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Mirella Urdih-Merku

    Nekropolis
    • Nekropolis

      • 279 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Wie das Unfassbare darstellen? Fotografischer Realismus kann die unsichtbaren Erfahrungen des Hungers nicht vermitteln. Es bedarf der literarischen Kunst eines Erzählers, der tief in das Erlebte eintaucht und gleichzeitig die Distanz des Entronnenen berücksichtigt. Die Geschichte schildert die Irrfahrt eines slowenischen Widerstandskämpfers durch deutsche Konzentrationslager und die Erinnerungsversuche des Überlebenden, der in den frühen sechziger Jahren die Lager-Gedenkstätten besucht - von Dachau bis Bergen-Belsen. Es sind Orte wie der Waschraum, der Galgen und der Ofen, die bei Pahor die Vergangenheit wiederauferstehen lassen, nicht wie bei Proust eine Madeleine. Mit scharfer Wahrnehmung, untrüglicher Psychologie und der Fähigkeit, das Erlebte in Metaphern zu fassen, reiht sich dieser Autor an die großen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Thematisch berührt die Erzählung die Werke von Primo Levi und Imre Kertész. Auch Pahor musste jahrzehntelang auf die Anerkennung seiner Kunst warten, die die Bewahrung von Geist und Gefühl angesichts äußerster Erniedrigung thematisiert. In dieser Erzählung wird die Menschlichkeit angesichts des deutschen Todesreichs eindringlich erfahrbar.

      Nekropolis
      4,0