Messung und Modellbildung in der Psychologie
- 475 Seiten
- 17 Lesestunden
Gerd Gigerenzer ist ein deutscher Psychologe, der für seine Forschung zu begrenzter Rationalität und Heuristiken bei Entscheidungsprozessen, insbesondere im medizinischen Bereich, bekannt ist. Er kritisiert die Arbeiten von Daniel Kahneman und Amos Tversky und argumentiert, dass Heuristiken nicht als Beweis für irrationale kognitive Verzerrungen im menschlichen Denken betrachtet werden sollten, sondern vielmehr als adaptive Werkzeuge. Gigerenzer vertritt die Ansicht, dass Rationalität als flexibles Instrument verstanden werden sollte, das sich von den starren Regeln der formalen Logik oder der Wahrscheinlichkeitsrechnung unterscheidet. Seine Arbeit untersucht, wie fundierte Urteile in Situationen mit begrenzter Zeit, unvollständigen Informationen und ungewisser Zukunft getroffen werden können.






Entgegen der allgemeinen Annahme liegt das Hauptproblem bei der gerechten Verteilung von Gesundheitsleistungen nicht in einem Mangel an Geldmitteln, sondern in einem Mangel an Wissen – sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten. Viele Ärzte und die meisten Patienten verstehen die verfügbaren Informationen zu Diagnostik und Therapie nicht. Besonders im Bereich der Risiko-Nutzen-Relationen sind viele Ärzte wahre „Risiko-Analphabeten“. Dieses fehlende Verständnis wird von Marketingstrategien für medizinische Verfahren ausgenutzt, die oft auf irreführenden Statistiken basieren. So werden beispielsweise weiterhin unnötige Pap-Abstriche bei Frauen nach einer Zervixentfernung durchgeführt, und die übermäßige Nutzung von CTs führt jährlich zu Zehntausenden neuen Krebserkrankungen. Die Autoren beleuchten die Ursachen dieser Entwicklungen: Die Industrie setzt oft die Schwerpunkte in der Forschung, während die Ausbildung der Ärzte nicht ausreicht, um wissenschaftliche Ergebnisse richtig einzuordnen. Zudem führen Interessenskonflikte zu irreführender Berichterstattung, und viele Ärzte fühlen sich aus Angst vor Klagen zu defensiver Medizin genötigt. Die Autoren analysieren das System und zeigen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten auf, wie etwa die transparente Gestaltung der Forschungsfinanzierung und die Verbesserung der medizinischen Ausbildung. Antworten auf diese Fragen könnten zu einem aufgeklärteren Gesundheitssystem führen, in dem inf
Das Buch vermittelt in einem interdisziplinären Überblick, wie die Vorstellungen von Zufall und Wahrscheinlichkeit die Natur- und Geisteswissenschaften und auch das tägliche Leben verändert haben. Beginnend mit dem 17. Jahrhundert werden die ersten Anwendungen von Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Statistik in Glücksspiel und Versicherung bis hin zu den jüngsten Anwendungen in Jura, Medizin, Meinungsumfragen und Sport allgemein verständlich erläutert.
Erinnern wir uns an die weltweite Angst vor der Schweinegrippe, als Experten eine nie dagewesene Pandemie prognostizierten und Impfstoff für Millionen produziert wurde, der später still und heimlich entsorgt werden musste. Für Gerd Gigerenzer ist dies nur ein Beleg unseres irrationalen Umgangs mit Risiken. Und das gilt für Experten ebenso wie für Laien. An Beispielen aus Medizin, Rechtswesen und Finanzwelt erläutert er, wie die Psychologie des Risikos funktioniert, was sie mit unseren entwicklungsgeschichtlich alten Hirnstrukturen zu tun hat und welche Gefahren damit einhergehen. Dabei analysiert er die ungute Rolle von irreführenden Informationen, die von Medien und Fachleuten verbreitet werden. Doch Risiken und Ungewissheiten richtig einzuschätzen kann und sollte jeder lernen. Diese Risikoschulung erprobt Gigerenzer seit vielen Jahren mit verblüffenden Ergebnissen. Sein Fazit: Schon Kinder können lernen, mit Risiken realistisch umzugehen und sich gegen Panikmache wie Verharmlosung zu immunisieren.
Das provokative Buch eines der renommiertesten deutschen Psychologen ermutigt zur Skepsis gegenüber vermeintlich absoluten Wahrheiten. »Mit seiner Studie über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken hat Gerd Gigerenzer geradezu ein Manual für die Risikogesellschaft vorgelegt, nach dessen Lektüre man statistischen Aussagen nicht einfach mit Misstrauen, sondern mit der richtigen Art von Nachfragen begegnen wird.« FAZ
„Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.“ Viele Menschen treffen Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“, was auf den ersten Blick aller Vernunft zu widersprechen scheint. Gerd Gigerenzer, Professor für Psychologie und Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, erkundet anhand zahlreicher Beispiele, woher unsere Bauchgefühle oder Intuitionen kommen und welcher spezifischen Logik unsere unbewusste Intelligenz folgt.• Das Geheimnis des gefilterten Wissens – Ausgezeichnet als „Wissenschaftsbuch des Jahres 2007“.• Der Bestseller von Gerd Gigerenzer, einem der profiliertesten deutschen Psychologen der Gegenwart. Ausstattung: s/w-Abbildungen im Text ?
Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen - Vom Autor des Bestsellers »Bauchentscheidungen«
Risiken erkennen und richtig entscheiden in der digitalen Welt Was genau zeichnen die smarten Geräte bei uns zu Hause auf? Gehört dem autonomen Fahren die Zukunft? Wo entscheiden Algorithmen besser als der Mensch, wo aber nicht? Und wie groß ist die Chance wirklich, beim Online-Dating den Partner fürs Leben zu finden? In seinem neuen Buch beschreibt der weltweit renommierte Psychologe und Risikoforscher Gerd Gigerenzer anhand vieler konkreter Beispiele, wie wir die Chancen und Risiken der digitalen Welt für unser Leben richtig einschätzen und uns vor den Verlockungen sozialer Medien schützen können. Kurz: wie wir digitale Kompetenz erwerben und auch online kluge Entscheidungen treffen.
Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition - Mit einem Vorwort zur Neuausgabe
Warum der Bauch oft die besseren Entscheidungen trifft als der Verstand: Der internationale Bestseller jetzt bei Pantheon Wie wir durch Intuition schneller und effektiver handeln können Ein Mann verliebt sich in eine Frau, deren »Partnerprofil« eigentlich nicht zu ihm passt. Eine gute Ärztin spürt, wenn mit langjährigen Patienten etwas nicht in Ordnung ist, auch wenn sie nicht immer sofort sagen kann, was ihnen fehlt. Intuition schlägt Vernunft: Der weltweit renommierte Psychologe Gerd Gigerenzer zeigt anschaulich, warum rationales Abwägen in vielen Situationen nicht zum besten Ergebnis führt. Denn gute Entscheidungen basieren oft auf einer unbewussten Intelligenz, die sehr schnell operiert und gerade in komplexen Lagen verblüffend einfach funktioniert. Ein bahnbrechendes Buch, das unser Bild vom menschlichen Verstand revolutioniert. Ausstattung: s/w-Abbildungen im Text
The contemporary rabbi is influenced by the modern rabbinic establishments throughout the world, including the rabbinate in Israel. The rabbinate's monopoly on opinions and interpretations prevents rabbis from expressing their individual positions out of fear of delegitimization. The current structure gives the public a negative impression of the rabbinic establishment. The Importance of the Community Rabbi strives to describe and delineate key requirements for a good rabbi, i.e., one who can provide socially acceptable halachic solutions within the parameters of Orthodox thinking. Rabbi Sperber elucidates the halachic techniques and mechanisms that may be used toward this goal. These are further illustrated with stories from rabbinic literature and examples from various responsa.
The Empire of Chance tells how quantitative ideas of chance transformed the natural and social sciences, as well as daily life, in the last three centuries. It connects the earliest applications of probability and statistics in gambling and insurance to the most recent forays into law, medicine polling and baseball.
One of the main issues in delivering high-quality health care is not financial but rather a lack of knowledge among both doctors and patients. Studies reveal that many doctors and most patients struggle to grasp available medical evidence, leading to widespread "risk illiteracy." This means they often cannot distinguish between actual and relative risk. Doctors frequently misinterpret test results, while patients cannot make informed choices when presented with inaccurate information. Treatment variations are significant; for instance, in one Iowa referral region, sixty percent of prostate patients underwent surgery, while only fifteen percent did in another region. Such disparities in treatment decisions are common in the U.S. and Europe, contributing to unnecessary healthcare spending. The contributors to this work examine the roots of these issues, highlighting the focus on technology and blockbuster drugs in medical research and the insufficient education for both doctors and patients. They advocate for a more enlightened healthcare system that includes improved medical education, transparent reporting of study outcomes, and empowering patients to manage their medical records. This approach aims to help patients navigate statistics confidently and make informed decisions about their treatments.
The power of intuition is clear, but there is a common mistrust of intuition as well. Researchers often confuse intuition with the arbitrary or systematically error-prone judgments of inept decision makers. To dispel the myths surrounding intuition, this book presents a scientific perspective.