Siri Hustvedt, geboren 1955 in Minnesota, studierte Literatur an der Columbia University und promovierte über Charles Dickens. Sie hat sieben Romane veröffentlicht, darunter den international erfolgreichen „Was ich liebte“. Zuletzt erschienen „Die gleißende Welt“ und „Damals“. Neben ihrer Romantätigkeit ist sie auch eine angesehene Essayistin, mit mehreren Essaybänden bei Rowohlt, darunter „Nicht hier, nicht dort“ und „Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen“. Uli Aumüller ist eine erfahrene Übersetzerin, die Werke von Siri Hustvedt, Jeffrey Eugenides und anderen großen Autoren ins Deutsche überträgt. Für ihre Übersetzungen wurde sie mit dem Paul-Celan-Preis und dem Jane-Scatcherd-Preis ausgezeichnet. Erica Fischer, in England als Tochter von Emigranten geboren, kehrte 1948 nach Wien zurück, wo sie Sprachen studierte und eine der Gründerinnen der österreichischen Frauenbewegung wurde. Als Journalistin und freie Schriftstellerin lebt sie heute in Berlin. Ihr Bestseller „Aimée & Jaguar“ wurde in zwanzig Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen „Himmelstraße“ und „Mein Erzengel“. Grete Osterwald, geboren 1947, arbeitet als freie Übersetzerin in Frankfurt am Main und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Jane Scatcherd-Preis. Sie hat Werke von Autoren wie Siri Hustvedt und Jeffrey Eugenides übersetzt.
Grete Osterwald Bücher





Das berühmte Standardwerk von Simone de Beauvoir. Die universelle Standortbestimmung der Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit von männlicher Vorherrschaft ausgebrochen ist, hat nichts an Gültigkeit eingebüßt. Die Scharfsichtigkeit der grundlegenden Analyse tritt in der Neuübersetzung noch deutlicher hervor.
Amerikanische Erfindungen
- 208 Seiten
- 8 Lesestunden
Die Erzählungen der kanadisch-amerikanischen Autorin Rivka Galchen, «Amerikanische Erfindungen» verbinden Psychologie, Philosophie und Naturwissenschaften und führen ihre Protagonisten wie Leser immer wieder auf neues Terrain. So geht es, wenn man lernt, der eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen. In einer dieser blühend phantasievollen Storys laufen einer Frau ihre Möbel davon. In einer anderen nimmt die Erzählerin eine Bestellung für Knoblauch-Huhn entgegen, ohne dem hungrigen Anrufer zu sagen, dass sie gar keine Imbiss-Bude ist. In einer dritten Erzählung geht es um Ehe, Beziehung und Einsamkeit. Eine Frau ignoriert beharrlich, dass ihr Mann einen Blog mit dem Namen Ich-hasse-meine-Frau-Dot-Blogspot-Dot-Com betreibt. All diese Storys, die zunächst so tun, als entstammten sie unserem realistischen Alltag, öffnen jählings verborgene Pforten in Schicksale und Welten, die uns nicht so vertraut sind. Ob die davonlaufenden Möbel, die Mysterien des Tunguska-Ereignisses, ein durch Geräusche sprechendes Haus oder die Finessen des Zeitreisens – das Phantasierte und das Erlebte, das Banale und das Erhabene sind in Galchens Welt nur durch eine zart irisierende Wahrnehmung getrennt. Wundersames geschieht, und zugleich stehen die Storys in geheimem Austausch mit kanonischen Erzählungen der Weltliteratur, von Gogols «Nase» über Keats «Ode an eine griechische Urne» bis hin zu Borges' «Aleph».
Brüderlichkeit und Gewalt
- 90 Seiten
- 4 Lesestunden
Mathilda Savitch ist nicht gerade ängstlich. Sie zieht es vor, sich direkt den Dingen zu stellen, die andere nicht einmal zur Sprache bringen können. Etwa der Tatsache, dass ihre geliebte ältere Schwester tot ist, vor einen Zug gestoßen wurde von einem Mann, der nie gefasst wurde. Dennoch ist sie trotz aller Bemühungen auch ein Jahr später keinen Schritt weiter gekommen, kennt die Wahrheit über den Tod Helenes noch immer nicht. Dann aber gelingt es ihr, das E-Mail-Passwort der Schwester zu knacken, und vor ihr öffnet sich deren geheimes Leben. Seltsame Gefühle, zahllose Liebesaffären, merkwürdige Motive enthüllen sich ihr da, und um die Dinge voranzutreiben, verschickt Mathilda Mails im Namen ihrer toten Schwester. Denn irgendwo in diesem Gewirr der Beziehungen und Gefühle muss auch der Schlüssel dafür liegen, um ihre Familie aus ihrer Schockstarre zu erwecken. Schließlich macht sich Mathilda auf den Weg zu Helenes letztem Geliebtem, der noch gar nichts von ihrem Schicksal weiß. Sie muss sehen, was ihre Schwester gesehen hat, wissen, was Helene wusste, auch wenn sie dabei sehr viel riskiert. Die 13-jährige Mathilda Savitch ist eine hinreißende Figur, klug, anrührend, zartfühlend und bissig, frühreif und komisch, und Victor Lodatos erster Roman furios und spannend, ein außergewöhnliches Debüt.