Jeder schweigt von etwas anderem. Dunkelblum scheint auf den ersten Blick eine gewöhnliche Kleinstadt zu sein, doch hinter der Fassade verbirgt sich die Geschichte eines schrecklichen Verbrechens, das die älteren Bewohner seit Jahrzehnten verbindet – und gleichzeitig zum Schweigen zwingt. Im Spätsommer 1989, während an der nahen Grenze zu Ungarn Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, erscheint ein geheimnisvoller Besucher in der Stadt. Plötzlich kommt Bewegung in die Dinge: Auf einer Wiese am Stadtrand wird ein Skelett entdeckt, und eine junge Frau verschwindet. Die Spuren des alten Verbrechens tauchen wie Geister auf und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die sie für abgeschlossen hielten. In ihrem neuen Roman entwirft Eva Menasse ein umfassendes Geschichtspanorama, das die kleine Stadt immer wieder zum Schauplatz weltpolitischer Ereignisse macht. Die Geschichte thematisiert den Umgang der Bewohner mit historischer Schuld und ist ein schaurig-komisches Epos über die Wunden in der Landschaft und den Seelen der Menschen, die, im Gegensatz zur Erinnerung, nicht vergehen. „Die ganze Wahrheit wird, wie der Name schon sagt, von allen Beteiligten gemeinsam gewusst. Deshalb kriegt man sie nachher nie mehr richtig zusammen.“
Annemarie Vlaming Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)






Ein Familienurlaub auf Lanzarote, der zum Albtraum wird... Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen – etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.
Unterleuten
Roman
Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?
Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht zeigen will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, findet mehr Gründe gegen das Leben als gegen das Rauchen. Niemand will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Alte Geschichten, Sagen und Märchen ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und edle Räuber in Fußballtrikots aufeinandertreffen. Sie alle möchten etwas zu Ende bringen, in der Nacht vor dem Fest.
Zur falschen Zeit
- 229 Seiten
- 9 Lesestunden
Wer zur falschen Zeit den Falschen liebt … Die Uhr am Handgelenk seines Vaters weckt plötzlich das Interesse eines siebzehnjährigen Jungen. Das Foto, auf dem der Vater die Uhr trägt, stand jahrelang unbeachtet im Regal. Da er seinen Vater nicht kannte und die Mutter ungern über ihn sprach, wird seine Neugier geweckt. Auf dem Bild, das von einem professionellen Fotografen stammt, steht die Uhr auf Viertel nach sieben – eine seltsame Zeit für ein Fotoshooting. Der Junge beschließt, dem Rätsel nachzugehen. Auf der Rückseite des Porträts findet er eine Pariser Adresse und entdeckt, dass der Fotograf sein mysteriöser Patenonkel ist, der sich seit seiner Taufe nie gemeldet hat. Ohne seine Mutter oder den Stiefvater einzuweihen, hebt er sein gesamtes Geld ab, hinterlässt einen kurzen Abschiedsbrief und reist nach Paris. Dort entdeckt er die wahre Geschichte seines Vaters, die sein Weltbild erschüttert. Mit großer Dezenz und der Wucht einer griechischen Tragödie entfaltet der Autor die Geschichte eines Mannes, der an sich selbst und den Zeitumständen scheitert. Er erkennt, dass die Heirat mit seiner Frau, die ihm einst wie eine Rettung erschien, ein Fehler war, und dass er sie betrügen muss, um die wahre Liebe seines Lebens zu leben.
Splitter
Psychothriller | Spiegel Bestseller | “Was wäre Spannungsliteratur ohne einen Hauch Irrsinn?” Stern
Tödliche Unfälle, Gedächtnisverlust, Experimente – Spannung pur in diesem Psychothriller der Extraklasse von Sebastian Fitzek Was wäre, wenn wir die schlimmsten Erlebnisse unseres Lebens für immer aus unserem Gedächtnis löschen könnten? Und was, wenn etwas dabei schief geht? Viel stärker als der Splitter, der sich in seinen Kopf gebohrt hat, schmerzt Marc Lucas die seelische Wunde seines selbst verschuldeten Autounfalls - denn seine Frau hat nicht überlebt. Als Marc von einem psychiatrischen Experiment hört, das ihn von dieser quälenden Erinnerung befreien könnte, schöpft er Hoffnung. Doch nach den ersten Tests beginnt das Grauen: Marcs Wohnungsschlüssel passt nicht mehr. Ein fremder Name steht am Klingelschild. Dann öffnet sich die Tür – und Marc schaut einem Alptraum ins Gesicht … Dieser Psychothriller von Sebastian Fitzek verspricht Spannung bis zur letzten Zeile
Heute ist ein guter Tag zum Sterben Dieser Tag soll ihr letzter sein. Die renommierte Kriminalpsychologin Ira Samin hat ihren Selbstmord sorgfältig vorbereitet. Zu schwer lastet der Tod ihrer ältesten Tochter auf ihrem Gewissen. Doch dann wird sie zu einem brutalen Geiseldrama in einem Radiosender gerufen. Ein Psychopath spielt ein makaberes Spiel: Bei laufender Sendung ruft er wahllos Menschen an. Melden die sich am Telefon mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel freigelassen. Wenn nicht, wird eine erschossen. Der Mann droht, so lange weiterzuspielen, bis seine Verlobte zu ihm ins Studio kommt. Doch die ist seit Monaten tot. Ira beginnt mit einer aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören …
Als der Bürgerkrieg in den 90er Jahren Bosnien heimsucht, flieht der junge Aleksandar mit seinen Eltern in den Westen. Rastlos neugierig erobert er sich das fremde Deutschland und erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten von damals, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Višegrad. Aleksandar fabuliert sich die Angst weg und „Die Zeit, als alles gut war“ wieder herbei.

