Ästhetik des Todes
- 371 Seiten
- 13 Lesestunden
"Wenn es zwölf schlägt, hat des Ende schon begonnen, und zuletzt kommt nicht das Letzte, sondern - bei allem, was lebt, weil es sich darstellt - die Bedingung der Möglichkeit des Anfangs."






"Wenn es zwölf schlägt, hat des Ende schon begonnen, und zuletzt kommt nicht das Letzte, sondern - bei allem, was lebt, weil es sich darstellt - die Bedingung der Möglichkeit des Anfangs."
Was ist der Tod? Was ist dieses letzte Ding, das uns alle einholt und über das wir nichts wissen? Grenzwert, Punkt der Diskontinuität, Bruch, Überschreitung der Grenze, das Ende des Seins, Niemandsland, leerer Raum, Abwesenheit – der Tod, so Kant, ist ein leeres Konzept. Doch während der Tod der Vernunft entgleitet, hat er seit jeher Schriftsteller und Künstler inspiriert, die, da sie ihn nicht definieren können, versucht haben, ihn in ihren Werken darzustellen. Christiaan L. Hart Nibbrig lädt uns zu einer Reflexion über den Tod und die Arten seiner Darstellung ein. In sieben reich illustrierten Kapiteln (mit Reproduktionen von Gemälden, Druckgrafiken, Statuen, Werbung, Comicstrips oder auch musikalischen Partituren) führt er uns zu großen Meistern und anderen bescheideneren Künstlern, die alle, von Homer bis Tardi, versucht haben, den Tod kunstvoll und mit Raffinesse sichtbar zu machen. Diese Ästhetik der letzten Dinge ist jedoch kein Totentanz. Vielmehr ist es eine Einladung zu leben, zu schaffen, einzutreten – sei es als Leser, Zuschauer, Zuhörer oder als Akteur – in den Reigen all jener, die jenseits des Todes den Lebenden das Angebot ihrer Schöpfungen machen und sie damit einladen, zu leben.