Jean Starobinskis brillantes Werk über Jean-Jacques Rousseau, den Denker der Moderne, dessen Wirkmächtigkeit auf den Gebieten der Wissenschaft, aber und vor allem auch auf den der alltäglichen Fragen, seit 300 Jahren ungebrochen ist. In seiner epochalen Studie zeichnet Starobinski präzise nach, wie Rousseau zum Meister der Anklage einer Welt wird, in der Ungerechtigkeit und Unterdrückung alltäglich sind; eine Welt, deren Zerrüttetheit sich in allen ihren Widersprüchen im Seelenleben des großen Philosophen spiegelt. Die Brisanz seiner Gedanken zur Demokratie, zur Sprache und zur Erziehung sind gerade in den heutigen Zeiten uneingeschränkt aktuell.
Jean Starobinski Bücher
Jean Starobinski war ein einflussreicher Literaturkritiker, dessen Werk aus seinem tiefen Verständnis der klassischen Literatur, Medizin und Ideengeschichte schöpfte. Seine oft mit existenziellen und phänomenologischen Traditionen verbundene Kritik konzentrierte sich auf die französische Literatur des 18. Jahrhunderts und Autoren wie Rousseau und Diderot, erweiterte sich aber auch auf andere Epochen und Kunstformen. Starobinskis einzigartige Perspektive, geprägt durch seinen medizinischen Hintergrund, ermöglichte es ihm, Themen wie Melancholie und Interpretation mit außergewöhnlicher Tiefe zu erforschen. Seine Analysen zeichnen sich durch durchdringende Einblicke und präzisen Stil aus, was ihn zu einer Schlüsselfigur der Literaturwissenschaft macht.







Das Leben der Augen
- 184 Seiten
- 7 Lesestunden
Montesquieu
Ein Essay
Jean Starobinski läßt den großen Europäer Montesquieu noch einmal als Persönlichkeit lebendig werden: als Schriftsteller und als Zeitgenossen einer radikalen Epoche, die sich endgültig vom mittelalterlichen Jahrtausend verabschiedet hatte.
Begriffsgeschichte als Abenteuergeschichte? Ein scheinbar paradoxes Unterfangen. Wenn aber ein Gelehrter vom Format Jean Starobinskis erzählt, wie unsere Vorstellung entstanden ist, dass eine Handlung zwangsläufig eine Reaktion hervorruft, dann entwickelt sich daraus eine Geschichte voller überraschender Querverbindungen und Entwicklungen, die 2000 Jahre europäischen Wissens umspannt.
Gute Gaben, schlimme Gaben
- 193 Seiten
- 7 Lesestunden
Contient : Sehenden Auges lesen : ein Versuch über Jean Starobinski / Horst Günther.
Melancholie im Spiegel
- 127 Seiten
- 5 Lesestunden
Seine Neigung zur Melancholie, die - so Jean Starobinski - die intime Gefährtin des Dichters war, kultivierte Baudelaire stets mit Wonne und Schrecken. In unterschiedlich gebrochener Intensität stets gegenwärtig, durchzieht sie die Blumen des Bösen und kann als die beherrschende Figur gelesen werden. Die Interpretationen Starobinskis fördern nicht nur viele Einsichten in die Geschichte der Melancholie zutage, sondern sie sind auch Beispiele einer Lese-Kunst, die den Texten ihre Unverwechselbarkeit und Schönheit beläßt.
Die Erfindung der Freiheit
- 219 Seiten
- 8 Lesestunden
Jean Starobinski hat mit diesem Buch die Wiederentdeckung eines überraschend modernen Autors gelungen: Michel de Montaigne (1533-1592). Nach vielen Reisen und politischen Unternehmungen zog er sich auf sein Schloss in der französischen Provinz zurück, um zu schreiben. Seine Essais, die der Gattung ihren Namen gaben, sind aufgrund ihrer kompromisslosen Absage an eine geschichtliche Hoffnung von beklemmender Aktualität. Die gegenwärtige Krise kann als Mißtrauen gegenüber der Zukunft gedeutet werden, was Montaigne zu einem frühen Interpreten dieser Zweifel macht. Montaignes Untersuchungsfeld war die Zeitgenossenschaft, wobei er selbst der Ausgangspunkt war: „So bin ich selber, Leser, der einzige Inhalt meines Buches; es ist nicht billig, daß du deine Muße auf einen so eitlen und geringfügigen Gegenstand verwendest.“ Starobinski beleuchtet die großen Themen der Essais und der Lebensreise Montaignes – Freundschaft, Tod, Freiheit, Körper, Liebe, Sprache und öffentliches Leben – und macht deren letzte und reifste Paradoxie transparent: die desjenigen, der seinem „Verstand verbietet, Urteile zu fällen“. Für dieses Buch, das als die vollständigste und unvoreingenommenste Erschließung des Montaignischen Denkens gilt, erhielt Starobinski 1983 den Charles-Veillon-Preis.



