Die Wechselwirkungen zwischen Musik und Literatur seit dem 18. Jahrhundert werden in diesem facettenreichen Werk von Dieter Borchmeyer ausführlich untersucht. Besonders im Fokus steht die Oper als musikalisch-poetische Hybridform, die maßgeblich von Komponisten wie Mozart und späteren Autoren wie Goethe, Wagner und Thomas Mann geprägt wurde. Borchmeyer beleuchtet, wie diese gegenseitigen Bezüge die Wahrnehmung und Entwicklung beider Kunstformen nachhaltig beeinflussten.
Werk und Zeit | Die erste umfassende Monographie zum Werk des Nobelpreisträgers
Dieter Borchmeyer bietet in dieser Monografie eine umfassende Analyse von Thomas Manns Werk und Leben. Er beleuchtet Manns politische Wandlungen und deren Spiegelung in seinen Erzählungen und Essays, und stellt Verbindungen zu sozialen, ästhetischen und literarischen Traditionen her. Mann wird als bedeutender politischer Autor präsentiert.
Der Band 6 der Faust-Jahrbuch-Reihe widmet sich umfassend dem Thema "Goethes Faust" und beleuchtet verschiedene Aspekte des Werkes. In zahlreichen Beiträgen werden sowohl literarische als auch historische und philosophische Perspektiven untersucht. Die Autorinnen und Autoren analysieren die komplexen Charaktere, zentrale Themen und die kulturelle Bedeutung des Werkes. Zudem wird die Relevanz von Goethes Faust in der heutigen Zeit diskutiert, was den Band zu einer wertvollen Ressource für Literaturwissenschaftler und Interessierte macht.
Dieter Borchmeyers große Erzählung von uns Deutschen: Spiegelbild und Wegweiser zugleichDie Frage «Was ist deutsch?» ist ihrerseits typisch deutsch – keine andere Nation hat so sehr um die eigene Identität gerungen und tut es bis heute. Wie vielfältig und faszinierend die Antworten auf diese Frage im Lauf der Jahrhunderte ausfielen, das zeigt Dieter Borchmeyer: Von Goethe über Wagner bis zu Thomas Mann schildert er, wie der Begriff des Deutschen sich wandelte und immer wieder neue Identitäten hervorbrachte. Er erzählt von einem Land zwischen Weltbürgertum und nationaler Überheblichkeit, vom deutschen Judentum, das unsere Auffassung des Deutschen wesentlich mitgeprägt hat, von der Karriere der Nationalhymne und der deutschesten aller Sehnsüchte: der nach dem Süden. Borchmeyer erklärt, wie gerade die deutsche Provinz – etwa Weimar und Bayreuth – Weltkultur schaffen konnte und was es für Deutschland bedeutet, sich entweder als Staats- oder als Kulturnation zu verstehen.Dieter Borchmeyer zeichnet ein facettenreiches und eindrückliches Bild des deutschen Nationalcharakters. In einer Zeit der Umbrüche, in der Deutschland wieder einmal seine Rolle sucht, ist diese große Geschichte der deutschen Selbstsuche Spiegelbild und Wegweiser zugleich.
Thomas Mann und die Bayerische Akademie der Schönen Künste
99 Seiten
4 Lesestunden
Zu Thomas Manns schwierigem Verhältnis zu seiner zweiten Heimatstadt München. Am 23. Juli 1949 notierte Thomas Mann zu seiner Abreise von Zürich nach Deutschland: »Gefühl, als ob es in den Krieg ginge«. In Frankfurt und Weimar nahm er jeweils einen Goethepreis entgegen; die Bayerische Akademie der Schönen Künste gab ihrem Mitglied zu Ehren einen Empfang. Für den amerikanischen Staatsbürger und deutschen Dichter war die Stadt München das eigentliche und am meisten problematische Ziel seines ersten Deutschlandbesuchs nach sechzehn Jahren. Albert von Schirnding untersucht das komplizierte Verhältnis Thomas Manns zur Bayerischen Akademie. Seine keineswegs selbstverständliche Mitgliedschaft hat eine spannungsreiche Vorgeschichte und ein tragikomisches, bisher völlig unbekanntes Nachspiel, das um ein Haar zu seinem Ausschluss aus der Akademie geführt hätte. Dieser Skandal - eine erneute Ausweisung Thomas Manns aus München - konnte durch seine Freunde und Verteidiger gerade noch verhindert werden.
Gertrud Fussenegger (1912-2009) gehört zu den nach wie vor meistgelesenen Autoren der österreichischen Literatur. Trotzdem wurde ihr Werk von der Literaturwissenschaft weithin vernachlässigt und in seinem Rang bisher nicht angemessen gewürdigt. Rainer Hackel legt mit seiner Monographie die erste wissenschaftlich fundierte Untersuchung über das Werk der großen Erzählerin vor.„Rainer Hackel betritt mit seiner fesselnden Monographie über die epischen Hauptwerke der großen österreichischen Autorin quasi Neuland. Es ist die erste wissenschaftlich fundierte Untersuchung über das erzählerische Oeuvre einer Autorin, deren eigentliche Wirkungsgeschichte erst der Zukunft angehört.“ (Dieter Borchmeyer)
Ende 1868 treffen Nietzsche und Wagner erstmals zusammen; ein halbes Jahr später, Pfingsten 1869, besucht Nietzsche Richard Wagner und Cosima von Bülow in deren Haus in Tribschen bei Luzern. Dies ist der Beginn einer intimen Freundschaft – und eine der kulturhistorisch bedeutsamsten Dreierkonstellationen. Zwischen den beiden Männern entwickelt sich fast eine Vater-Sohn-Beziehung, bis sich in den Jahren 1874 / 75 eine zunehmende Distanz abzeichnet; mit dem Erscheinen von Menschliches, Allzumenschliches kommt es zur schroffen Gegnerschaft, die in Nietzsches Wagner-Polemiken gipfelt. Die Entzweiung mit Nietzsche ist die wohl tiefste menschliche Enttäuschung in Wagners Leben gewesen, seine größte Niederlage. Hatte er doch noch nach der Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses an Nietzsche geschrieben: »Genau genommen sind Sie, nach meiner Frau, der einzige Gewinn, den mir das Leben zugeführt.« Und auch Nietzsche, der die Tribschener Jahre immer wieder als die glücklichste Zeit seines Lebens bezeichnet, hat die Trennung von Wagner und Cosima nie verwunden. Sosehr er in ihr die verhängnisvolle Repräsentantin des über den eigentlichen Wagner Herr gewordenen Wagnerianismus sah, nennt er sie »das einzige Weib größeren Stils, das ich kennen gelernt habe«. Und Wagner bleibt ihm die größte – wenn auch fragwürdigste – Gestalt des Zeitalters.