Fliedl, Konstanze – Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur
Äußerlich geradlinig, innerlich vielfach gebrochen - diese neue Monographie der Schnitzler-Expertin Konstanze Fliedl zeigt den Autor und seine „Helden“ als geradezu „epochale“ Figuren. Das Werk des großen österreichischen Dramatikers und Erzählers analysiert in ähnlicher Durchdringung wie das seines „Doppelgängers“ Freud die Gesellschaft des Fin de siècle und der Wiener Moderne, der untergehenden Habsburgermonarchie und der 1. Republik.
Das Geschlecht in der Gegenwartsliteratur - von Grundlagen der Gegenwartsliteratur über Wahnsinnsfrauen und Wahnsinnsmänner bis hin zum Verhältnis Körper und Schrift - eine spannende Auseinandersetzung mit einer nicht nur für Literaturwissenschaftler interessanten Thematik! Aus dem Inhalt: Marianne Schuller, „Geschlecht“ als literaturwissenschaftliche Kategorie? Am Beispiel von Kleists Erzählung „Die Verlobung von St. Domingo“ Ingvild Birkhan, Psychoanalytische und philosophische Gendergesetze und die literarische Gestaltung einer Grenzgängerin zwischen Unwissenheit und kulturellem Vergessen Ute Liepold, Die Vulva der Uterus die Harnblase die Gedärme. Zum Verhältnis von Körper und Schrift Christiane Zintzen, Auf der Überholspur in die Nervenklinik: Helene Druskowitz (1856-1918) Andrea Capovilla, Fiktionalisierung der „Neuen Frau“ im Kontext der Neuen Sachlichkeit - Frieda Geier, Helene Willfüer, das „kunstseidene Mädchen“ Wendelin Schmidt-Dengler, Drei Misogyne: Doderer, Bernhard und ich Daniela Strigl, Fräulein- und andere Wunder - Galvagni, Röggla & Co Arno Dusini, Sex & Rhyme. Baustein zum Konzept eines „poetical gender“ Isebill Barta, „Handlung des Lebens“. Geschlechtsspezifische Körpersprache im Zeitalter der Aufklärung Eva Rossmann, Lasciate ogni speranza?
Österreich jenseits von Verklärung oder Verurteilung Die österreichische Literatur zeigt ein merkwürdig doppelköpfiges Bild ihres Landes: Ihre Autorinnen und Autoren spezialisierten sich auf das Österreich-Lob - oder auf die Österreich-Beschimpfung. In der Ersten Republik gesellte sich zur Habsburg-Nostalgie der Mißmut über den verbliebenen Rumpfstaat, in der Zweiten wurde der vaterländische Eifer von scharfer Polemik abgelöst. Daneben gibt es aber noch etwas Drittes...