Quantentheorie verstehen
Grundlegende Vorstellungen und Begriffe






Grundlegende Vorstellungen und Begriffe
Unter der Wirklichkeit primär das Materielle zu verstehen, scheint ein Charakteristikum modernen Denkens zu sein. Die von der Quantenphysik wiederentdeckte enge Zusammengehörigkeit von Materie und Geist weist uns aber in eine andere Richtung.In diesem Band untersuchen Frido und Christine Mann (Enkel von Thomas Mann und Tochter von Werner Heisenberg), Thomas Görnitz, Ernst Ulrich von Weizsäcker und ihre Mitautor*innen naturphilosophische Konsequenzen aus den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften und stellen dar, in welcher Weise sie Orientierung für unser Denken und Handeln bieten können. Die Beiträge befassen sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Einheit von Geist und Materie im Weltbild der Quantenphysik, mit der Anwendung dieser Erkenntnisse in einer ganzheitlichen Psychosomatik sowie in der individuellen Entwicklungspsychologie und nehmen die praktischen Konsequenzen in den Bereichen Digitalisierung, Politik, Spiritualität, Umweltschutz und Pädagogik in den Blick.
Was verstehen wir unter Bewusstsein? Was sind die Grundprinzipien der Quantentheorie? Welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden? In ihrem neuen Buch erläutern Brigitte und Thomas Görnitz ausführlich das Konzept der „Protyposis“, einer abstrakten Quanteninformation. Diese einfachste Quantenstruktur bildet die Basis für eine zur Einheit führende naturwissenschaftliche Beschreibung sowohl der Materie als auch des Bewusstseins. Damit wird die Trennung zwischen Leib und Seele überwunden und es wird deutlich, wie untrennbar verwoben die Bereiche der Quantentheorie und der Psychologie im Grunde sind. Das Buch führt den Leser auf eine spannende Reise zum Bewusstsein und zeigt, wie der Weg dorthin von der Kosmologie über die biologische Evolution bis zum Menschen durch die Quantentheorie verstehbar gemacht werden kann. Gemeinsam präsentieren die Autoren Themenkomplexe aus Quantentheorie, Lebenswissenschaft und Psychologie und schaffen so ein informatives Werk über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge der Wirklichkeit.
Die moderne Naturwissenschaft ergänzt die zerlegende Weltsicht der klassischen Physik durch die Beziehungsstruktur der Quantentheorie, die als "Physik der Beziehungen" an Komplexität verliert. Mit der Protyposis wird Materie als "geformte Quanteninformation" verständlich. Sie erklärt, wie sich in der kosmischen und biologischen Evolution materielle Gestalten herausformen, Lebewesen entstehen und geistige Formen hervorgebracht werden. Der Mensch erreicht mit der Protyposis ein Selbstverständnis und eine Erklärung der Beziehungen zwischen seinen Erscheinungsweisen. Die Einsteinsche Äquivalenz von Materie und Bewegung erstreckt sich auch auf diese abstrakte Quanteninformation. Der menschliche Geist erweist sich aus naturwissenschaftlicher Sicht als ebenso real wie Materie und das Gehirn. Bewusstsein wird als Quanteninformation verstanden, die sich selbst erlebt. Der Körper ist der in Raum und Zeit lokalisierte Träger dieser Quanteninformation, die eine lebendige Persönlichkeit darstellt. Die Berücksichtigung der methodischen Grenzen der Naturwissenschaft relativiert den oft vertretenen naturalistischen Alleinvertretungsanspruch und eröffnet eine revolutionäre Wahrnehmung der Beziehungen zwischen naturwissenschaftlicher und religiöser Weltsicht. Der Charakter des Geistigen als grundlegende Substanz erleichtert die gedankliche Verbindung vom Inneren zur Transzendenz.
Das Verstehen von Gehirn und Bewusstsein, das Leib-Seele-Problem und die Frage nach dem freien Willen, ist heute die zentrale Aufgabe der Wissenschaft. Thomas und Brigitte Görnitz, ein Physiker und eine Psychologin, stellen in „Der kreative Kosmos“ eine revolutionäre Lösung vor. Eine kosmologisch begründete abstrakte Quanteninformation liefert die Basis für Materie und Geist. Die Evolution des Kosmos, des Lebens und des Bewusstseins kann damit unter einer einheitlichen Sicht erfasst werden, die unsere psychischen Erfahrungen mit den modernen physikalischen und biologischen Erkenntnissen auf einer wissenschaftlichen Grundlage versöhnt.
Heute wird ein Viertel unseres Bruttosozialproduktes mit Anwendungen der Quantentheorie erwirtschaftet, doch gilt diese Theorie oft als „unverstehbar“ oder „extrem schwierig“. Thomas Görnitz zeigt in seinem Buch, das Carl Friedrich von Weizsäcker als „großen Beitrag“ zur Interpretation der Quantentheorie bezeichnet, dass diese Theorie anschaulich dargestellt werden kann. Als Professor für Didaktik der Physik an der Universität Frankfurt verdeutlicht Görnitz die Bedeutung der quantentheoretischen Revolution für unser Weltverständnis. Er interpretiert die Quantentheorie als Physik der Beziehungen und betont, dass ein Ganzes oft mehr ist als die Summe seiner Teile. Diese Einheit erstreckt sich von Atomen, den „unteilbaren Objekten“ der Physik, bis zu Individuen, den „unteilbaren Objekten“ der Gesellschaft. Görnitz erläutert die „Schichtenstruktur“ der Physik und zeigt, wie die auf Einheit zielende Quantenphysik und die klassische Physik sich gegenseitig ergänzen. Durch das Einbeziehen der Quanteninformation eröffnet er auch Perspektiven für das Verständnis der Beziehungen zwischen Geist und Körper sowie zwischen Leib und Seele. Dieses verständlich erklärte Werk bietet einen Schlüssel zum Verstehen der Quantenwelt, die von den Quarks bis zum Kosmos reicht.