Wem gehört die deutsche Geschichte? Wir leben in turbulenten Zeiten, krisenhaften gar. Nicht nur in der Politik macht sich das Gefühl breit, eine Zeitenwende zu beobachten. Trotzdem oder gerade deshalb erfolgt immer wieder die Bezugnahme auf »die Geschichte«, werden daraus sich angeblich ergebende Lehren genannt. Auf der einen Seite scheint Geschichte als Ressource und Legitimität nie so nachgefragt wie derzeit, auf der anderen Seite fühlen sich nicht unerhebliche Teile der deutschen Gesellschaft in der bundesdeutschen Gedächtnispolitik marginalisiert. Die in diesem Band versammelten Essays ergeben ein Mosaik der deutschen Erinnerungslandschaft der Berliner Republik und der großen Debatten, die um sie geführt werden. Mit Beiträgen von Eckart Conze, Hajo Funke, Efsun Kızılay, Meron Mendel, Dirk Moses, Michael Rothberg, Ilko-Sascha Kowalczuk, Franziska Davies, Sonja Hegasy u. v. m.
Jürgen Zimmerer Bücher





Von Windhuk nach Auschwitz?
- 349 Seiten
- 13 Lesestunden
Vierzig Jahre vor dem „Vernichtungskrieg im Osten“ und dem Holocaust verübten deutsche Kolonialtruppen in Deutsch-Südwestafrika den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts. „Von Windhuk nach Auschwitz?“ fragt nach dem Verhältnis von Kolonialismus und Nationalsozialismus und nimmt Genozid, „Rassenstaat“ und Zwangsarbeitsregime als Ausgangspunkt einer vergleichenden Betrachtung. Der Band ist ein unverzichtbares Dokument einer Debatte um eine postkoloniale Erweiterung der deutschen Geschichte, wie sie innerhalb der deutschen wie der internationalen Geschichtswissenschaft intensiv geführt wird, und erlaubt einen frischen Blick sowohl auf die Geschichte des Kolonialismus wie des „Dritten Reiches“.
2004 jährt sich zum hundertsten Mal der Beginn des Kolonialkrieges, den das deutsche Kaiserreich gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) führte. Das militärische Vorgehen der deutschen Schutztruppe endete in einem Völkermord, der seine Fortsetzung in den landesweit eingerichteten Konzentrationslagern fand, in denen nahezu jeder zweite afrikanische Kriegsgefangene zu Tode kam. Die besiegten Afrikaner verloren nicht nur ihr Land und ihren Viehbesitz, sondern wurden fortan auch einem rigiden Kontrollsystem unterworfen. Im vorliegenden Band werden Ursachen, Verlauf und Folgen dieses Kolonialkrieges beleuchtet. Dabei findet die historische Perspektive der Deutschen wie der Afrikaner gleichermaßen Berücksichtigung. Nicht zuletzt wird die Frage nach der Bedeutung des ersten von Deutschen verübten Völkermordes für die weitere Geschichte beider Länder aufgeworfen, eines Genozids, der im kollektiven Bewusstsein der Deutschen weitgehend vergessen ist, wohingegen er in Namibia bis heute ein nationales Trauma darstellt. (Anm. Dieser Band ist mit 96 Abbildungen versehen.)
Hamburg: Tor zur kolonialen Welt
Erinnerungsorte der (post-)kolonialen Globalisierung
- 640 Seiten
- 23 Lesestunden
German Rule, African Subjects
- 320 Seiten
- 12 Lesestunden
Although it lasted only thirty years, German colonial rule dramatically transformed South West Africa. The colonial government not only committed the first genocide of the twentieth century against the Herero and Nama.