Museum im Schottenstift
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Pionier und Außenseiter der Malerei des 19. Jahrhunderts · Monografie mit Werkverzeichnis
Anton Romako zählt zu den faszinierendsten Persönlichkeiten der österreichischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Als schillernde Figur hinterließ er ein Werk, das in die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere den österreichischen Expressionismus, vorausweist. Diese Monografie zeigt Romako als international vernetzten und gut informierten Künstler, der dennoch seiner eigenen Ausdruckssprache treu bleibt. Die komplexe Tiefe seiner Malerei, die zeitgeschichtliche Phänomene reflektiert, erhält hier erstmals umfassende und neue Interpretationsansätze. Ein zentrales Anliegen von Museen ist die tiefgehende Auseinandersetzung mit den Arbeiten einzelner Künstler. Das Belvedere, mit über 50 Gemälden die bedeutendste Sammlung von Romakos Werken, ist prädestiniert, die wissenschaftliche Aufarbeitung seines Œuvres voranzutreiben. Systematische Werkverzeichnisse sind die fundierteste Grundlage für künstlerische Beurteilungen, jedoch auch eine der schwierigsten und zeitaufwendigsten Aufgaben in der Kunstgeschichtsschreibung. Cornelia Reiter hat sich dieser Herausforderung in langjähriger Forschungsarbeit angenommen. Ihr Verdienst ist die umfassende Werkzusammenstellung, die in dieser Publikation erstmals farbig illustriert einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird. So wird dem international wenig beachteten Künstler Romako die ihm gebührende Stellung in der österreichischen und europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts eingeräumt.
Der Kunstfreund mag sich dessen vielleicht nicht bewusst sein, doch gilt es zwei verschiedene Auffassungen von Romantik zu unterscheiden: Zum einen die auf Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge gründende norddeutsche, protestantische Ausprägung, zum anderen die in Wien ihren Anfang nehmende, katholische Romantik, wie sie sich mit den Lukasbrüdern und den bald nach Rom weiterziehenden Nazarenern zeigt. Die Publikation stellt diese Positionen anhand von Werken aus der Albertina und des Kupferstichkabinetts der Akademie der Bildenden Künste in Wien sowie vieler internationaler Sammlungen einander gegenüber und beleuchtet die Gegensätze anhand von zentralen Gestaltungsprinzipien, Themen und Motivkreisen: die Arabeske, die Verklärung der deutschen Vergangenheit, das Gotikbild, die Rezeption altgermanischer Sagenstoffe, die Kunsterneuerung nach Raffael und Albrecht Dürer, das Landschaftsbild, die symbolhafte Behandlung des Lichts und nicht zuletzt die Suche nach dem Transzendenten in Mensch und Natur. Ausstellung/Exhibition: Albertina, Wien/Vienna 13.11.2015–28.2.2016 – Die Ausstellung ist eine Kooperation der Albertina und des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien.