»Mein verwirrter Zustand ging mit mir durch und gab mir die wahnsinnigsten Einflüsterungen, denen ich der Reihe nach gehorchte.« So beschreibt sich der Erzähler auf dem Höhepunkt seines verbissenen Kampfes ums Überleben inmitten der Großstadt Oslo. Seine Artikel werden von den Zeitungen nicht angenommen, seine finanziellen Mittel sind völlig erschöpft, bis auf das Nötigste ist alles zum Pfandleiher getragen. Nur mühsam kann er hier und da etwas Geld ergattern und kommt schließlich bis an den Rand des Hungertodes. Dennoch versucht er verzweifelt, seine Armut zu verbergen. Vom Hunger geschwächt gerät er in einen Zustand extremer geistiger Aufnahmefähigkeit, wird von Halluzinationen verfolgt, von erotischen Zwangsvorstellungen getrieben. Knut Hamsun hat in diesem Roman eigene Erfahrungen aus der Zeit um 1886 verarbeitet, als er sich in Oslo mühsam mit dem Schreiben von Artikeln über Wasser hielt. Er ist mit seiner damals aufsehenerregenden psychologischen Studie über den Zustand des Hungers weit in die literarische Entwicklung des 20. Jahrhunderts vorgestoßen.
Amy van Marken Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Stark von Dostojewski beeinflusst schrieb Hamsun diesen vielbeachteten Roman, der als literarisches Beispiel moderner Psychologie gilt: der moderne Mensch zwischen Zivilisationsmüdigkeit und Naturverklärung. Ein junger Leutnant im Ruhestand zieht sich in die Einsamkeit des norwegischen Nordens zurück und neben der Jagd widmet er sich der örtlichen Damenwelt. Seine Beziehungen enden aufgrund seines zerissenen Charakters unglücklich, es kommt zur Katastrophe. Die Geschichte lässt nach wie vor verschiedene Interpretationen zu und bleibt voller Rätsel. Hamsuns lyrische Sprache strahlt bis heute durch ihre Einfachheit und Schönheit einen ganz besonderen Reiz aus. Der Nobelpreisträger Knut Hamsun gehört zu Norwegens größten Erzählern und »Pan« gilt als einer seiner einflussreichsten Romane.