Richard Strauss
- 274 Seiten
- 10 Lesestunden
War Richard Strauss der strahlendste Komponist des zwanzigsten Jahrhunderts oder ein bürgerlicher Künstler und Nazi-Sympathisant? Seit seinem Tod 1949 bleibt Strauss in der musikalischen und historischen Kritik schwer fassbar. Der kanadische Musiker Glenn Gould bezeichnete ihn als die "größte musikalische Figur" seiner Zeit, während andere ihn als Künstler kritisieren, der von seinen vergangenen Erfolgen lebte. In dieser Biografie untersucht Michael Kennedy die vielfältigen Kritiken, die Strauss umgeben, und reflektiert die Wahrnehmungen seiner Zeitgenossen. Er präsentiert ein nuanciertes Porträt, das den exuberanten jungen Strauss mit dem distanzierten, mittelalten Mann vergleicht, der einem "wohlhabenden Bankmanager" ähnelte. Kennedy betrachtet Strauss sowohl als modernen Bösewicht als auch als neu definierten Komponisten, der spirituelle Indifferenz proklamiert und dennoch das berührende Ballett Der Kometentanz schafft. Er zeigt Strauss als bescheidenen Familienmenschen, der sich zugleich als ebenso faszinierend wie historische Figuren wie Napoleon betrachtet. Kennedy thematisiert Strauss' Bewunderung für die deutsche Kultur, seine Abhängigkeit von der Familie und die "nietzscheanische totale Hingabe an die Kunst" und bietet eine aufschlussreiche Erzählung für Wissenschaftler und allgemeine Leser. Zudem beleuchtet er Strauss' komplexe Beziehung zu den nationalsozialistischen Behörden und seine Rolle als Schwiegervater einer





