Leben, denke ich manchmal, heißt Staunen. Die Schriftstellerin Lucy Barton verbringt längere Zeit im Krankenhaus und erhält Besuch von ihrer Mutter, die sie jahrelang nicht gesehen hat. Zunächst ist sie überglücklich, doch die Gespräche wecken Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, die sie längst hinter sich geglaubt hatte. Der neue Roman von Elizabeth Strout ist ein psychologisches Meisterwerk, das die Geschichte einer Frau erzählt, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg sucht. Es ist eine Erzählung über Mütter und Töchter sowie über die Liebe, die, so groß sie auch sein mag, immer nur unvollkommen sein kann. Lucy erzählt ihre Geschichte, weil sie auf der Suche nach der Wahrheit ist, sowohl als Schriftstellerin als auch als Mensch. Während eines Krankenhausaufenthalts aufgrund einer unerklärlichen, lebensbedrohlichen Infektion sitzt plötzlich ihre Mutter an ihrem Bett. Diese Begegnung bringt Erinnerungen an ihre bettelarme Kindheit, familiäre Schwierigkeiten und den Mangel an Zärtlichkeit zurück. Der Wunsch, Schriftstellerin zu werden, half ihr, Ängste zu bekämpfen, doch manchmal fühlt sie sich in New York fremd. Ihre Ehe mit einem Mann aus einem wohlbehüteten Elternhaus ist von Abgründen geprägt, trotz des gemeinsamen Lebens und der zwei geliebten Töchter.
Flora Casas Bücher


Zu viel Glück. zehn erzählungen
- 362 Seiten
- 13 Lesestunden
Nobelpreis für Literatur 2013 Zu viel oder zu wenig – für das Glück gibt es kein Maß, nie trifft man es richtig. Alice Munros Heldinnen und Helden geht es nicht anders, sie haben das Zuviel und Zuwenig erlebt: eine Balance ist nur schwer zu finden. Auf der Suche nach ihr macht Alice Munro ihre Leser zu Komplizen dieser spannenden Mission. »Ich bewundere Alice Munro. Ich bewundere die Direktheit ihres Erzählens, die Nüchternheit und Einfachheit ihrer Sprache. (…) Was für Geschichten, was für ein Werk!« Bernhard Schlink, Die Welt