Die Psychoanalyse wurde ursprünglich als Therapie körperlich-seelischer Erkrankungen konzipiert. Dennoch scheint es, als habe sie ihren Einfluss weniger in der Seelenheilkunde als in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften geltend machen können. Dieser Profile-Band richtet sein Augenmerk daher vor allem auf die Konsequenzen Freuds und seiner Nachfolger für die Kultur und Wissenschaft des 20. Jahrhunderts.
Ilka Quindeau Bücher






Wie wird man heterosexuell?
- 46 Seiten
- 2 Lesestunden
In biologistischer Sichtweise werden Geschlecht und Sexualität miteinander verknüpft. Es gibt männliche und weibliche Sexualität, egal ob homo oder hetero. Ilka Quindeau stellt diese Festlegungen in einem originellen Rückgriff auf Freud in Frage. Sie entwickelt ein Konzept von Bisexualität, die nicht nur in der Richtung des Begehrens offen ist, sondern auch im eigenen Empfinden nicht auf 'männlich' oder 'weiblich' festgelegt ist. Lustempfinden und Begehren sind demnach nicht einseitig im Körper verwurzelt, sondern bilden sich als Antwort, als Reaktion auf das heraus, was ihm von außen Befriedigung bereitet.
Freud und das Sexuelle
Neue psychoanalytische und sexualwissenschaftliche Perspektiven
Vor 100 Jahren, 1905, erschien das einflussreichste sexualwissenschaftliche Werk des 20. Jahrhunderts: Sigmund Freuds »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie «. Neben der »Traumdeutung« ist es das berühmteste Werk der Psychoanalyse. Freud sah im Sexuellen die zentrale Antriebskraft menschlicher Tätigkeit und gab so dem »sexuellen Zeitalter« eine Theorie. Und er thematisierte zwei zentrale Tabus seiner Zeit: die kindliche Sexualität und das Perverse.
Kindliche Sexualitat
- 224 Seiten
- 8 Lesestunden
Existenz und Formen kindlicher Sexualität stellen bis heute ein äußerst kontrovers diskutiertes Thema dar. Aus den Perspektiven von Erziehungs- und Sozialwissenschaft, Kindheitsforschung und Psychoanalyse beleuchtet der Band in einem ersten Teil die jeweiligen Konzeptualisierungen der kindlichen Sexualität bzw. Leerstellen in den verschiedenen Diskursen und diskutiert die Frage, welche Rolle die Sexualität in der psychischen und sozialen Entwicklung des Kindes spielt. In einem zweiten Teil wird danach gefragt, welche Konsequenzen dies für Erziehungs- und Bildungsprozesse besitzt.
Männlichkeiten
- 285 Seiten
- 10 Lesestunden
Der innovative Ansatz dieses Buches liegt in der Darstellung von Falldarstellungen durch ein männliches und ein weibliches Therapeuten-Tandem. Dies verdeutlicht die Bedeutung des Geschlechts bei der Behandlung von Jungen und Männern. Viele Therapeuten haben sich nie mit der Frage auseinandergesetzt, welche Rolle ihr Geschlecht im therapeutischen Kontext spielt. Geschlecht ist ein zentraler Aspekt der Wahrnehmung, und viele Patienten haben Schwierigkeiten, sich auf einen männlichen oder weiblichen Therapeuten einzulassen. Die Falldarstellungen beleuchten die bewussten und unbewussten Bedeutungen des Geschlechts im Therapieprozess. Diese reflektierende Auseinandersetzung erweist sich als hilfreich in der täglichen Arbeit mit Patienten, indem sie auf festgefahrene und einschränkende Vorstellungen hinweist. Das Buch enthält je fünf Fallgeschichten von erwachsenen Männern und Jungen als Patienten. Jede Fallgeschichte wird von einem Therapeuten des anderen Geschlechts kommentiert und anschließend von beiden diskutiert. Mit Fallgeschichten, Kommentaren und Diskussionen von verschiedenen Therapeuten bietet es einen tiefen Einblick in die geschlechtsspezifischen Dynamiken in der Therapie.
Arnoldshainer Interkulturelle Diskurse - 1: Vom Wahn und vom Sinn
Krankheitskonzepte in der multikulturellen Gesellschaft
- 151 Seiten
- 6 Lesestunden
Seit Beginn gilt das Sexuelle als Schlüsselbegriff der Psychoanalyse und ist nach wie vor von zentraler Bedeutung für jede therapeutische Beziehung. Ausgehend von Freuds Drei Abhandlungen stellt Quindeau die Grundlagen der psychoanalytischen Sexualtheorie dar und diskutiert folgende Fragen: Wie kommt die Lust in den Körper und was versteht man heute unter männlicher und weiblicher Sexualität? Ist die Unterscheidung von Hetero- und Homosexualität überhaupt sinnvoll? Wie kann in Therapien über Sexualität gesprochen werden und wie kann man sexuelle Störungen verstehen und behandeln? Das Buch vermittelt Grundlagenwissen und lädt dazu ein, die eigenen Ansichten zu hinterfragen und sie in Auseinandersetzung mit dem psychoanalytischen Theoriebestand zu konturieren.

