Parteien, Politik und Staatsgewalt in Dalmatien (1900-1918)
Zur Wechselwirkung zwischen staatlicher Verwaltung und parlamentarischer Vertretung
- 676 Seiten
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Exemplarische Tiefenbohrungen politischer Ereignisse in Dalmatien (1900-1918) bilden die Basis dieser profunden Arbeit, die das Agieren der österreichischen Staatsverwaltung erforscht. Im Fokus stehen die Reichsrats- und Landtagswahlen, die bosnische Annexionskrise 1908/09, der Sprachenausgleich von 1909, die politische Entwicklung vor und während des Ersten Weltkriegs sowie die Auflösung der Gemeindevertretungen 1914-1918. Auch die Rolle der dalmatinischen Reichsratsabgeordneten während des Krieges wird analysiert. Die österreichische Staatsgewalt agierte in Dalmatien nicht immer fehlerfrei, wie zeitgenössische Quellen belegen. Ein Perspektivwechsel, der ungedruckte staatliche Verwaltungsakten einbezieht, zeigt jedoch, dass die österreichisch-politische Verwaltung bemerkenswerte Arbeit leistete. Sie war um Objektivität bemüht und musste gleichzeitig Gesamtstaatsinteressen wahren. Grundsätzlich supranational, wusste sie mit Krisen umzugehen und suchte einen Interessensausgleich zwischen Streitparteien. Zudem nahm sie Mediationsaufgaben wahr und wehrte allzu restriktive Wünsche der militärischen Verwaltung im Ersten Weltkrieg ab. Der Erfolg einer guten Verwaltung hing wesentlich vom Geist der Statthalterei ab, die als Verbindung zwischen den Interessen von Wien und Dalmatien fungierte. Viele in der Literatur nur gestreifte Entwicklungen werden hier akribisch belegt und politisch entideologisiert.
