So ist es, wenn man nach Jahren in Berlin zurückkommt in sein isländisches Kaff mit fast so vielen Frisiersalons wie weiblichen Einwohnern. Nun lebt Böddi also wieder bei seiner fernsehverblödeten Mutter und unterhält seine Schüler auf seiner blog-Seite mit beißenden Karikaturen ortsbekannter Größen. Das kann nicht lange gutgehen - erst recht nicht bei Hallgrímur Helgason! Schlechter kann es für Böddi nicht laufen. Erst fliegt er als Lehrer, dann erfährt er, daß er gerade der Tochter seines ehemaligen Rektors ein Kind gemacht hat. Dann verliert er nach dem Tod der Mutter auch noch sein Elternhaus. Das reicht, um durchzudrehen: Böddi steigt auf sein Pferd und bricht zu einem Amokritt in die Hauptstadt auf. In Reykjavík ruft er zum allgemeinen Umsturz der Lebensverhältnisse auf, doch hinter seinem Rücken vermarktet ihn der eigene Bruder schon in den Medien ... »Rokland« ist als literarische Gesellschaftssatire eine konsequente Fortsetzung der beiden vorangegangenen Romane von Hallgrímur Helgason. Der isländische Don Quijote des 21. Jahrhunderts kämpft allerdings nicht gegen Windmühlen, sondern gegen die Allgegenwart des Fernsehens und die allgemeine Verflachung und Verblödung seiner Landsleute. Den großen Showdown inszeniert Helgason, wie er es zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen gemacht hat: sarkastisch, ketzerisch und voll schräger Ideen.
Hallgrímur Helgason Bücher
Hallgrímur Helgason ist ein isländischer Autor, dessen Werk sich durch eine markante Stimme und eine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat auszeichnet. Seine Schriften erforschen häufig die Komplexität der menschlichen Natur und kultureller Identität, wobei er eine einzigartige Mischung aus Humor und scharfer Beobachtungsgabe einsetzt. Helgasons Stil ist energisch und sprachlich reichhaltig, was den Lesern ein fesselndes und unvergessliches literarisches Erlebnis bietet. Er ist bekannt für seine Fähigkeit, den Geist Islands und seiner Bewohner einzufangen.







Eine Frau bei 1000°
- 400 Seiten
- 14 Lesestunden
Drei Söhne von neun Männern, das ist genug. In ihrer Garage surft die 80-jährige Herbjörg durchs Internet und begleicht letzte Rechnungen, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein Parforceritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts: anrührend und voll isländischer Skurrilität. »Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« »Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.« »Einen Termin buchen?« »Genau.« »Aha. Ja ... wie war noch mal der Name?« »Herbjörg María Björnsson.« »Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?« »Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.« »Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor ... na, Sie wissen schon ... also bevor, äh ..., bevor die Leute tot sind, okay?« »Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.«
Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein
- 615 Seiten
- 22 Lesestunden
Der Greis wird plötzlich von Erinnerungsfetzen überflutet und erkennt, dass er in der Vergangenheit gefangen ist. Die vertrauten Gespräche und der armselige Hof lassen ihn ahnen, wo er sich befindet. Zu seinem Entsetzen stellt er fest, dass er vierzig Jahre zurückversetzt wurde und als der berühmteste Schriftsteller Islands in einem seiner Romane aufgewacht ist. Der Ort, Höllental genannt, wird zur Kulisse seiner persönlichen Hölle. Hilflos muss er die Geschichten hören, die er vor Jahrzehnten selbst erdacht hat. Diese Zeitreise zwingt ihn, sein Leben grundlegend zu überdenken: seine Verehrung für Stalin, seine Feigheit, seine Eitelkeiten, das ständige Warten auf den Nobelpreis und seine Unfähigkeit zur Liebe. Hallgrímur Helgason wurde für diesen Roman mit dem Isländischen Literaturpreis und dem Literaturpreis der Isländischen Buchhändler ausgezeichnet. Karl-Ludwig Wetzig erhielt für die Übersetzung den Preis der Dialog-Werkstatt Zug. Pressestimmen loben Helgason als den originellsten und brillantesten Schriftsteller Islands und sehen in ihm einen potenziellen zukünftigen Nobelpreisträger. Kritiker heben hervor, dass der Autor an große literarische Traditionen anknüpft und als Nachfahre von Laxness betrachtet werden kann.
Das größte Abenteuer der isländischen Geschichte Nach seinem Bestseller 60 Kilo Sonnenschein schreibt Hallgrímur Helgason die Reise seines Landes in die moderne Welt fort. Ein imposantes, vor Originalität sprühendes Werk, das einmal mehr zeigt, warum Helgason zu den ganz großen Schriftstellern seines Landes zählt. Der fiktive kleine Ort Segulfjörður erlebt Sonnenschein satt. 1906, nach der vierten erfolgreichen Heringssaison, säumen bunte Holzhäuser den Fjord, am Hafen treffen ausländische Fischer auf einheimische Frauen und überall winkt die Chance auf schnell verdientes Geld. Auch für den jungen Waisen Gestur, der mittlerweile volljährig ist und sich kopfüber in diese neue Welt mit ihren ungeahnten Möglichkeiten stürzt. Doch dann holt das Schicksal zu einem fiesen Kinnhaken aus, der dem Treiben am Fjord ein jähes Ende setzt. Wortgewaltig und humorvoll erzählt Hallgrímur Helgason vom abenteuerlichen Weg Islands in die Moderne. 60 Kilo Kinnhaken wurde in Island mit dem Preis für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet. »Große Literatur aus einem kleinen Land.« Denis Scheck, Druckfrisch
60 Kilo Sonnenschein
- 576 Seiten
- 21 Lesestunden
Das Erwachen der Moderne im tiefen Schnee Islands wird in der Geschichte von Gestur, einem unehelichen Bauernsohn aus dem fiktiven Dorf Segulfjörður, lebendig. Während Gestur bei verschiedenen Ziehvätern aufwächst und selbst Vater wird, transformiert sich die verschneite Insel am Ende der Welt in ein modernes Land, das mit neuen Werten und Herausforderungen konfrontiert wird. Die Ankunft großer Fischfänger bringt exotische Waren und fremde Einflüsse in den Hafen, was das Leben der Dorfbewohner nachhaltig verändert. Hallgrímur Helgason erzählt humorvoll und turbulent von diesem Wandel, mit unvergesslichen Figuren, die die Geschichte prägen. Der Roman wurde in Island als bester Roman des Jahres ausgezeichnet und wird als große Literatur aus einem kleinen Land gefeiert. Kritiker loben die originellen Charaktere und die krachend absurde Fantasie des Autors, die sofort fesselt. Mit 600 Seiten nordischer Prosa bietet das Werk eine epische Erzählung, die sich mit den großen US-amerikanischen Autoren messen kann. Helgason gelingt es, die Entwicklung Islands in die Moderne auf eine einzigartige und unterhaltsame Weise darzustellen.
Seekrank in München
Roman
Von einer märchenhaften Insel im Norden kommt ein junger Mann, um in München Malerei zu studieren. Er kennt weder Lokale noch Bier, aber er weiß genau, was er werden möchte: Künstler. Fast krank vor Schüchternheit muss sich der Student, ohne ein Wort Deutsch zu können, durchschlagen. Auch an der Kunstakademie bleibt er zunächst ein Außenseiter, denn mit den neuen Wilden kann er wenig anfangen. Und auch die Welt draußen ist viel kälter, als es auf Island je werden kann. Der Kalte Krieg ist auf seinem Höhepunkt, und so wacht er jeden Morgen mit der Sorge auf, dass der dritte Weltkrieg bereits begonnen hat. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass er eine überaus seltsame Gabe hat, die ihn nicht gerade appetitlich macht. Helgasons Held ist so wie sein Autor: schräg, voller Witz und wunderbar unangepasst.
Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen
- 270 Seiten
- 10 Lesestunden
Lizenz zum Lachen Als der 67. Auftragsmord des kroatischen Killers Toxic in New York schiefgeht, wird er von seinem Boss für einige Zeit außer Landes geschickt. Die Polizeipräsenz am Flughafen JFK versetzt Toxic jedoch dermaßen in Panik, dass er auf der Toilette kurzerhand einen Mann umbringt sowie dessen Pass und Ticket an sich nimmt. Als US-amerikanischer Fernsehprediger Father Friendly getarnt, reist er gezwungenermaßen nach Island. Klar, dass die Maskerade nach kürzester Zeit auffliegt. Jetzt wird es erst recht ungemütlich für Toxic!
Was macht man im Winter in einem Land, in dem keine Sonne scheint, es ununterbrochen schneit und sich sogar Gespenster zu Tode langweilen? Hlynur vergammelt die Tage im Bett, surft im Internet nach Pornos und tut auch sonst wenig Sinnvolles. Der Achtundzwanzigjährige lebt bei seiner Mutter. An Frauen interessiert ihn vor allem ihr Marktwert. Das ändert sich, als er Lolla kennenlernt, die lesbische Freundin seiner Mutter. Der One-Night-Stand mit ihr hat jedoch Folgen...
Avec 66 victimes et aucune balle perdue à son actif, Tomislav Boksic, alias Toxic pour ses camarades de la mafia croate, est le meilleur tueur à gages de New York. Malheureusement, quand il s'avère que sa dernière cible appartenait au FBI, il doit fuir les Etats-Unis. Après avoir usurpé l'identité de Father Friendly, un célèbre télévangéliste qu'il a mortellement assommé dans les toilettes de l'aéroport, Toxic embarque pour l'Islande. Là-bas, Father Friendly est accueilli comme le Messie... pour prêcher la bonne parole à la télévision ! Bien vite, Toxic s'habitue à ce pays si étrange et à ses habitants aux noms imprononçables. Mais le chemin vers la rédemption sera long car tout le monde n'est pas prêt à passer l'éponge sur ses antécédents sanglants... [4e de couverture]



