Ein mittelloser Schriftsteller zieht auf der Suche nach Nahrung durch die Straßen der norwegischen Hauptstadt, rasend und fiebrig vor Hunger, auf altem Brot, Holzresten und seinen eigenen Fingern kauend. Zunehmend rutscht er in einen Zustand der Paranoia und Verzweiflung. Der Abstieg in den Wahnsinn scheint unaufhaltsam … In Knut Hamsuns Porträt der Armut, das 1890 in Norwegen veröffentlicht wurde, geht es um den Rausch und die Macht des Fieberwahns, um den Kampf des Geistes in einem unaufhörlich verfallenden Körper. Hamsun war der Meinung, moderne Literatur müsse die Komplexität des menschlichen Geistes zum Ausdruck bringen – und nirgendwo macht er seinen Standpunkt deutlicher als in seinem Meisterwerk »Hunger«. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.
Julius Sandmeier Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Viga-Ljot und Vigdis
Roman
Die Geschichte von Vigdis und Viga-Ljot könnte heute kaum relevanter sein, obwohl sie vor über hundert Jahren veröffentlicht wurde. Eindrücklich beschreibt die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset das Ringen der schillernden jungen Vigdis um Emanzipation und Gerechtigkeit im von Männern und Gewalt dominierten Norwegen der Wikingerzeit. Als der Isländer Ljot den Hof ihres Vaters besucht, verliebt sich Vigdis in den impulsiven Fremden. Ljot aber will nicht auf ihre Entscheidung warten und vergewaltigt sie. Den Sohn, den Vigdis neun Monate später zur Welt bringt, zieht sie allein groß. Auf sich gestellt kämpft sie um ein autonomes Leben – und die Ehre ihrer Familie. Wütend trotzt sie den unzähligen Widerständen, denen sie im patriarchalen System ihres Heimatlandes ausgesetzt ist, und stellt sich nicht nur ihrem Vergewaltiger, sondern auch den Mördern ihres Vaters mutig entgegen. Ein Klassiker der norwegischen Literatur in eleganter Neuübersetzung von Gabriele Haefs. Mit einem Vorwort von Kristof Magnusson