Der Alchimist, Arzt und Philosoph Zenon, der im 16. Jahrhundert lebt und wirkt, trägt die Züge der bedeutendsten Gelehrten und Künstler seiner Zeit: Erasmus von Rotterdam, Leonardo da Vinci und Paracelsus. Er sprengt die Grenzen seiner Zeit, gerät durch seine kühnen naturwissenschaftlichen Experimente und freidenkerischen Schriften in Konflikt mit Kirche und Gesetz und wird schließlich tragisch dafür büßen. Marguerite Yourcenar verschmilzt die Historiographie mit dem Roman und erweist sich ebenso wie in ihrem berühmten Roman Ich zähmte die Wölfin als »Meister einer Gattung, die es vor ihr nicht gab«.
Oorspr. titel: Conte bleu / Le premier soir / Maléfice. Gallimard, 1993 Met een voorwoord van Josyane Savigneau op de drie verhalen, dat 18 pagina's bevat. Drie vroege verhalen van de Franse schrijfster (1903-1987).
In neun Erzählungen lyrischer Prosa berichtet Marguerite Yourcenar von den Feuern der Liebe und von den Menschen, die in Verzweiflung und ekstatischer Verzückung darin lodern. Halb mythische Antike, halb Gegenwart, sind diese Liebesdichtungen zugleich ewiggültige Bildnisse und intime Geständnisse einer leidenschaftlichen jungen Frau.
Die Lebensgeschichte des römischen Kaisers Hadrian. In seiner Villa in Tibur schreibt der sechzigjährige Kaiser Hadrian an seinen Adoptivenkel, den späteren Herrscher Marc Aurel. Was er dem siebzehnjährigen Jüngling mitteilt, gleicht einem reflexiven Selbstgespräch, ist ein Versuch des alternden Mannes, die wechselnden Masken und Gesichter des eigenen Ich zu erkunden: Hadrian wurde als Provinzler im westlichsten Teil des Reichs, in Spanien geboren. Der Eroberungswut seines Vorgängers Trajan setzt der musische und sensible Hadrian seine Friedenspolitik entgegen, die die segensreichsten Auswirkungen auf das Reich haben sollte. Zwei große Leidenschaften prägten diesen ungewöhnlichen Herrscher: die einfühlende Bewunderung griechischer Kunst und die Liebe zu dem bithynischen Knaben Antonius. Ein Besuch der Villa Adriana bei Rom weckte in der zwanzigjährigen Marguerite Yourcenar den Plan, eine Biographie dieses Mannes zu verfassen. Als die fiktiven Erinnerungen in deutscher Sprache erschienen, schrieb Ludwig Curtis: »Man hat nur wenige Seiten ... zu lesen, um von einem doppelten Zauber umfagen zu werden: von dem Zauber der großen Persönlichkeit des Kaisers und von dem Zauber der dichterischen Einfühlung der Verfasserin nicht nur in dessen persönliche, sondern in seine ganze weite antike Welt.« (Amazon)