"Er ist die Sonn, sie ist der Mond"
- 367 Seiten
- 13 Lesestunden
Die renommierte deutsche Sozialhistorikerin Heide Wunder untersucht das kosmische Bild aus dem Buch der ehelichen Disziplin von 1578 und veranschaulicht die Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau. Während "Er ist die Sonne, sie ist der Mond" heute Dominanz und Unterordnung suggerieren mag, spiegelte es ursprünglich den unterschiedlichen, aber gleichwertigen Status der Ehepartner wider. Wunder betont, dass das Verständnis der Geschichte von Frauen und Geschlechterverhältnissen entscheidend für Einblicke in die gesellschaftliche Organisation und politische Handlungen ist. Sie untersucht sowohl die tatsächlichen Umstände als auch die normativen Regeln, die das Leben von Frauen leiten, und enthüllt die Fähigkeiten, die für die Haushaltsführung, Ernährungspraktiken, Wohnungsinrichtungen, verfügbare Verhütungsmittel und die Rolle der Frauen in bäuerlichen Protesten notwendig sind. Im Gegensatz zur vorherrschenden Erzählung von Verlusten für Frauen entdeckt sie eine Geschichte der Gewinne und hebt die Normalität der Regentschaft adliger Frauen sowie die gemeinsamen Verantwortlichkeiten der Ehepartner in verschiedenen häuslichen und wirtschaftlichen Kontexten hervor. Durch die Nutzung vielfältiger Quellen wie Memoiren, Predigten, Romane und demografische Daten präsentiert Wunder ein überraschendes neues Bild der Frauen der frühen Neuzeit und bereichert unser Verständnis von Europa in dieser Zeit.








