Das gelbe Haus
- 528 Seiten
- 19 Lesestunden
Mieko Kawakami ist eine japanische Autorin, deren Werke in die Tiefen der menschlichen Erfahrung eintauchen. Mit ihrem einzigartigen Stil und sensiblen Ansatz erforscht sie die komplexen Beziehungen und inneren Welten ihrer Charaktere. Ihr Schreiben ist von poetischer Schönheit und einem scharfen Einblick in das gegenwärtige Leben geprägt und bietet den Lesern ein außergewöhnliches literarisches Erlebnis. Die Autorin konzentriert sich auf Themen wie Identität, Körperlichkeit und zwischenmenschliche Intimität.







Roman
An einem drückend heißen Sommertag wird die dreißigjährige Natsuko von ihrer älteren Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko in Tokio besucht. Makiko, die mit zunehmendem Alter mit ihrem sich verändernden Körper nicht zurechtkommt, ist davon besessen, sich einer Brustvergrößerung zu unterziehen. Währenddessen ist ihre zwölfjährige Tochter Midoriko von der einsetzenden Pubertät überfordert und sieht sich außerstande, in einer Gesellschaft, die alles Intime und Körperliche tabuisiert, ihre Ängste, Bedürfnisse und Fragen offen zu kommunizieren. Und auch die asexuelle Natsuko hadert mit der Frage, welche Rolle noch bleibt – als unverheiratete Frau, die nicht mehr Tochter ist und vielleicht nie Mutter sein wird. Rasant und radikal widmet sich Mieko Kawakami der Diskriminierung von Frauen und damit einhergehenden Fragen nach sozialem Geschlecht, Schönheitsnormen sowie dem Alterungsprozess des weiblichen Körpers – und wagt es zu fragen, welchen Wert Frauen in der Gesellschaft haben, wenn sie sich all diesen Erwartungen widersetzen. »Einer der hellsten Sterne am japanischen Literaturhimmel, der bald die ganze Welt zum Strahlen bringen wird. Kawakami ist sowohl eine Schriftstellerin als auch eine Unterhalterin, eine Intellektuelle und eine sich ständig weiterentwickelnde Stilistin, die es gleichzeitig schafft, sehr lesbar zu schreiben und ungemein beliebt zu sein.« Japan Times
Der vierzehnjährige namenlose Ich-Erzähler lebt ein einsames Leben bei seiner Stiefmutter – sein Vater fällt vor allem durch Abwesenheit auf. Von seinen Mitschülern wird er unerbittlich gequält, weil er eine Fehlstellung der Augen hat. Anstatt sich zu wehren, resigniert er und leidet stumm. Eines Tages findet er eine Nachricht in seinem Federmäppchen: »Wir gehören zur selben Sorte.« Es folgen weitere Botschaften; plötzlich ist da jemand, der ihn nach seiner Lieblingsfarbe fragt, nach seiner Leibspeise, der das Wetter kommentiert. Bald stellt sich heraus, dass die Nachrichten von seiner Klassenkameradin Kojima kommen, die selbst gemobbt wird. Die beiden Jugendlichen finden Trost in der Gesellschaft des anderen, doch ihre Freundschaft bleibt von ihren Peinigern nicht unbemerkt. Vielschichtig, fesselnd, philosophisch – mit ihrem Roman ›Heaven‹ unternimmt Mieko Kawakami eine literarische Tour de Force und erzählt von Einsamkeit und Ausgrenzung, von Gewalt und Hilflosigkeit, aber auch von Freundschaft, Hoffnung und dem Mut der Verzweifelten.
Fuyuko ist 34 Jahre alt, Korrekturleserin und einsam. Sie lebt für ihre Arbeit, die sie mit selbstausbeuterischer Gewissenhaftigkeit verrichtet. Einzig der Spaziergang, den sie regelmäßig durchs nächtlich erleuchtete Tokio unternimmt, bereitet ihr neben dem Beruf Freude. Sie hat sich in ihrem Einsiedlerinnenleben eingerichtet, bis sie eines Tages in den Spiegel sieht und feststellt, dass sich ihr ganzes Dasein in einem einzigen Wort zusammenfassen lässt: miserabel. In diesem Moment entscheidet sie, dass sich etwas ändern muss – und fasst einen folgenschweren Entschluss: Sie beginnt zu trinken. Was mit einem Feierabendbier beginnt, gerät allmählich außer Kontrolle, und bald verlässt Fuyuko das Haus nicht mehr ohne eine Thermoskanne Sake. Bisher bloß am Beckenrand wagt sie sich nun hinein ins Leben – und sinkt immer tiefer. Allein die zufällige Begegnung mit einem Mann namens Mitsutsuka bewahrt sie davor, unterzugehen. Intensiv und aufwühlend zeichnet Mieko Kawakami das Bild einer Frau, die erkennt, dass sie auf sich selbst hören muss, um von der Randfigur zur Protagonistin im eigenen Leben zu werden.
A young boy returns obsessively to a supermarket sandwich counter, entranced by the beauty of the woman who works there. Her aloof demeanour and electric blue eyelids make him feel the most intense joy he's ever known. He calls her Ms Ice Sandwich, and he wants nothing more than to spend his days watching her coolly slip sandwiches into bags. But life keeps getting in the way -- there's his beloved grandmother's illness, and a faltering friendship with his classmate Tutti, who she invites him into her private world. Wry, intimate and wonderfully skewed, Ms Ice Sandwich is a poignant depiction of the naivety and wisdom of youth, just as it is passing
Štrnásťročný stredoškolák sa pre zrakovú poruchu stáva terčom posmechu svojich spolužiakov. Neschopnosť vzdorovať mučiteľom a pasivita voči ich krutému zaobchádzaniu ho nútia uzavrieť sa do vlastného sveta. Jeho osamelosť naruší až spolužiačka, ktorá rovnako ako on zažila šikanovanie. Ich priateľstvo je pre nich útechou a umožňuje im nachádzať povzbudenie a otvorene hovoriť o svojich trápeniach. K násiliu sa však stavajú opačne. Zatiaľ čo ona považuje tých slabých za víťazov s morálnou prevahou, on sa, naopak, vzoprie rezignácii a snaží sa zmeniť svoj život. Jednoduchý a zároveň hlboký román Mieko Kawakami je ďalším dôkazom jej talentu, ktorý je charakteristický neúprosnosťou a zároveň nežnosťou, ostrým pohľadom, intímnosťou a mnohovrstevnosťou. Nepochybne si tak upevňuje povesť jednej z najvýznamnejších mladých autoriek súčasnosti. Z japonského originálu Hevun (Kodansha Ltd, 2009) preložila Dana Hashimotová.