Englische Autorin (1890 -1976). - In einem kleinen Dorf wird per Zeitungsannonce ein Mord angekündigt, und prompt versammelt sich die neugierige und etwas betagtere Nachbarschaft, um diesem vermeintlichen Spiel bezuwohnen. Es folgt ein Kurzschluss, Schüsse fallen- ein mutmaßlicher Einbrecher liegt erschossen auf dem Boden, vermutlich durch eigene Hand. Doch warum inszenierte er diese Komödie?
Eine verheerende Epidemie rafft in den USA die männliche Bevölkerung im
zeugungsfähigen Alter dahin. In panischer Angst vor dem Virus lassen viele
Männer sich kastrieren. Eine kontrasexuelle Gesellschaft etabliert sich gegen
die alte, phallokratische, und fanatisierte Frauenrechtlerinnen reißen die
politische wie die ökonomische Macht an sich. Fernab dieser aus den Fugen
geratenen Welt, in den Wäldern des Vermont, wird eine kleine Gruppe von
Wissenschaftlern als protected men in strenger Isolation gehalten, unter ihnen
der Neurologe Ralph Martinelli mit seinem elfjährigen Sohn. Im Auftrag der
Konzernherrin Hilda Helsingforth arbeitet er an der Erforschung eines Serums
gegen die tödliche Enzephalitis - rechtlos, als Phallokrat verachtet, von
Milizionärinnen, Laborantinnen, Kastraten bespitzelt und mit Abhörgeräten rund
um die Uhr überwacht. Bis er eines Tages erfährt, daß sein Tod programmiert
ist und das rettende Serum vernichtet werden soll. Aber auch unter seinen
eiskalten Bewacherinnen ist entgegen allem Anschein die Liebe nicht tot.
Burage, seine ärgste Kontrahentin, erliegt Martinellis italienischem Charme
und versucht ihn zu retten. In souveränem Umgang mit allen Registern des
Genres, dazu seiner unnachahmlichen Ironie, hat Robert Merle hier einen seiner
geistvollsten und spannendsten Romane geschrieben.