Zwei Büroangestellte, durch eine unerwartete Erbschaft reich geworden, sind von Ehrgeiz getrieben und ziehen sich aufs Land zurück, um die modernen Wissenschaften zu erkunden. Während Pécuchet pessimistisch in die Zukunft blickt, sieht Bouvard den Fortschritt optimistisch. Sie experimentieren mit Landwirtschaft, Schnapsbrennerei, Chemie, Medizin (inklusive Ayurveda), Geologie, Geschichte, Archäologie, Literatur, politischer Ökonomie, Fitnesstraining, Esoterik und Theologie. Jedes ihrer Vorhaben endet in Misserfolg, doch sie kehren nach jeder Pleite erfrischt zurück, ähnlich wie Sades Justine nach ihren Ausschweifungen. Am Ende ihrer Reise sind sie, wenn auch nicht klüger, so doch weiser, und kehren an ihre Schreibpulte zurück. Flauberts Werk von 1881 gilt als ein Vorläufer der Moderne und bietet eine satirische, komische und berührende Betrachtung der menschlichen Dummheit durch die Augen zweier „Kellerasseln“. Eine neue Übersetzung, die sich an handschriftlichen Materialien orientiert, wird erstmals vollständig aufzeigen, was die beiden melancholischen Protagonisten im Laufe ihres Lebens abgeschrieben haben.
Bruno Nacci Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Friedrich Nietzsche nannte ihn den »witzigsten aller Moralisten, ohne den die Französische Revolution ein viel dümmeres Ereignis gewesen« wäre. Nicolas de Chamfort war nicht nur einer der geistreichsten und charmantesten Denker, er war sicher auch einer der tragischsten seiner Zeit. Seine Gedanken, Maximen und Reflexionen, die hier erstmals vollständig versammelt sind, bilden das Herzstück eines schillernden literarischen, philosophischen und revolutionären Werks, das schnell über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt und einflussreich wurde. Für Albert Camus verbirgt sich hinter diesen Texten ein »verheimlichter Roman«: In seinen kritischen Beobachtungen des revolutionären Geschehens stecke nichts weniger als »eine Geschichte der Einsamkeit«. Sein Werk spiegelt die extreme Biografie des Sohns einer Adligen und eines Dompfarrers wider, in der sich die gesellschaftliche Zerrissenheit der Französischen Revolution verkörpert, die er miterlebte und austrug. Seine geistige und rhetorische Schärfe ebenso wie seine politische Integrität machten ihn zu einem bedeutenden Wortführer seiner Zeit und besiegelten schließlich sein Schicksal. Chamforts lebenslanges Außenseitertum und sein selbstgewählter Leidensweg spielen sich in seinem Tod noch einmal ab: Im Angesicht seiner Verhaftung versucht er sich das Leben zu nehmen und diktiert den Gendarmen seinen Todeswunsch, den er mit seinem eigenen Blut signierte.