Wie scheinbar belanglose Vorfälle ein Leben von Grund auf verändern können – davon handeln die neuen Erzählungen von Juan Gabriel Vásquez. Da ist der junge Mann, den das Los vor dem Militärdienst verschont, während es seinen besten Freund in den Tod schickt. Oder die Fotografin, die bei einem Treffen von Großgrundbesitzern mehr versteht, als ihr lieb ist. In einigen Geschichten ist es die Politik, die Menschen aus der Bahn Eine selbstbewusste Frau versucht sich gegen die erzkonservativen Kräfte durchzusetzen, doch gehen ihre Hoffnungen in Flammen auf. Manchmal betritt Juan Gabriel Vásquez selbst die Bühne und versucht etwa herauszufinden, was zwischen den Mitgliedern der mexikanischen Band vorgefallen ist, die er auf ihrer Tournee begleitet. Ein andermal wirkt er als Statist beim Dreh eines Films von Roman Polanski mit und sieht sich mit den schmerzlichen Brüchen im Leben des berühmten Regisseurs konfrontiert. In seinem Erzählungsband "Lieder für die Feuersbrunst" wirft der gefeierte kolumbianische Autor auf ganz neue Weise Fragen danach auf, was uns prägt und warum. Der eindringliche Sound seiner Sprache übt dabei einen unwiderstehlichen Sog aus.
Juan Gabriel Vásquez Bücher
Dieser Autor befasst sich mit komplexen Themen und erforscht in seinen Werken Identität, Erinnerung und Geschichte. Seine Prosa ist bekannt für ihre Präzision und Tiefe und beschäftigt sich oft mit den Auswirkungen der Vergangenheit auf die Gegenwart. Durch sorgfältig ausgearbeitete Charaktere und fesselnde Erzählungen fordert er die Wahrnehmung der Realität durch den Leser heraus. Seine literarischen Beiträge zeichnen sich durch nachdenkliche Reflexion über die menschliche Erfahrung und ihren Platz in der Welt aus.







Kolumbien 1948: Der liberale Politiker Jorge Eliécer Gaitán wird in Bogotá auf offener Straße ermordet. Sein Tod stürzt Kolumbien in die tiefste Krise seiner Geschichte. Jahrzehnte später wird ein Mann verhaftet, als er versucht, den Anzug Gaitáns aus einem Museum zu stehlen. Überzeugt von einer Verschwörung und besessen von der Suche nach der Wahrheit hinter der Ermordung Gaitáns bedrängt er auch den Schriftsteller Juan Gabriel Vásquez. Hängt das Attentat auf Gaitán mit dem auf John F. Kennedy zusammen? Und welche Verbindung gibt es zu den Attentaten auf Erzherzog Ferdinand in Sarajevo und Rafael Uribe Uribe in Kolumbien? »Die Gestalt der Ruinen« deckt ein komplexes Geflecht von Anhängern und Gegnern der Demokratie auf und fragt nach dem Spielraum der Literatur zwischen Investigation und Skepsis. In seinem schonungslosen Roman verknüpft Juan Gabriel Vásquez die leidenschaftliche Erforschung all dessen, was unsere Freiheit gefährdet, mit klugen autobiografischen Reflexionen: Geschichte und Politik spiegeln sich im eigenen Leben und Schreiben.
Wenn es an Licht fehlt
- 448 Seiten
- 16 Lesestunden
Im Oktober 2016 besucht der kolumbianische Regisseur Sergio Cabrera eine Retrospektive seiner Werke in Barcelona. Es ist eine schwere Zeit für ihn: Sein Vater Fausto ist vor Kurzem gestorben, seine Ehe ist zerrüttet, und sein Land hat gerade ein Abkommen zurückgewiesen, das nach fünfzig Jahren kriegerischer Gewalt endlich Frieden ermöglicht hätte. Das Wiedersehen mit seinen Filmen und der katalanischen Hauptstadt lenken den Blick zurück auf sein Leben und das seines Vaters. Sie entstammen einer Familie von Antifaschisten, die im Spanischen Bürgerkrieg das Land verlassen und in Südamerika neu anfangen müssen. Durch ihre sozialistische Gesinnung zieht es sie nach China, wo sie alles lernen, was sie für den Kampf gegen die Ungerechtigkeit brauchen. Doch nicht erst als sie sich der kolumbianischen Guerilla anschließen, merken sie, welche Opfer sie dabei bringen müssen. Basierend auf der wahren Geschichte einer Familie von Rebellen, die sich am Ende um ihre tiefsten Überzeugungen betrogen sehen, erzählt Juan Gabriel Vásquez von politischen Erschütterungen mit erschreckend heutiger Resonanz.
Kolumbien, im Sommer 2009: Der Jura-Professor Antonio Yammara liest in der Zeitung von einem Nilpferd, das aus dem ehemaligen Privatzoo des legendären Drogenkönigs Pablo Escobar entflohen ist. Unmittelbar fühlt er sich in die Zeit zurückversetzt, als der Krieg zwischen Escobars Medellín-Kartell und den Regierungstruppen auf Kolumbiens Straßen eskalierte. Damals musste er hautnah miterleben, wie ein Freund ermordet wurde. Noch Jahre später quälen ihn die Erinnerungen. Bei seinen Nachforschungen über den Mord entdeckt Antonio, wie stark sein eigenes Leben und das seines Freundes von der gewaltsamen Vergangenheit des Landes bestimmt wurden.
Ende des 19. Jahrhunderts scheint die Welt einen neuen Mittelpunkt zu bekommen, weit weg von ihren bisherigen Zentren: In Panama, dem äußersten Zipfel Kolumbiens, wird ein Kanal gebaut, der die Weltmeere verbinden soll. Frankreich und die Vereinigten Staaten stürzen sich auf diesen Ort, der bis dahin nur für sein entsetzliches Klima und unzählige Tropenkrankheiten bekannt war. Hier ringen Europa und die USA um Reichtum und Macht. Doch nicht nur die Weltpolitik, auch Joseph Conrad, der seefahrende Romancier, entdeckt diesen Ort für sich. Ließ er sich von der Geschichte Kolumbiens und dem Bau des Panamakanals zu seinem Roman Nostromo inspirieren? In Konkurrenz mit ihm tritt José Altamirano, gebürtiger Kolumbianer, dessen Leben inmitten von Katastrophen und politischen Umbrüchen einen tragikomischen Gegenpart zu dem des weltberühmten Schriftstellers bildet. Altamirano, der sich schuldig fühlt an der Niederlage seines Landes, zieht alle Register, um den großen Romancier zu überbieten. Eine Hommage an die Tradition des Abenteuerromans vom Autor von DIE INFORMANTEN.
Die Reputation
- 192 Seiten
- 7 Lesestunden
Javier Mallarino ist eine lebende Legende. Er ist der einflussreichste politische Karikaturist Kolumbiens, ein Mann, der in der Lage ist, ein Gerichtsurteil zu kippen, einen Bürgermeister zu stürzen oder ein Ministerium ins Wanken zu bringen – dazu braucht er nur Papier und Feder. Politiker wie Regierung fürchten seinen gnadenlosen Blick. Mit 65 Jahren, nach vier Jahrzehnten einer glänzenden Karriere, liegt ihm das Land zu Füßen. Doch dann erhält er unerwartet Besuch von einer jungen Frau, die ihn mit einer lange vergangenen Nacht konfrontiert, und zum ersten Mal wird die Verantwortung für seine Zeichnungen zu einer Bürde. Der große kolumbianische Romancier Juan Gabriel Vásquez erzählt packend von der Last der Vergangenheit und dem Versagen der Erinnerung. In »Die Reputation« spielt er meisterhaft mit den Grenzen von Öffentlichem und Privatem und lässt den Leser auf beklemmende Weise jegliche Gewissheit verlieren.
Die Informanten
- 378 Seiten
- 14 Lesestunden
Ein junger kolumbianischer Journalist überreicht seinem Vater, einem berühmten Rhetorikprofessor, sein erstes Buch. Eine Chronik der deutsch-jüdischen Familie Guterman, die von den 30er Jahren in Kolumbien bis in die Gegenwart führt. Als der Vater in einer der größten Zeitungen des Landes das Buch mit einem Verriss zunichtemacht, ahnt Gabriel Santoro, dass er einem dunklen Geheimnis auf die Spur gekommen ist. Juan Gabriel Vásquez' großes Thema ist die Erinnerung. In einem raffinierten Vexierspiel erzählt er von der Rückkehr eines persönlichen wie politischen Albtraums.
»Noch nie hatte ich die Einsamkeit aus solcher Nähe gesehen.« In den Erzählungen von Juan Gabriel Vásquez klaffen feine Risse in zwischenmenschlichen Beziehungen und entfalten eine enorme Zerstörungskraft: Auf einer Jagd begeht ein alter Mann Selbstmord, weil er in die Frau seines besten Freundes verliebt war. Von da an entzweit die Erinnerung an ihn die Eheleute. Die Ehe eines jungen Paares befindet sich in einer Krise, und während der Mann kurzzeitig Trost bei einer einsamen Witwe sucht, trifft seine Frau eine endgültige Entscheidung. Der Erbe eines berühmten Gestüts verbringt eine Nacht mit einer Pferdeärztin und erfährt beim Abschied, warum sie sich so sehr vor der Dunkelheit und dem Alleinsein fürchtet. Juan Gabriel Vásquez' Geschichten spielen im ländlichen Frankreich und Belgien. Seine Anliegen sind jedoch universaler Natur: Liebe und Abneigung, Einsamkeit, Verlust und Schuld. Mit allen sieben intensiven Erzählungen beweist der große Romancier, dass er auch die kleine Form meisterhaft beherrscht. »Juan Gabriel Vásquez ist eine der großen Offenbarungen der letzten Jahre.« (La Vanguardia)
Songs for the Flames
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
A dazzling collection of stories by the winner of the Dublin Literary Award (IMPAC)
Narrativa Hispánica: Los nombres de Feliza
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
La nueva novela del autor Premio Alfaguara de Novela 2011 presenta una ficción basada en la vida de una artista excepcional que desafió las convenciones de su tiempo. El 8 de enero de 1982, la escultora colombiana Feliza Bursztyn falleció en París a los cuarenta y ocho años, acompañada por su esposo y amigos, entre ellos Gabriel García Márquez, quien escribió un artículo que incluía la enigmática frase "Murió de tristeza". A partir de estas palabras, el autor explora la vida secreta de Bursztyn, una mujer que siempre se enfrentó a las normas de su sociedad. Hija de judíos expatriados en Colombia, fue una artista revolucionaria en una época de cambios políticos y una mujer de espíritu libre en un mundo que limitaba la libertad femenina. Su vida refleja las tensiones del siglo XX y el anhelo de autonomía. El autor combina autobiografía, realidad e imaginación para ofrecer una narrativa asombrosa y conmovedora sobre cómo la vida personal se ve afectada por las fuerzas históricas y políticas.
Los Desacuerdos de Paz. Artículos Y Conversaciones (2012-2022) / The Peace Disco Rd
- 208 Seiten
- 8 Lesestunden
"Los desacuerdos de paz" de Juan Gabriel Vásquez recoge sus reflexiones sobre las negociaciones de paz en Colombia con las Farc, abordando la violencia y la mentira en la convivencia ciudadana. Incluye conversaciones con figuras clave y plantea interrogantes sobre el periodismo de opinión en tiempos de posverdad y la narración del pasado en un país en posconflicto.
Cuatro textos de Juan Gabriel Vásquez exploran el poder de la ficción para entender el mundo. Reflexiona sobre cómo la literatura puede iluminar la experiencia humana y redefine su importancia en la actualidad. Estas conferencias, dadas en Oxford, destacan su gran intelecto y maestría como escritor.
Ohlížení
- 368 Seiten
- 13 Lesestunden
Epický a zároveň intimní román, za nějž autor získal prestižní Cenu Maria Vargase Llosy, je působivým zamyšlením nad vztahy mezi rodiči a dětmi, které poznamenal politický fanatismus, ale také hlubokou politicko-společenskou studií dvacátého století. Kolumbijský režisér Sergio Cabrera přijíždí v říjnu 2016 do Barcelony na přehlídku svých filmů. Prožívá těžké chvíle: právě mu zemřel otec, jeho manželství je v krizi a rodná země odmítla mírové dohody, které mohly ukončit více než padesát let trvající válku. V průběhu několika intenzivních dnů, během nichž se promítají Sergiovy filmy, vzpomíná na události, které poznamenaly život jemu i jeho otci: od španělské občanské války po exil v Americe, od čínské kulturní revoluce po ozbrojená hnutí v Kolumbii šedesátých let. Čtenář se stane svědkem života, jenž je mnohem víc než jen velkým dobrodružstvím: je to obraz půlstoletí dějin, které otřásly celým světem. Nakladatelská anotace.
Reputace
- 184 Seiten
- 7 Lesestunden
Pětašedesátiletý kreslíř a karikaturista Javier Mallarino je žijící legenda kolumbijské politické satiry, člověk, jehož pero má už léta moc rozhodovat o osudech druhých. Právě ve chvíli, kdy se ocitá na vrcholu kariéry a přebírá vysoké státní vyznamenání, jej však setkání s neznámou mladou ženou náhle konfrontuje s téměř třicet let starou událostí, kterou mezitím vytěsnil z paměti, a zásadně zpochybní jeho reputaci a hodnotu jeho celoživotního díla. Mistrně komponovaný text nového Vásquezova románu, upomínající na vrcholné prózy Iana McEwana či J. M. Coetzeeho, je působivým zamyšlením nad dvojsečnou mocí médií i lidské paměti. Jeho autor, považovaný dnes za nejpozoruhodnějšího představitele současné latinskoamerické prózy, v něm po strhujícím Hluku padajících věcí znovu potvrzuje svůj mimořádný vypravěčský a stylistický talent.
De informanten
- 287 Seiten
- 11 Lesestunden
Een fascinerende, gelaagde roman over een vader en een zoon, geheimen en leugens, verraad en de zoektocht naar bevrijding in een cynische wereld. Bij het verschijnen van zijn eerste boek ontpopt de vader van journalist Gabriel Santoro zich als zijn grootste criticus. Het thema lijkt onschuldig: het leven van een Duitse vrouw die kort na de Tweede Wereldoorlog naar Colombia emigreerde. Maar de vader van Gabriel voelt zich verraden door het boek van zijn zoon. Blijkbaar bevat het meer dan Gabriel zelf beseft. Langzamerhand begint hij te ontdekken wat dat is. Terwijl hij tot de kern van zijn vaders leven doordringt, stuit hij op nieuwe feiten: hoe de oorlog aan de andere kant van de oceaan het leven van de Colombianen binnendrong, en hoe de gebeurtenissen in de jaren veertig in Europa hele families in Colombia verscheurden, levens verwoestten en de toekomst verruïneerden.
Tom, Carlie, Gil und Paul sind Freunde, die an der Universität Princeton studieren. Doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge auf dem Campus: Ein grausam verstümmelter Hund bildet den Auftakt zu einer Reihe von Morden, die eines gemeinsam haben: Sie alle stehen im Zusammenhang mit einem Manuskript aus der Renaissance, über das Paul seine Abschlussarbeit schreibt. An der Entschlüsselung der „Hypnerotomania Poliphili“, vordergründig eine Minneerzählung, hat sich schon so mancher Wissenschaftler versucht. Eine rätselhafte Schrift, die, richtig gelesen, den Lageplan zu einer geheimen Krypta in Florenz enthält. Als er der Lösung des Rätsels ganz nahe ist, gerät auch Paul in Lebensgefahr ...
Los amantes de Todos los Santos
- 228 Seiten
- 8 Lesestunden
Verhalen, zich afspelend tegen het decor van de Belgische Ardennen, waarin liefdesrelaties en alle problemen die daarbij kunnen voorkomen, centraal staan.










