Die kühne Lebensreise einer ungewöhnlichen Frau
Nach Jahrzehnten im amerikanischen Exil kehrt die Puppenspielerin Zaira nach Bukarest zurück und lässt ihre schwindelerregende Lebensreise Revue passieren: die Kindheitsidylle auf dem großelterlichen Landgut, die Schrecken der Kriegsjahre, die abenteuerliche Flucht in den Westen, ihre Begabung als Marionettenspielerin – und ihre große Liebe zu Traian. Ihn hatte sie einst verlassen, aber nie vergessen. Nun will sie ihn wiedersehen.
EINE AUFWÜHLENDE GESCHICHTE ÜBER FREUNDSCHAFT UND LIEBE, VERRAT UND VERFOLGUNG. Der Feuerturm von Bukarest, 1892 erbaut, war einst das höchste Gebäude der Stadt und Zeuge eines ereignisreichen Jahrhunderts. Victor Stoica, der Ich-Erzähler, bricht als erster mit der Familientradition der Feuerwehrmänner, die beim Turm leben. Sein Leben ist von einem tückischen Verrat geprägt, doch der Turm bleibt ein zentraler Teil seiner Geschichte. Als Opfer der Repression durchlebt Victor eine Hölle, findet jedoch 1989 unerwartet Hoffnung auf Freiheit und Glück. Catalin Dorian Florescu erzählt in diesem fesselnden Roman von den Wechselfällen der Geschichte, von Familie, Freundschaft, Verrat und Liebe, und beleuchtet die Resilienz der Menschen in einer sich wandelnden europäischen Metropole. Die erschütternden Ereignisse des Dezembers 1989 werden eindrucksvoll nacherlebt. Mit fünf Generationen der Stoicas und einer Vielzahl unvergesslicher Figuren, die mit leisem Humor und unerschütterlicher Hoffnung agieren, bietet die Geschichte ein großes, aufwühlendes Leseerlebnis. Es ist ein eindringlicher Gesellschafts- und Stadtroman, der die komplexen Beziehungen und Herausforderungen des Lebens in Bukarest beleuchtet.
Ray und Elena lernen sich in einer dramatischen Nacht in New York kennen. Sie ist eine Fischerstochter aus dem Donaudelta, er ein erfolgloser Künstler, der noch an den Durchbruch glaubt. Sie muss die Asche ihrer Mutter nach Amerika bringen, er will erreichen, was sein Großvater für sich erhoffte. Ihre geheimnisvollen Lebenswege finden in jenem Augenblick zusammen, als sie sich entscheiden können, einander erzählend zu vertrauen. Ihre Familiengeschichten führen den Leser in die Welt New Yorks vor hundert Jahren und in das magische Universum des Donaudeltas. In seinem spannenden, an Fabulierlust und Überraschungen reichen Roman, der von 1899 bis in die Gegenwart reicht, lässt Catalin Dorian Florescu zwei Erzählstimmen abwechselnd zu Wort kommen. So entsteht das Bild eines fantastischen und harten Jahrhunderts zwischen dem Schwarzen Meer und der amerikanischen Metropole. Ein Roman voller Tragik und Komik, der gleichzeitig eine literarische Reverenz an die Fähigkeit des Menschen ist, sein Glück zu suchen, zu überleben und allen Widrigkeiten zum Trotz zu lieben.
Zwei junge Männer brechen zu einer Reise in Richtung Osten auf: von Zürich über Wien und Budapest an die Schwarzmeerküste. Die Geschichten, die sie erleben, sind voller Emotionen, voller Dramatik - und manchmal ganz schön absurd
Rumänien in den 30er-Jahren: Jakob Obertin, ungehobelt und machtbesessen, herrscht unangefochten über das Dorf Triebswetter. Kummer bereitet ihm einzig sein Sohn Jacob: Er kränkelt und besitzt keinerlei Durchsetzungsvermögen beim Kampf um Einfluss und Eigentum. Dies trägt ihm die brutale Verachtung seines Vaters ein. Mehrfach steht Jacob in seinem Leben vor dem Nichts. Doch immer wieder trifft er Menschen, die ihm helfen, die politischen Wechselfälle und persönlichen Schicksalsschläge zu überstehen und einen neuen Aufbruch zu wagen. Kraftvoll und zärtlich erzählt Florescu diese Geschichte von Liebe und Freundschaft, Gewalt und Verrat, Armut und Vertreibung und vermittelt ganz nebenbei ein Kapitel europäischer Geschichte. • Schweizer Buchpreis 2011 • Eichendorff-Preis 2012 für Florescus literarisches Werk
Wunder gibt es immer wieder An einem Augustmorgen Anfang der Achtziger Jahre wartet der 15-jährige Alin mit seinen Eltern an der Grenze zu Jugoslawien angespannt auf die Ausreise. Er denkt zurück an seine Kindheit im Rumänien Ceauşescus, aber auch an das große Amerika-Abenteuer mit seinem Vater: Einige Jahre zuvor waren die beiden in die USA gereist, damit Alin dort operiert werden konnte. Die skurrilen Erlebnisse schweißen Vater und Sohn zusammen, doch der amerikanische Traum zerplatzt rasch. Was die beiden in New York erleben, ist so niederschmetternd, dass sie nur rasch wieder nach Hause wollen, ganz gleich ob sie je wieder ausreisen dürfen ...
Als Halbwüchsiger ist Teodor durch die rumänischen Dörfer gereist und hat sich von den abergläubischen Bauern Geschichten erzählen lassen. Nun kehrt er als erfolgreicher Mann aus dem Westen in seine Heimat zurück, um herauszufinden, ob er dort glücklicher geworden wäre. Und auch, um seine Jugendliebe wiederzufinden. Am Ende aller Straßen trifft er auf den blinden Masseur und seine Freunde. Teodor ist fasziniert von dem Ort, wo Patienten ebenso wie Bäuerinnen und sogar der Bürgermeister Werke der Weltliteratur auf Band sprechen. Doch nicht alle sind so gastfreundlich wie die schöne Elena, bei der er sich eingemietet hat. Schon bald gerät er in ein Netz aus Hinterlist, Korruption und Gewalt. Florescu lässt eine Welt entstehen, die ebenso unbarmherzig wie poetisch, ebenso schön wie verzweifelt ist.
Nora verlässt ihre Familie auf der Suche nach Glück und folgt Urs in die Schweiz, ihre einzige Chance auf ein besseres Leben. Ein Syrer verirrt sich im Grenzgebiet zwischen Ungarn, Serbien und Rumänien und trifft auf einen rumänischen Soldaten, der ebenfalls in den Westen möchte. In Turins Piazza della Repubblica, wo Arm und Reich sowie Migranten und Einheimische aufeinandertreffen, begegnen sich Simone, ein erfolgreicher Unternehmer, und Houcine, ein marokkanischer Dieb. Beide sind in ihren Lebensumständen gefangen; Simone versucht, eine Fassade des Glücks aufrechtzuerhalten, während Houcine in Schwierigkeiten steckt. Ein überraschender Vorschlag von Houcine bringt Simone aus der Fassung. In einem Luxushotel in St. Moritz wird ein Geschichtenerzähler Zeuge, wie die Hotelgäste durch eine verstörende Begegnung aus ihrer Blase gerissen werden. Auch auf Sylt wird das ruhige Leben der Inselbewohner durch ein dramatisches Ereignis erschüttert. Diese neun Erzählungen, die zwischen 2001 und 2016 entstanden sind, thematisieren den Austausch zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd. Sie verbinden realistische und magische Elemente und werden in einem fesselnden Ton erzählt.
Wir leben in einer hysterischen Zeit, die zwar materiellen Wohlstand und unablässige Kommunikation gewährleistet, das Individuum aber mit seinen Gefühlen der Vereinzelung allein lässt. Doch nach dem Scheitern der großen politischen Utopien sehnen wir uns umso mehr nach Glück, Verbundenheit und Nähe, sind aber in einem fragmentierten, beschleunigten Alltag gefangen. Dagegen setzt der humanistische Psychologe und Schriftsteller Catalin Dorian Florescu das Bild eines ruhigen, kreativen, beziehungsfähigen Menschen. In der selbstbestimmten Konzentration auf das eigene Ich vermag das Individuum die Aufmerksamkeitskrise unserer Zeit zu überwinden und sinnvolle Beziehungen zum Anderen und zur Welt aufbauen.