Was an Hanns Lilje fasziniert, ist die Ambivalenz seiner Persönlichkeit. Er war ein in der Wolle gefärbter Lutheraner, aber auch ein aufgeschlossener Mann der frühen Ökumene, weltgewandt und zugleich fast naiv fromm. Ein glänzender Redner und Schreiber, der hellsichtig die medialen Möglichkeiten der Kirche nutzte, zugleich aber den kirchlichen Binnenraum neu gestaltete: Er gründete das »Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt« und die Akademie Loccum, zugleich aber setzte er als Bischof pastorale und missionarische Impulse in der Landeskirche und in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seine Haltung in der Nazizeit: Anfangs begrüßte er die revolutionäre Stunde von 1933, distanzierte sich dann aber von allen Eingriffen in das Binnenleben der Kirche, unterhielt seelsorgerliche Beziehungen zu den Widerstandskreisen und hielt den gewaltsamen Widerstand gegen Hitler zugleich für eine schuldhafte Verfehlung.
Hanns Lilje Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)






Luther, Martin : in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
- 151 Seiten
- 6 Lesestunden
Die Einzigartigkeit und Unwiederholbarkeit des geschichtlichen Phänomens Martin Luther wird daran erkennbar, daß niemand auf der Welt deutsch spricht, schreibt oder liest, der nicht von Luthers geistigem Erbe angerührt wäre, welchem kirchlichen Bekenntnis er auch angehört. Denn wenn es auch eine Übertreibung wäre, Luther den Vater der modernen deutschen Schriftsprache zu nennen, so steht doch fest, daß Deutsch, nämlich die hochdeutsche Schriftsprache, ohne ihn nicht zu denken ist. Es ist fraglich, ob wir ohne ihn schon im Anfang des 16. Jahrhunderts eine gemeinsame Literatursprache bekommen hätten, die gleichermaßen in Ober- und Mitteldeutschland wie in Niederdeutschland verstanden wurde - das Lutherdeutsch seiner Bibelübersetzung.
Memorabilia
Schwerpunkte eines Lebens
Der Vater des Glaubens
eine biblische Betrachtung über Abraham






