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António Lobo Antunes

    1. September 1942

    António Lobo Antunes schuf ein literarisches Erbe, das tief von seinen Erfahrungen im angolanischen Krieg und seiner lebenslangen Tätigkeit als Psychiater geprägt ist. Seine dichte und anspruchsvolle Prosa, stark beeinflusst von literarischen Größen wie William Faulkner und James Joyce, befasst sich mit tiefgreifenden Themen wie Tod, Erinnerung und der menschlichen Psyche mit unerschrockener Intensität. Antunes' umfangreiches Werk, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, stellt einen bedeutenden und fesselnden Beitrag zur zeitgenössischen Literatur dar.

    António Lobo Antunes
    Bis die Steine leichter sind als Wasser
    Zweites Buch der Chroniken
    Das Handbuch der Inquisitoren
    Der Tod des Carlos Gardel
    Drittes Buch der Chroniken: Deutsche Erstausgabe
    Buch der Chroniken
    • In diesen kurzen, ursprünglich für eine portugiesische Tageszeitung geschriebenen Geschichten zeigt sich Lobo Antunes, der in seinen Romanen die Abgründe der menschlichen Seele erforscht, von seiner sonnigen Seite. Heitere Episoden aus der Kindheit, Spazi

      Buch der Chroniken
      5,0
    • Weise und leicht, traurig und poetisch, erbarmungslos und ironisch António Lobo Antunes ganz In 69 kleinen Geschichten, Phantasien und Reflexionen spricht der Autor von Kindheits- und Lebenserinnerungen, von Krankheit und Tod, von der Literatur und seiner Sicht auf die Welt. Er denkt über Sherlock Holmes und Virginia Woolf nach, über die Verbindung von Geld und Seele, die Harmonie der Welt, über die portugiesische Landschaft und über die Liebe.

      Drittes Buch der Chroniken: Deutsche Erstausgabe
      4,5
    • Alvaro ist ein besessener Bewunderer des argentinischen Tangosängers Carlos Gardel, unablässig lauscht er alten Aufnahmen seiner schmachtenden Stimme, zieht sich zurück in eine Welt, in die ihm keiner mehr folgen mag. Seine Familie bricht unterdessen auseinander, und als der Sohn an seiner Heroinsucht zugrunde geht, geraten alle Beteiligten in den Sog eines fatalen Kreisels aus Schuldgefühlen, Hoffnungslosigkeit und der Suche nach immer irrealeren Fluchtwelten … Intensiv und sprachgewaltig taucht der weltberühmte portugiesische Autor in die Abgründe und Alltagstragödien einer Lissabonner Familie ein und übersetzt die innere Spannung und die komplexen Bewegungen des Tangos in Literatur.

      Der Tod des Carlos Gardel
      4,1
    • Das Handbuch der Inquisitoren

      • 464 Seiten
      • 17 Lesestunden

      Antunes erzählt in seinem komplexen Roman die Geschichte eines Salazar-Ministers und seiner Familie in einer Zeit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs in Portugal

      Das Handbuch der Inquisitoren
      4,2
    • Angola zurzeit des Kolonialkriegs. Ein afrikanischer Junge ist der einzige Überlebende, als sein Dorf von portugiesischen Soldaten gebrandschatzt wird. Ausgerechnet der Mann, der seine Eltern getötet hat, nimmt den Jungen mit nach Portugal zurück, doch er wird von der Familie in Lissabon nie richtig akzeptiert. Und die Erinnerungen an den Krieg verfolgen sowohl den Vater als auch mit den Jahren zunehmend den Adoptivsohn. Als im Heimatdorf des Vaters am Fuß der Berge das alljährliche Schlachtfest stattfindet, kulminert dieses intensive, eindringliche Sprachkunstwerk über die Grauen des Krieges.

      Bis die Steine leichter sind als Wasser
      4,2
    • Anweisungen an die Krokodile

      • 448 Seiten
      • 16 Lesestunden

      Antunes hat den vielstimmigen Chor, den wir aus seinen früheren Romanen kennen, auf vier Stimmen reduziert, nämlich auf die Celinas, Fátimas, Mimis und Simones, vier Frauen, die in meist grotesk-absurder Weise an eine Verschwörergruppe gebunden sind. Aus den Stimmen dieser Erzählerinnen konstruiert Antunes die Geschichte dieser »Krokodile«, die gerade dabei sind, einen großen Coup zu landen. Alle bereiten sich auf den Tag X vor. Aber ihre jeweils eigenen Vorstellungen, Wünsche und Sehnsüchte drängen sich in den Vordergrund, der Zwang, endlich bedrückende Lasten abzuwerfen und unter unliebsame Lebensphasen einen Schlußstrich zu ziehen, kompliziert die Durchführung des Attentats. Alle Mittel sind den Terroristen recht, auch wenn die engsten Verbündeten darunter leiden, und schließlich kippt die Verschwörung in ein selbstmörderisches Chaos um. Tiefer als je zuvor dringt Antunes ein in den Haß und Selbsthaß seiner Protagonisten und in ihren Wahn, der sich immer wieder in nächtlichen Träumen verselbständigt: Wirklichkeitsverschiebung und Wahn fügen sich zu einer surrealen Gegenwelt, die mit ungeahntem bildlichen Reichtum und großer Eindruckskraft beschrieben wird.

      Anweisungen an die Krokodile
      4,1
    • Mein Name ist Legion

      • 444 Seiten
      • 16 Lesestunden

      In einem Elendsviertel von Lissabon treffen eine Jugendgang, bestehend aus Schwarzen, Farbigen und Osteuropäern, auf die Polizei, die mit der Situation überfordert ist, sowie auf die leidenden Bewohner. Der Autor fängt die sozialen Verwerfungen der globalisierten Moderne ein und verleiht den Menschen am Rande der Gesellschaft starke Stimmen. Ein kurz vor der Pensionierung stehender Polizist verfasst einen Bericht über die kriminellen Taten der Gang, während er sich an seine eigene Kindheit, seine gescheiterte Ehe und seine entfernt lebende Tochter erinnert. Allmählich kommen auch andere Stimmen aus dem Viertel zu Wort, die unter den polizeilichen Maßnahmen ebenso leiden wie unter den Übergriffen der Gang, die Tankstellen und Supermärkte überfallen und Drogen handeln. Die Mitglieder der Gang selbst äußern sich ebenfalls. Leser erleben hautnah die Wut und Verzweiflung von Menschen, die im Schatten der Gesellschaft leben, deren Leben von Konflikten zwischen Mann und Frau, Reich und Arm, Schwarz und Weiß geprägt ist. Der Autor thematisiert Migration, Entfremdung und den Zusammenprall verschiedener Kulturen und findet eindringliche, poetische Stimmen für die Zukurzgekommenen, die überall durch das Raster fallen, nicht nur in Portugal.

      Mein Name ist Legion
      3,5
    • Portugals strahlende Größe

      Roman

      • 448 Seiten
      • 16 Lesestunden

      Es ist Weihnachten, und Carlos hat seine Geschwister und seine Mutter in die winzige Wohnung in einem armen Vorortviertel Lissabons eingeladen, sie haben sich fünfzehn Jahre nicht gesehen. Doch der Sekt wird warm, keiner kommt, sie waren nie eine glückliche Familie. Als Kolonialisten lebten sie schon in Angola mehr schlecht als recht; der Vater Amadeu war ein Säufer, die Mutter Isilda eine Mätresse. Und die Kinder? Carlos ist Mischling, Resultat einer Affäre des Vaters, Rui ist geistig behindert, Clarisse verkauft ihren Körper. Der Bürgerkrieg hat sie aus Afrika verscheucht, aber Schuld, Gewalt und Hass tränken ihre Erinnerungen und treiben sie in den Untergang - auch wenn ihre Nationalhymne stets „Portugals strahlende Größe“ beschwört ...

      Portugals strahlende Größe
      3,9
    • Was bleibt vom Leben, wenn man alles verloren hat? Eine Frau Anfang fünfzig fährt für ein Wochenende an den Strand. Das Ferienhaus ihrer Familie, an der Atlantikküste nördlich von Lissabon gelegen, ist verkauft worden, und sie möchte Abschied nehmen, ihren Erinnerungen an die Kindheit, an die gemeinsamen Sommer dort nachhängen. Doch die Vergangenheit bricht regelrecht über sie herein, und der Kurzurlaub gerät ihr zur Abrechnung über ihr Leben, zur Rückschau auf das ganze Drama ihrer Existenz. In diesen drei Tagen weichen ihre Erinnerungen an die glücklichen Zeiten der Kindheit einem immer bedrohlicheren Strudel der Verzweiflung …

      Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben
      3,8
    • Der einfache Soldat, der Funkoffizier, der Leutnant, der Oberstleutnant und der Hauptmann erzählen von der gewalttätigen Vergangenheit Portugals. Mit nahezu wollüstiger Boshaftigkeit beschwört Antunes die von Kriegstrauma, Sexual- und Minderwertigkeitskomplexen beherrschte Welt dieser Antihelden.

      Fado Alexandrino
      4,1
    • Die natürliche Ordnung der Dinge

      • 349 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Ein tollkühnes Stück Literatur über ein Land, in dem Fliegenlernen leichter zu sein scheint als Überleben. Ein älterer Mann erzählt seiner jungen Geliebten nachts von seiner Kindheit. Für sie ist er eher lästig und nur »der, der bei mir schläft«. Aus seiner Geschichte, die von anderen Erzählern ergänzt wird, entwickelt sich ein grotesk-surreales Familienepos, das mehrere Generationen umspannt und die gar nicht natürliche Geschichte Portugals seit den Fünfzigern einfängt. Einer der wichtigsten europäischen Autoren der Gegenwart erzählt von einem Leben voll Düsternis und Verzweiflung, aber auch voll Komik und Zärtlichkeit.

      Die natürliche Ordnung der Dinge
      4,0
    • Der neue Roman des Weltliteraten aus Portugal ist ein Glanzstück der polyphonen Stimmenführung. Alle Mieter eines ganz normalen Wohnhauses in Lissabon kommen hier zu Wort, erzählen aus ihrem Leben, von ihrer Vergangenheit, ihren Sehnsüchten und Ängsten. Sie kommen aus Portugal, Afrika oder der Ukraine, sie sind jung oder alt, einsam oder krank oder wütend, und sie wissen wenig voneinander. Was sie eint, ist die verzweifelte Suche nach Sinn, nach Wärme, nach Liebe.

      Ich gehe wie ein Haus in Flammen
      2,0
    • In einem illusionslosen Monolog erzählt ein Halbbetrunkener in einer Bar in Lissabon vom blutigen Angolakrieg unter Salazar und den traumatischen Folgen für jene, die dieser Hölle entronnen sind

      Der Judaskuss
      4,0
    • In diesem autobiographischen Roman erzählt António Lobo Antunes, wie es ihm nach der Rückkehr aus dem Krieg in Angola erging. Dort hatte er als Militärarzt über zwei Jahre lang schlimmstes Leid und Elend gesehen, junge Männer, die inmitten von Schlamm, Gestank und Dreck dem Tod und der Hoffnungslosigkeit ausgeliefert waren – und doch hat ihn nichts darauf vorbereitet, was er nun als Psychiater in der Lissabonner Nervenheilanstalt Miguel Bombarda erlebt. Erst hier bietet sich ihm ein »Einblick in die Hölle«.

      Einblick in die Hölle
      3,4
    • „Guten Abend ihr Dinge hier unten“ ist nichts Geringeres als ein Porträt Angolas in den letzten vierzig Jahren, von der Kolonialzeit unter portugiesischer Herrschaft und ihrem Ende in einem blutigen Bürgerkrieg bis zu Korruption und Gewalt in der Gegenwart. Zu Wort kommen die Schwachen, die Betrogenen, die Verlassenen …

      Guten Abend ihr Dinge hier unten
      3,0
    • Kommission der Tränen

      Roman

      • 384 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Im Werk des weltberühmten Schriftstellers Lobo Antunes haben die Kolonialkriege seines portugiesischen Heimatlandes schon immer einen festen Platz. Nun geht er einen Schritt weiter und schreibt über das postkoloniale Angola, über die Zeit nach der Befreiung von der portugiesischen Herrschaft, als die damalige kommunistische Regierung auf brutale Weise gegen Oppositionelle in den eigenen Reihen vorging. Und es wäre kein Roman von Lobo Antunes, dem Meister der Polyphonie, wenn es nicht viele widerstreitende, melodische und rhythmisch sich abwechselnde Stimmen wären, die von der »Kommission der Tränen« und ihren fatalen Folgen erzählen und davon, wie ein Land seine Unschuld verlor.

      Kommission der Tränen
      2,7
    • Der neue Roman des weltberühmten Schriftstellers beschwört eine Nacht herauf, in der niemand schläft – eine Nacht, in der alles möglich ist, eine Nacht voller Stimmen und voller Einsamkeit. Nachts träumen die Menschen ihre Geschichten. Die Dämonen werden übermächtig, die Ängste unbezwingbar, die Sehnsüchte riesengroß. In der Nacht, um die Lobo Antunes’ neuer Roman kreist, liegen die Menschen wach, in Lissabon, Évora und Estremoz, und denken über ihr Leben nach oder das, was sie dafür halten. Ihre Stimmen verbinden sich zu einer geheimnisvollen Geschichte, erzählen von leidenschaftlicher Liebe und grausamen Taten, erzählen von Portugal und von unserer Zeit. Zwei Ehepaare, eine Tochter, Verwandte und Kollegen, Kriminalpolizisten – sie alle sind in eine Geschichte verstrickt, in der es um Betrug, Verrat und Verschweigen geht, vielleicht sogar um Mord. Und neben ihrer jeweils eigenen Version erzählen sie auch von sich, von ihren Kindheitserinnerungen, ihren Versehrungen und unerfüllten Träumen. So setzt sich allmählich ein schillerndes Mosaik zusammen, das die stille Nacht der Einsamkeit jedes Einzelnen und die Nacht eines Landes zeigt, im Grunde die Nacht in uns allen.

      Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen
      3,8
    • Ein Landgut in Trafaria, südlich von Lissabon, wird über ein halbes Jahrhundert von drei Generationen einer portugiesischen Familie geprägt, die unter der tyrannischen Herrschaft des patriarchalischen Großvaters leidet. Der Roman beginnt mit seiner Beerdigung, einem Mann, der das Gut mit Kälte, Rücksichtslosigkeit und Gewalt zu wirtschaftlichem Erfolg geführt hat. Seine gefühllose Gier, sowohl materiell als auch sexuell, prägt ihn bis ins hohe Alter. Er nimmt sich, was er will, unterdrückt und betrügt seine Frau und verachtet seine Familie, die er als schwach erachtet. Zusammen mit seinem gefürchteten Verwalter und dem Priester herrscht er mit harter Hand über das Gut und seine Bewohner, während der Verfall des Anwesens unaufhaltsam voranschreitet. Der Wendepunkt kommt, als sein jüngster Enkel auf das Erbe verzichtet und versucht, seinen Bruder zu retten, wodurch der Teufelskreis aus Unterdrückung und Angst durchbrochen wird. Die Erzählung thematisiert archaische Gewalt und reflektiert den Aufstieg und Niedergang des Landes sowie die Suche nach Liebe und menschlicher Wärme in einer grausamen Welt, in der selbst Gott den Menschen nicht mehr helfen kann.

      Der Archipel der Schlaflosigkeit
      2,7
    • Leben, auf Papier beschrieben

      Briefe aus dem Krieg

      António Lobo Antunes schrieb fast täglich an seine Frau, während er in den siebziger Jahren in Angola stationiert war. Die Veröffentlichung dieser Briefe erfüllt den letzten Willen seiner Frau und bietet ein persönliches Zeitdokument. Lobo Antunes’ Nachrichten aus dem Kolonialkrieg, ergänzt durch Faksimiles und Fotos, fungieren als Tagebuch, Literatur, Kriegsbericht und Liebesgeschichte. Der portugiesische Kolonialkrieg in Angola, den er über zwei Jahre hautnah erlebte, war für ihn eine traumatische Erfahrung, die sein literarisches Schaffen prägte. In diesen Briefen hören wir zum ersten Mal seine unverfälschte, private Stimme aus dieser Zeit. Von Januar 1971 bis März 1973 war er als Militärarzt in Angola und schrieb, abgesehen von wenigen Unterbrechungen, fast täglich an seine Frau, die er 1966 kennengelernt und 1970 geheiratet hatte. Mit 28 Jahren, isoliert von seiner Heimat und seinen Lieben, plante er die Zukunft, berichtete von familiären Ereignissen und äußerte seine Liebe. Zudem schickte er Wunschlisten für Tabak, Essen und Bücher, zitierte Literatur, diskutierte Theater und schilderte das Leben der Bevölkerung in Angola sowie die Schrecken des Krieges. Seine Töchter, Maria José und Joana, haben den Wunsch ihrer Mutter erfüllt, die Briefe zu veröffentlichen und nennen es »Das Buch der Liebe unserer Eltern«. Es ist ein einzigartiges Dokument eines großartigen Schriftstellers.

      Leben, auf Papier beschrieben
      2,0
    • Portugal, Ende der achtziger Jahre. Als ein Bombenleger verhaftet wird, setzt man einen Ermittlungsrichter auf ihn an, der den Mann namens Antunes noch aus der Kindheit kennt. Doch das Verhör zwischen Richter und Angeklagtem läuft aus dem Ruder, bald weiß niemand mehr, wer wem die Fragen stellt.

      Die Leidenschaften der Seele
      3,2
    • Zu Lebzeiten war Carlos eine tragischschillernde Figur und hat als Drag Queen die Lissabonner Nachtclubszene beherrscht. Zu seinem furiosen, vielgestaltigen neuen Roman ließ sich Lobo Antunes von einer realen Figur inspirieren. Er geht den Selbstzweifeln und Verirrungen eines Mannes nach, mischt dessen Geschichte mit den Stimmen seiner Freunde, seines Sohnes in einem farbenprächtigen Kaleidoskop, das stets neue Bilder eines maßlosen Lebens erstehen lässt. Das Schicksal des berühmtesten Transvestiten Portugals – ein schillernder Roman um den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Identität.

      Was werd ich tun, wenn alles brennt?
      3,8
    • Die Rückkehr der Karavellen

      • 285 Seiten
      • 10 Lesestunden

      In Lissabon rasen Pferdekarren und Autos aneinander vorbei, während Öltanker und Karavellen vor Anker liegen. Die großen Seefahrer der Frühen Neuzeit mischen sich mit neugierigen Touristen in den engen Gassen der Altstadt. António Lobo Antunes präsentiert in diesem karnevalesken Roman den portugiesischen Nationalmythos neu und etabliert sich international. Die Legende von König Sebastian, der seit 1578 als tot geglaubt wird, wird aufgegriffen. Das fromme portugiesische Volk wartet noch immer auf seine Rückkehr. Antunes lässt bedeutende Entdeckungsreisende wie Pedro Alves Cabral, Vasco da Gama und Luís de Camões erneut den Atlantik überqueren, während sie zwischen modernen Öltankern und Flugzeugträgern nach Lissabon steuern. Cabral landet im Rotlichtviertel, Gama verdient seinen Lebensunterhalt mit kleinen Gaunereien, und Camões beginnt seine Lusiaden auf einem Kellnerschreibtisch. Diese Männer diskutieren mit den Menschen von heute über die Entwicklung der Neuen Welten. Antunes schafft eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, indem er mal tropisch und barock, mal lapidar und sarkastisch erzählt, während er ironische und komische Akzente setzt.

      Die Rückkehr der Karavellen
      3,7
    • Er ist Psychiater in Lissabon, und er hasst sein Leben. Einen Tag lang versammelt er all die Dämonen, die ihn bedrängen: die Arbeit in der Irrenanstalt Miguel Bombarda, sinnlos und menschenunwürdig; die Erinnerungen an die Familie, ein Paradebeispiel der portugiesischen Bourgeoisie samt ihrem zuckersüßen und repressiven Katholizismus; sein qualvolles Scheitern als Ehemann und Vater; die Erfahrung im Krieg in Angola. Am Ende wird klar, dass es für diesen Mann nur einen Weg geben kann, den Kontakt mit der Welt zu halten: das Schreiben.

      Elefantengedächtnis
      3,3
    • Die bitterböse Demontage einer Familie. Lissabon 1975, nach der Nelkenrevolution: Der Patriarch einer großbürgerlichen, weitverzweigten Familie liegt im Sterben, und die Familienmitglieder eilen herbei, um sich auf das Erbe zu stürzen, das der Alte jedoch schon längst durchgebracht hat. Eine witzige Satire auf Dummheit, Lüge und Gier, ein virtuoses Sprachfeuerwerk, eine Familiengeschichte voller Hass, Gemeiheit - und Liebe.

      Reigen der Verdammten
      3,2
    • Am anderen Ufer des Meeres

      Roman

      • 448 Seiten
      • 16 Lesestunden

      Ein meisterhafter Roman von António Lobo Antunes über Erinnerungen, Rassismus und die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Er beleuchtet den portugiesischen Kolonialkrieg in Angola durch die Perspektiven eines Soldaten, eines Bezirksverwalters und der Tochter eines Plantagenbesitzers, die alle mit ihrer Vergangenheit ringen.

      Am anderen Ufer des Meeres
    • Der Weltliterat António Lobo Antunes wird 80 Jahre alt. Sein neuer Roman ist ein geniales Sprachkunstwerk - eine Reise ins Unbewusste von fünf Männern, die durch ein grausames Verbrechen vereint sind. Ein Geschäftsmann wurde ermordet und sein Körper in Schwefelsäure aufgelöst, um jeden Beweis zu eliminieren. Zu ihrer Verteidigung wiederholen die fünf Angeklagten immer wieder: »Keine Leiche, kein Verbrechen.« Der Autor dringt ins intimste Innere der Verdächtigen vor, er öffnet die Türen zu ihren Kindheitserinnerungen und Traumata, schält allmählich ihre Persönlichkeiten heraus und enthüllt, wie und warum das Verbrechen geschah. Inspiriert von einer wahren Begebenheit, entwirft Lobo Antunes mit seiner unvergleichlichen Sprachkunst die Stimmen von fünf menschlichen Monstern.

      Die letzte Tür vor der Nacht
    • Ein sprachgewaltiger Roman über die sogenannte feine Gesellschaft Portugals zurzeit des Diktators Salazar: Die besseren Familien Portugals residieren in Cascais, einem westlich von Lissabon gelegenen Badeort, insbesondere in der Quinta da Marinha, wo man den Atlantik rauschen hört und die Dünen hinter den Pinien sieht. Hier spielt sich das gesellschaftliche Leben ab, hier wohnt man in herrschaftlichen Villen. Da gibt es den „Senhor Doutor“, einen reichen Unternehmer und Vertrauten des Diktators Salazar, der sich mit Härte und Lieblosigkeit aus einfachen Verhältnissen nach oben gekämpft hat. Seine Frau lebt zurückgezogen im obersten Stock, die Tochter des Hauses, „Senhora“ genannt, wurde vom Butler gezeugt und verbringt ihre Tage damit, ihr Hündchen zu streicheln und Bücher zu lesen, die ihr eine Buchhändlerin aus dem Ort vorbeibringt. Und dann gibt es noch eine junge Fadosängerin, deren Gefühle nicht erwidert werden …

      Vom Wesen der Götter
    • In seinem zweiundzwanzigsten Roman taucht António Lobo Antunes in den Alentejo ein, das Herzstück Portugals. Hier singen die Bauern vom Meer, das sie nie gesehen haben, während eine Großgrundbesitzerfamilie, die seit Generationen Stiere für den Kampf züchtet, am Rande des Ruins steht. Dona Maria José Natércia liegt auf ihrem Landgut im Sterben. Ehemals florierend, hat die Spielsucht ihres verstorbenen Mannes die Familie in den Abgrund gestürzt. Die Kinder verfolgen eigene Wege: Beatriz, die früh schwanger wurde, heiratete aus Zwang; Anna, einst die Intelligenteste, stiehlt zur Finanzierung ihrer Drogensucht; João, der homosexuelle Liebling der Mutter, treibt sich in Lissabon herum; und Francisco, der seine Geschwister verachtet, plant, den Familienbesitz an sich zu reißen. Auch die verstorbene Rita und der tote Vater finden Gehör in diesem faszinierenden Wechselgesang, der Lebende und Tote vereint. Nur Mercília, das Dienstmädchen, das die Kinder großzog und ihre Geheimnisse kennt, sticht hervor. Sie wird von allen geliebt, da sie die Kälte der Eltern milderte. Am Ende verlässt sie jedoch allein auf zwei Krücken den Hof und steigt in einen Bus ein.

      Welche Pferde sind das, die da werfen ihren Schatten aufs Meer?
    • Vom Sprachmagier der Weltliteratur: wie grausam ist es, vergeblich zu lieben. Diese verzweigte Familiengeschichte aus Lissabon lässt alle Mitglieder zu Wort kommen, um ihre Version eines lange vertuschten Skandals zu erzählen. Fünfzig Jahre lang traf sich der Vater heimlich mit seiner Jugendliebe in einem Stundenhotel, wo er schließlich auch starb. Obwohl alle es wussten, wurde nie darüber gesprochen, und jeder litt auf seine Weise. Ein alter Mann blättert im Familienalbum und rekonstruiert sein Leben anhand der Fotografien: der verschwundene Vater, der Vetter mit seinen vergeblichen Avancen, die Hochzeit mit einer ungeliebten Frau und der Umzug in eine Stadtwohnung, die der Patin seiner Mutter gehörte. Dort lebte eine unscheinbare Näherin, die er ins Altenheim schickte, obwohl sie die Tochter der Patin war. Allmählich mischen sich die Stimmen seiner Frau, seiner beiden Töchter und des Schwiegersohns in seine Erinnerungen. Langsam enthüllt sich das große Geheimnis: die wöchentlichen Treffen mit seiner Jugendliebe, die einstige Liebe, die Trennung und das zufällige Wiedersehen. António Lobo Antunes zeigt in seinem polyphonen, assoziationsreichen und bildergesättigten Roman, was unerfüllte Sehnsucht in Mann und Frau, Eltern und Kindern bewirken kann und wie grausam es ist, vergeblich zu lieben.

      Einen Stein werd ich lieben
    • Portugal nach fünfzig Jahren Diktatur: Rui S., missratener Sohn einer wohlhabenden Familie, findet keinen Platz für sich in diesem Land, weder bei den Reichen noch bei den Armen, weder bei den Intellektuellen noch bei den Kommunisten. Lobo Antunes’ bissiger und zugleich todtrauriger Roman erzählt mit verschiedenen Stimmen das Leben eines Gescheiterten, die Chronik eines Selbstmörders.

      Die Vögel kommen zurück
    • Clara ist sich sicher: Ihr Vater hat sie nie geliebt. Doch als er dann nach einem Herzinfarkt todkrank im Krankenhaus liegt, zieht sie sich heimlich auf den Dachboden zurück und stöbert in seinen alten Sachen, um ihm ein letztes Mal nahe zu kommen. Sie findet eine Truhe, die dem Vater gehört, angefüllt mit Erinnerungsstücken, Fotos, kleinen Zettelchen und kitschigen Figürchen. Langsam nähert sie sich der Familiengeschichte, die ja auch ihre eigene ist.

      Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht
    • Am Ende ihres Lebens sieht sich eine zurückgezogen lebende Theaterschauspielerin mit einer unheilbaren Krankheit konfrontiert, die ihr Gedächtnis beeinträchtigt. Es wird immer schwerer für sie, sich an bestimmte Ereignisse in ihrem Leben zu erinnern, und nicht nur das, manchmal fällt ihr der eigene Name nicht mehr ein. Sie hat die Stimmen so vieler verschiedener Charaktere angenommen, so viel erlebt, und jetzt scheint sich ihre Identität aufzulösen, in ihrem Inneren verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart. Wo ist die Grenze zwischen den anderen und ihrer eigenen Stimme, wer ist sie selbst?

      Für jene, die im Dunkeln sitzt und auf mich wartet
    • «Na Balada da Praia dos Cães, oferece-nos uma obra-prima mas, como nos seus restantes livros, torna-se necessário um paladar exigente a fim de compreender isso. Para falar do romance precisava de muita conversa, e prefiro que seja o leitor a entendê-lo e a dar-se conta, por si, das subtilezas, alçapões e achados desta prosa com vários níveis de leitura e compreensão. Como tudo o que José Cardoso Pires nos deixou. Por favor, leiam-no: é uma imensa prenda que darão a vós mesmos.» Do Prefácio de António Lobo Antunes

      Balada da Praia dos Cães
      3,7
    • Návrat karavel

      • 231 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Lisabon, 70. léta dvacátého století: v duchu magického realismu ožívají velké postavy portugalských mořeplavců a kolonistů: Luís de Camões, Vasco da Gama, Pedro Álvares Cabral a ostatní, dnes již zapomenutí hrdinové portugalské historie. Postavy mořeplavců bloudí po proměněném a jim neznámém Lisabonu a očekávají návrat lodí ze zámořských výprav a obnovení slávy kdysi mocného Portugalska. Nostalgická i kritická připomínka kdysi slavné koloniální doby od jednoho z nejznámějších současných portugalských spisovatelů. Za kritické zpodobnění Portugalska jako koloniální mocnosti a nedotknutelných hrdinů-mořeplavců se v době vydání románu snesla na jeho hlavu vlna kritiky.

      Návrat karavel
      3,4
    • De glans en pracht van Portugal

      • 463 Seiten
      • 17 Lesestunden

      Enkele leden van een Portugese plantersfamilie verhalen over hun ervaringen in Angola en Portugal.

      De glans en pracht van Portugal