen Sohn herauszuholen. Seine sämtlichen Anstrengungen laufen ins Leere. Er, der stets stolz darauf war, sein Leben in jeder Hinsicht unter Kontrolle zu haben, stürzt über die Verweigerung seines Sohnes in eine Lebenskrise. Nur zaghaft nähern sich die beiden einander wieder an und unternehmen eine gemeinsame Reise nach Peru. Dort geschieht etwas, das alles ändert. Ausgerechnet an Timms 19. Geburtstag verlässt Hamid in der Andenstadt Cusco morgens das Hotel und verschwindet.
Der Großcousin
- 255 Seiten
- 9 Lesestunden
Abbe, 62 Jahre alt, erfolgreicher Frankfurter Geschäftsmann und Kosmopolit, empfindet sich selbst als Deutscher. Seine iranischen Wurzeln sind verschüttet. Als ihn eines Tages ein entfernter Verwandter, soeben aus dem Iran eingetroffen, aufsucht, gerät sein Leben durcheinander. Der Besucher ist undurchschaubar, verwickelt sich in Widersprüche und stolpert von einer Notlage zur nächsten. Bald kreist Abbes Leben nur noch um die Probleme des Verwandten. Erst nach und nach erschließt sich ihm die wahre Geschichte des jungen Mannes, und er beginnt ihn und sich selbst mit anderen Augen zu sehen.