Die Erzählung „Die rote Laterne“ schildert das schockierende Schicksal von vier Frauen, die mit demselben Mann verheiratet sind und um seine Liebe und Aufmerksamkeit kämpfen. Die junge Lotus wird nach dem Selbstmord ihres Vaters, der nach einem Bankrott geschah, zur vierten Frau eines wohlhabenden Kaufmanns. Sie ist einsam und unglücklich und findet nur bei einer der anderen Frauen etwas Unterstützung und Freundschaft; die anderen beiden machen ihr das Leben so schwer wie möglich. Wahnsinn wird zu ihrem einzigen Zufluchtsort und zugleich zu ihrem Waffe. Su Tong beschreibt das chinesische Landleben der 1930er Jahre, eine Welt, in der die unerbittlichen Gesetze und Bräuche der Vergangenheit noch herrschen. Es ist eine groteske Welt voller gedankenlosem Sadismus, in der der Tod eine tägliche Präsenz ist. Doch es ist auch eine Welt, in der eine Frau über ihre Umgebung hinauswächst, selbst unter drückenden Umständen. Die beiden anderen Geschichten in dieser Sammlung sind „Fluchten 1934“ und „Opium-Familie“.
Maria Rita Masci Bücher
