Zur Sicherstellung der 'Verträglichkeit' innerstädtischer Einkaufszentren
Raumbezogene Diskurs- und Kalkulationsordnungen am Beispiel der Mainzer Innenstadt
- 252 Seiten
- 9 Lesestunden
Der Begriff der 'Verträglichkeit' ist entscheidend für die politische und planerische Steuerung von Einzelhandels- und Stadtentwicklung, insbesondere hinsichtlich innerstädtischer Einkaufszentren seit den 1990er Jahren. Diese Studie untersucht, wie der Verträglichkeitsbegriff in der Praxis, anhand von ehemaligen Shopping-Center-Planungen in Mainz, interpretiert wird und welche planerischen Steuerungslogiken daraus resultieren. Sie hinterfragt kritisch, auf welchen normativen Wissensordnungen die politische Bearbeitung der Verträglichkeitsproblematik basiert und welche Machtwirkungen damit verbunden sind. Mit einer poststrukturalistisch inspirierten, diskurstheoretischen Perspektive wird der geographische Blick auf die Verträglichkeitsfrage neu ausgerichtet. Die Studie zeigt, dass die Definition von 'Verträglichkeit' und die Einstufung eines Einkaufszentrums als '(innenstadt)verträglich' weniger von objektiven ökonomischen oder städtebaulichen Gegebenheiten abhängt. Vielmehr wird deutlich, dass eine Vielzahl von Techniken raumbezogener Wissensproduktion mobilisiert werden muss, damit die Verträglichkeitsfrage als objektivierbar erscheint.
