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Bookbot

Robert Menasse

    21. Juni 1954

    Robert Menasse ist ein österreichischer Schriftsteller und Essayist, dessen Werk sich mit den Komplexen europäischer Identität und Geschichte auseinandersetzt. Er erforscht meisterhaft die verschlungenen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und setzt dabei oft scharfe Ironie und intellektuelle Strenge ein. Menasses Schriften untersuchen gesellschaftliche und politische Themen und regen die Leser an, über die Natur Europas und seine zukünftige Entwicklung nachzudenken. Seine unverwechselbare Stimme bietet eine tiefgründige Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Fragen.

    Robert Menasse
    Das Paradies der Ungeliebten
    Die Lebensentscheidung
    Permanente Revolution der Begriffe
    Phänomenologie der Entgeisterung
    Trilogie der Entgeisterung (duplicitní ISNB)
    Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung
    • »Einen Dichter einzuladen, eine Poetikvorlesung zu halten, ist etwa so sinnvoll, wie einen Kannibalen als Ernährungsberater zu engagieren. Am Ende nagt er an Ihren Knochen, in diesem Fall an den Resten Ihres geistigen Stützapparats«, warnte Robert Menasse zu Beginn seiner Poetikvorlesungen im Frühjahr 2005 im legendären Adorno-Hörsaal, in dem »schon lange nicht mehr so wortgewaltig gegen den Kapitalismus gewettert und zum Umsturz aufgerufen wurde«, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb. Das Publikum dankte es ihm mit »donnerndem Applaus und stehenden Ovationen«.

      Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung
      4,4
    • Phänomenologie der Entgeisterung

      • 86 Seiten
      • 4 Lesestunden

      In seinem Roman Selige Zeiten, brüchige Welt erzählt Robert Menasse von der fixen Idee des tragikomischen Gelehrten Leo Singer, ein Buch zu schreiben, das die Welt ein letztes Mal umfassend erklärt. Um dieses Buch zustande zu bringen, schreckte Singer auch vor Gewaltverbrechen nicht zurück - und scheiterte dennoch. Robert Menasse hat dieses Buch für seinen Romanhelden geschrieben, die Phänomenologie der Entgeisterung, eine Erzählung, die die Erzähltechniken Hegels noch einmal ernst nimmt.

      Phänomenologie der Entgeisterung
      5,0
    • Permanente Revolution der Begriffe

      Vorträge zur Kritik der Abklärung

      • 123 Seiten
      • 5 Lesestunden

      … es kommt darauf an, sie wieder zu interpretieren! Wie kann man die Realität begreifen, wenn schon ihre Begriffe nicht mehr begriffen werden? Das Eigentümliche an großen Begriffen wie „Demokratie“, „Arbeit“, „Religion“, „Kultur“ oder „Europa“ ist, daß sie einer permanenten Banalisierung unterworfen sind: sie wurden zu bloßen Worten, die jeder im Munde führt, die aber nichts mehr bedeuten. Robert Menasse unternimmt dagegen eine permanente Revolution der Begriffe und zeigt: die Welt steht auf dem Kopf, wenn wir die Begriffe wieder auf die Füße stellen. Die Begriffe haben Recht – wir wissen es nicht, aber wir verwenden sie…

      Permanente Revolution der Begriffe
      4,5
    • Die Lebensentscheidung

      Novelle | Ein Buch, das uns nicht nur lehrt, dass das Leben anders weitergeht als erwartet

      • 158 Seiten
      • 6 Lesestunden
      Die Lebensentscheidung
      4,2
    • Das Paradies der Ungeliebten

      Ein Schauspiel

      • 115 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Das Stück spielt in »Dänemark«, also »hier«, im Biotop staatspolitischer Fäulnis. Die Politik hat abgedankt, die Politiker haben keine Macht mehr, nur noch Ämter. Die Figuren – der hilflose Regierungschef, der besessene Vize, der demagogische Oppositionsführer, der gescheiterte Schauspieler, der in die Politik gewechselt ist, aber auch einen Politiker nicht glaubhaft darstellen kann, sie alle tragen die Namen der dänischen »Europameister« von 1992. Aber sie meistern Europa nicht. Sie lassen sich wählen – um dann, lethargisch oder eitel, ihre Verantwortung auf die »Sachzwänge« abzuwälzen. Ein politischer Fieberkopf, der die politischen Phrasen mit dem verwechselt, was sie einst bedeutet hatten, plant ein Attentat. Aber was ist ein politischer Mord, wenn die Politik längst schon tot ist? Ein historisches Zitat? Eine Farce?

      Das Paradies der Ungeliebten
      4,0
    • Das war Österreich

      • 455 Seiten
      • 16 Lesestunden

      »Glückliches österreich – Kaum ein Land ist der kritischen Selbstbefragung so hartnäckig aus dem Weg gegangen wie die österreichische Zweite Republik seit dem Zweiten Weltkrieg. Vor der Erinnerung an die braune Vergangenheit flüchtete man sich in die rosige Zukunft.« ( Neue Zürcher Zeitung ) In rosiges Licht getaucht, wird österreich im Jahr 2005 gleich dreimal jubilieren. »60-50-10« lautet die Formel. Dahinter verbergen sich 60 Jahre Gründung der 2. Republik, 50 Jahre Staatsvertrag und 10 Jahre EU-Mitgliedschaft. Robert Menasse, luzider Kritiker der österreichischen Verhältnisse, hat die Zweite Republik von ihren Anfängen an untersucht und kommentiert, seine »Essays machen einem das in seiner Nähe ferne Land einsichtig. Ein vergilbter Vorhang wird beiseite geschoben, ein Fenster geöffnet: Luft und Licht kommen herein« ( Neue Zürcher Zeitung ). Mit den vorliegenden Essays, aktualisiert und um neue Beiträge ergänzt, legt Robert Menasse ein Standardwerk zur österreichischen Geschichte und Politik seit dem Zweiten Weltkrieg vor – jetzt fragt sich, was zu feiern ist.

      Das war Österreich
      4,1
    • Die Welt von morgen

      Ein souveränes demokratisches Europa – und seine Feinde | Eine Streitschrift für das Friedensprojekt Europa

      • 190 Seiten
      • 7 Lesestunden

      1945 stoßen Visionäre ein epochales Friedensprojekt an, Grenzen fallen, der Nationalismus weicht der Kooperation – Europa bekommt eine zweite Chance. Doch dieses Projekt könnte schon bald Geschichte sein. Demokratische Defizite führen zu Protest. Mannigfaltige Krisen machen den Menschen Angst. In vielen Mitgliedstaaten erstarkt ein neuer Nationalismus. Wie wird die Welt von morgen aussehen? Robert Menasse erklärt und verteidigt die europäische Idee, lädt aber auch dazu ein, die systemischen Widersprüche der Union zu kritisieren und zu überwinden. Die Alternative ist nicht kompliziert: Entweder gelingt das historisch Einmalige, nämlich der Aufbau einer nachnationalen Demokratie, oder es droht ein Rückfall in das Europa der Nationalstaaten. Das wäre eine weitere Niederlage der Vernunft – mit den Gefahren und Konsequenzen, die uns aus der Geschichte nur allzu bekannt sein sollten. Europa steht wieder am Scheideweg. Robert Menasse erklärt und verteidigt die europäische Idee, lädt aber auch dazu ein, die systemischen Widersprüche der Union zu kritisieren und zu überwinden.

      Die Welt von morgen
      4,1
    • Erklär mir Österreich

      • 175 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb«. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u. a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

      Erklär mir Österreich
      3,9
    • Der Europäische Landbote

      • 110 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Robert Menasse reist nach Brüssel und erlebt eine Überraschung nach der anderen: offene Türen und kompetente Informationen, eine schlanke Bürokratie, hochqualifizierte Beamte und funktionale Hierarchien. Kaum eines der verbreiteten Klischees vom verknöcherten Eurokraten trifft zu. Ganz im Gegenteil, es sind die nationalen Regierungen, die die Idee eines gemeinsamen Europa kurzsichtigen populistischen Winkelzügen unterordnen. Damit werden sie zu Auslösern schwerer politischer und wirtschaftlicher Krisen in der EU. Menasses furioser, dem Geist Georg Büchners verpflichteter Essay fordert nichts weniger als "die Erfindung einer neuen, einer nachnationalen Demokratie".

      Der Europäische Landbote
      4,1
    • Die Vertreibung aus der Hölle

      Roman

      • 492 Seiten
      • 18 Lesestunden

      Im frühen 17. Jahrhundert lebt Manoel Dias Soeiro, das jüngste Kind einer Familie von Marranen, unter der ständigen Bedrohung der Inquisition. Unwissend über seine Herkunft, beteiligt sich Manoel an den grausamen Spielen seiner Altersgenossen. Als seine Eltern von Inquisitoren gefasst werden, beginnt für ihn eine abenteuerliche Flucht, die ihn schließlich nach Amsterdam führt, wo er als Samuel Manasseh ben Israel in die Geschichte eingeht. In der Gegenwart besucht der Historiker Viktor Abravanel, geboren 1955, ein Klassentreffen und sorgt für einen Eklat, indem er Lehrkräfte als ehemalige NSDAP-Mitglieder beschuldigt. In Gesprächen mit seiner Jugendliebe Hildegund reflektiert er tragikomische Erlebnisse seiner Schulzeit. Die beiden Biografien sind eng miteinander verwoben, mit Parallelen zwischen Samuels Flucht vor der Inquisition und Viktors jüdischem Vater, der vor den Nazis fliehen musste. Menasse thematisiert alltägliche Grausamkeiten und private Höllen, die erst im Rückblick erkennbar werden. Sein Roman bietet ein düsteres Bild der Gegenwart, geprägt von Sarkasmus und Groteske. Die historischen Passagen sind packend und einfühlsam geschildert, während die narrative Verbindung zwischen den beiden Lebensgeschichten nicht ganz aufgeht, was dem Werk etwas an innerer Kraft nimmt. Die Erkenntnis bleibt, dass sich Geschichte wiederholt und wir uns selbst in ihr erkennen.

      Die Vertreibung aus der Hölle
      4,1
    • Heimat ist die schönste Utopie

      Reden (wir) über Europa

      Jahrhunderte brauchen noch einmal rund eineinhalb Jahrzehnte, bis sie sterben. 1814/15, mit dem Wiener Kongress, starb das 18. Jahrhundert. 1914 starb das 19. Jahrhundert. 2014/15 ist es an der Zeit, dass endlich das 20. Jahrhundert stirbt – die Epoche, die von der Raserei des Nationalismus und seinen fortwirkenden Konsequenzen geprägt war. Die Welt ist längst ein transnationales Gebilde geworden, es gibt nichts mehr von Belang, das innerhalb nationaler Grenzen geregelt oder an nationalen Grenzen gestoppt werden kann. Auch wenn Deutschland 1989 seine nationale Wiedergeburt feierte, bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 den fröhlichen Patriotismus wiederentdeckte, und in Folge der griechischen Staatsschuldenkrise ab 2010 aggressiv und stolz alte nationalistische Klischees restaurierte – die Nationen werden sterben. Wenn die Wirklichkeit nicht standhält, wird diese Idee die Massen ergreifen. In einer Reihe von Vorträgen interpretiert Robert Menasse das Testament der sterbenden Epoche: Nationen sind Betrug, Regionen sind Heimat.

      Heimat ist die schönste Utopie
      3,7
    • Die »Bar jeder Hoffnung« in São Hier, beim Kneipier Oswald, einem Wiener, treffen sich regelmäßig deutsche und österreichische Emigranten, die redselig und zuckerrohrschnapssüchtig von ihren Erlebnissen erzählen, »so als hinge ihr Lehen davon ab, daß es erzählt werden könne«. Die Bewußtseinszustände der Trinker waren schon postmodern, als es den Begriff »Postmoderne« noch gar nicht gab. Ihre Erlebnisse und Erzählungen erweisen sich als Wiederholungen von so noch nicht Dagewesenem, sind Farben ohne vorangegangene Tragödien, gleichsam Originalkopien. Aber kann das, was einer wirklich erlebt hat, eine Fälschung sein? Oder sind es die Zusammenhänge, die gefälscht sind? Süchtig sucht Roman, der Ich-Erzähler, das in den Abenteuern mit Frauen, in Alkoholexzessen, in den Vorträgen des »Bar-Professors« Singer. Aber alles, was bleibt, ist die Gewißheit, etwas vergessen zu haben.

      Sinnliche Gewissheit
      3,9
    • Die Erweiterung

      Roman | Die Fortsetzung des mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Romans »Die Hauptstadt«

      Zwei Brüder, nicht leibliche Brüder, sondern „Blutsbrüder“, verbunden durch einen Schwur, den sie im polnischen Untergrundkampf gegen das kommunistische Regime geleistet haben, gehen nach dessen Zusammenbruch getrennte Wege. Der eine, Mateusz, steigt in höchste Ämter auf und wird schließlich polnischer Ministerpräsident. Der andere, Adam, macht nach dem EU-Beitritt Polens in der Europäischen Kommission Karriere, in Brüssel ist er zuständig für die Erweiterungs-Politik. Während die Vorbereitungen für die Westbalkankonferenz im polnischen Poznan auf Hochtouren laufen, bittet Adam Mateusz um Unterstützung, doch der beginnt das Beitrittsgesuch Albaniens zu unterminieren. Aus der einstmals tiefen Verbundenheit wird eine unversöhnliche Feindschaft von europäischer Dimension. Auf einer vom albanischen Ministerpräsidenten organisierten Kreuzschifffahrt auf der SS Skanderbeg, zu der er alle Regierungschefs der Balkanstaaten, die EU-Außenminister und sämtliche Vertreter der Europäischen Union eingeladen hat, treffen die Beiden wieder aufeinander. Was dann passiert, steht längst nicht mehr in ihrer Macht. Der politische Konflikt der beiden Blutsbrüder ist aber nur der Rahmen, innerhalb dessen sich eine Vielzahl von Schicksalen entscheidet, kühne Pläne und große Lebensanstrengungen auf die Probe gestellt werden, bis es zum Showdown kommt, auf dem schwankenden Boden eines albanischen Kreuzfahrtschiffs.

      Die Erweiterung
      3,9
    • Meine wunderbare Buchhandlung

      • 239 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Stunden in der gemütlichen Lieblingsbuchhandlung verbringen, stöbern in druckfrischen Neuerscheinungen und vergilbten Lederbänden. Auf Buchhändler und Antiquare treffen, die echte Charaktere sind. Bereitet es nicht mindestens ebenso viel Freude, ein Buch auszuwählen und zu kaufen, wie es anschließend zu lesen? Das meint der bibliophile Autor und Herausgeber Dirk Kruse und wundert sich, dass noch niemand diesen Orten 'irdischen Glücks' eine Anthologie gewidmet hat. Er konnte 15 bedeutende Autoren für die Hommage gewinnen – von Thommie Bayer über Ulrike Draesner und Ulla Hahn bis hin zu Herbert Rosendorfer und Hans-Ulrich Treichel. In Erzählungen und Kurzgeschichten schildern sie die denkwürdigsten, witzigsten, unheimlichsten und kuriosesten Begebenheiten in ihren ›wunderbaren Buchhandlungen‹.

      Meine wunderbare Buchhandlung
      3,2
    • Doktor Hoechst

      Ein Faust-Spiel

      • 144 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Enraged by a production of Faust, a German industrialist seeks a new pact with room for growth. His son and ex operate at cross-purposes to him. Set in today's world.

      Doktor Hoechst
      1,5
    • Die Hauptstadt

      Roman

      • 458 Seiten
      • 17 Lesestunden

      In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen. Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor der Herausforderung, das Image der Kommission zu verbessern. Sie beauftragt Martin Susman, eine kreative Idee zu entwickeln, die schließlich die Form eines historischen Gespensts annimmt und Unruhe in den EU-Institutionen stiftet. David de Vriend, der in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof lebt, erinnert sich an seine Kindheit, als er von einem Deportationszug sprang, der seine Eltern ins Verderben führte. Nun steht er vor der Herausforderung, das, was er zu vergessen droht, zu bezeugen. Auch Kommissar Brunfaut hat es nicht leicht; aus politischen Gründen muss er einen Mordfall ruhen lassen, da die Akten unauffindbar sind. Alois Erhart, emeritierter Volkswirt, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder sprechen, was seine letzten Worte sein könnten. Robert Menasse spannt in seinem neuen Roman einen Bogen zwischen Zeiten, Nationen, Bürokratie und großen Gefühlen. Inmitten dieser Ereignisse sucht Brüssel einen Namen für das durch die Straßen laufende Schwein, während David de Vriend ein Begräbnis erhält, das stillschweigend das Ende einer ganzen Epoche markiert: der Epoche der Scham.

      Die Hauptstadt
      3,7
    • Selige Zeiten, brüchige Welt

      • 373 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb«. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u. a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

      Selige Zeiten, brüchige Welt
      3,6
    • Ich kann jeder sagen

      Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung

      • 185 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Alles kommt wieder. Sogar die Erinnerungen. Wann war sie zu Ende, die Nachkriegsordnung? Als die Mauer fiel? An diesen 9. November 1989 wird sich das junge Paar, das die Hochzeitsnacht vor dem Fernseher verbrachte, ein Leben lang erinnern. Es hat in dieser Nacht deutsche Geschichte erlebt. Zufällig. Denn eigentlich wollten sie nur so schnell wie möglich heiraten. Und der nächste freie Termin beim Standesamt war der 9. November. Der 9. November war für den Vater des Bräutigams bis dahin mit dem Jahrestag der „Reichskristallnacht“ verknüpft. „Pah, Geschichte“, sagt der Nachgeborene. „Ich“ kann jeder sagen. Dreizehn Ich-Erzähler erinnern sich an Erlebnisse und Ereignisse, die prägend wurden für ihr Leben. Erinnerungen an den Tag, als John F. Kennedy erschossen wurde, die RAF in Wien den Industriellen Palmers entführte, Griechenland Fußball-Europameister wurde. Aus Erinnerungen wird Geschichte. Der große Fabulierer Robert Menasse erzählt, was wir erlebt haben, so daß wir uns erinnern, uns erkennen und Spätere uns verstehen. In seinen Geschichten ist die historische Wahrheit – sage „Ich“ - gut aufgehoben.

      Ich kann jeder sagen
      3,5
    • Schubumkehr

      • 171 Seiten
      • 6 Lesestunden

      November 1989: Die Grenze wird feierlich abmontiert. Anhand einer Vielzahl von Figuren, Schicksalen und Geschichten beschreibt Schubumkehr den Verlauf dieses Jahres, in dem schließlich »kein Stein mehr auf dem anderen bleiben« sollte. Im Zentrum des Geschehens steht Roman, ein Mann mittleren Alters, der nach einem längeren Auslandsaufenthalt nach Österreich zurückkommt. Statt vertrauter Zusammenhänge erwarten ihn private Grotesken und Tragödien, statt versteinerter Verhältnisse erlebt er, wie diese zu tanzen beginnen.

      Schubumkehr
      3,5
    • Don Juan de la Mancha

      • 273 Seiten
      • 10 Lesestunden

      „Man kann nur mit der ersten Frau oder mit der letzten glücklich werden“, sagt der Vater und faßt so das Dilemma des Verführers zusammen. Auch Nathan, der nie ganz aus seines Vaters Schatten getretene Sohn, ist ein Verführer. Schnell sind wir ihm verfallen, dem melancholischen, tragikomischen Wiederholungstäter im ritterlichen Kampf um die Rettung der Liebe. Und schnell sympathisieren wir mit den unverwechselbaren Frauen, die seinen Weg kreuzen. Nathans Vater suchte sein Glück bei den Frauen, Nathans Mutter fand ihr Unglück bei den Männern. Nathan bricht auf in die Welt, um alles ganz anders zu machen. Was macht er ganz anders? Nichts. Nur die Bedingungen haben sich geändert, die Ansprüche. Nathan, bei seiner Zeitung zuständiger Redakteur für das Ressort „Leben“, verkörpert die Generation der Nach-68er. Unter dem Diktat der Emmas und Bettys darf er seine Männlichkeit zwar ausleben, aber nicht mehr genießen.

      Don Juan de la Mancha
      3,5
    • Mateusz und Adam, die gemeinsam im polnischen Untergrund gegen das kommunistische Regime gekämpft und sich dort »Blutsbrüderschaft« geschworen haben, gehen nach dessen Zusammenbruch getrennte Wege. Mateusz macht innenpolitisch Karriere und wird schließlich polnischer Ministerpräsident. Adam geht nach dem EU-Beitritt Polens nach Brüssel, wo er in der Europäischen Kommission in der Generaldirektion für Erweiterung arbeitet. Im Streit um den Beitritt Albaniens in die Europäische Union wird aus der einstmals tiefen Verbundenheit der beiden Männer eine unversöhnliche Feindschaft von schicksalhafter Dimension. Auf dem schwankenden Boden eines albanischen Kreuzfahrtschiffs kommt es zum Showdown.

      Die Erweiterung : Roman
    • Europa, die Zukunft der Geschichte

      • 312 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Welches Bild steht für Europa? Der Mauerfall und damit die Vereinigung von Ost und West? Die universellen Menschenrechte und Errungenschaften der Demokratie oder die Bilder des Zweiten Weltkriegs? Seit der Antike gibt es keine einzelne Metapher mehr für Europa: Es ist ein facettenreiches Mosaik, das trotz gewaltigen Spannungskräften in seiner nachnationalen Entwicklung nicht mehr auseinanderzubrechen droht. 64 Künstler legen Zeugnis davon ab, was es bedeutet, über Europa in seiner historischen Entwicklung der letzten 150 Jahre nachzudenken: Kader Attia, Sven Augustijnen, Marc Bauer, Arnold Böcklin, Dani Gal, Ane Hjort Guttu, Marcel Odenbach, Meret Oppenheim, Stefanos Tsivopoulos, Artur Zmijewski und viele mehr. Mit Beiträgen von Aleida Assmann und Dagmar Reichert, Zygmunt Baumann, Horst Bredekamp, Burcu Dogramaci, Ulrike Guérot und Robert Menasse, Cathérine Hug und Robert Menasse, Alexandre Kostka, Julia Kristeva, Konrad Paul Liessmann, Thomas Maissen, Melinda Nadj Abonji, Jan Zielonka.

      Europa, die Zukunft der Geschichte
    • Známy rakúsky spisovateľ, autor zaujímavých románov, a filozofických esejí Robert Menasse (1954) sa často predstavuje aj ako vynikajúci publicistický glosátor súčasnosti. Kniha To bolo Rakúsko je súborom príspevkov, ktoré vznikali postupne a kriticky mapovali aktuálne verejné problémy; vyjadrovali sa tak k rakúskemu politickému systému, ako aj ku každodennej politickej praxi a kultúrnej politike. R. Menasse sa v nich osvedčil ako politický, ale nie stranícky spisovateľ; jeho kritické názory spočívajú na princípoch, ktoré sú nadčasové a všeobecne platné.

      To bolo Rakúsko. Zobrané eseje o krajine bez vlastností
    • Krajina bez vlastností

      • 92 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Zmes politologických, sociologických a literárnokritických úvah, ktorých ústrednou témou je identita Rakúska. Jednotlivé texty sú analyticky dôkladné, nekompromisné v hodnotení, erudované a štylisticky prepracované a nechýba im ani vtip a nadhľad pri vyslovovaní často i nepríjemných konštatovaní o súčasnej rakúskej realite.

      Krajina bez vlastností