So ist es, wenn man nach Jahren in Berlin zurückkommt in sein isländisches Kaff mit fast so vielen Frisiersalons wie weiblichen Einwohnern. Nun lebt Böddi also wieder bei seiner fernsehverblödeten Mutter und unterhält seine Schüler auf seiner blog-Seite mit beißenden Karikaturen ortsbekannter Größen. Das kann nicht lange gutgehen - erst recht nicht bei Hallgrímur Helgason! Schlechter kann es für Böddi nicht laufen. Erst fliegt er als Lehrer, dann erfährt er, daß er gerade der Tochter seines ehemaligen Rektors ein Kind gemacht hat. Dann verliert er nach dem Tod der Mutter auch noch sein Elternhaus. Das reicht, um durchzudrehen: Böddi steigt auf sein Pferd und bricht zu einem Amokritt in die Hauptstadt auf. In Reykjavík ruft er zum allgemeinen Umsturz der Lebensverhältnisse auf, doch hinter seinem Rücken vermarktet ihn der eigene Bruder schon in den Medien ... »Rokland« ist als literarische Gesellschaftssatire eine konsequente Fortsetzung der beiden vorangegangenen Romane von Hallgrímur Helgason. Der isländische Don Quijote des 21. Jahrhunderts kämpft allerdings nicht gegen Windmühlen, sondern gegen die Allgegenwart des Fernsehens und die allgemeine Verflachung und Verblödung seiner Landsleute. Den großen Showdown inszeniert Helgason, wie er es zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen gemacht hat: sarkastisch, ketzerisch und voll schräger Ideen.
Hallgrímur Helgason Bücher
Hallgrímur Helgason ist ein isländischer Autor, dessen Werk sich durch eine markante Stimme und eine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat auszeichnet. Seine Schriften erforschen häufig die Komplexität der menschlichen Natur und kultureller Identität, wobei er eine einzigartige Mischung aus Humor und scharfer Beobachtungsgabe einsetzt. Helgasons Stil ist energisch und sprachlich reichhaltig, was den Lesern ein fesselndes und unvergessliches literarisches Erlebnis bietet. Er ist bekannt für seine Fähigkeit, den Geist Islands und seiner Bewohner einzufangen.







Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein
- 615 Seiten
- 22 Lesestunden
Der Greis wird plötzlich von Erinnerungsfetzen überflutet und erkennt, dass er in der Vergangenheit gefangen ist. Die vertrauten Gespräche und der armselige Hof lassen ihn ahnen, wo er sich befindet. Zu seinem Entsetzen stellt er fest, dass er vierzig Jahre zurückversetzt wurde und als der berühmteste Schriftsteller Islands in einem seiner Romane aufgewacht ist. Der Ort, Höllental genannt, wird zur Kulisse seiner persönlichen Hölle. Hilflos muss er die Geschichten hören, die er vor Jahrzehnten selbst erdacht hat. Diese Zeitreise zwingt ihn, sein Leben grundlegend zu überdenken: seine Verehrung für Stalin, seine Feigheit, seine Eitelkeiten, das ständige Warten auf den Nobelpreis und seine Unfähigkeit zur Liebe. Hallgrímur Helgason wurde für diesen Roman mit dem Isländischen Literaturpreis und dem Literaturpreis der Isländischen Buchhändler ausgezeichnet. Karl-Ludwig Wetzig erhielt für die Übersetzung den Preis der Dialog-Werkstatt Zug. Pressestimmen loben Helgason als den originellsten und brillantesten Schriftsteller Islands und sehen in ihm einen potenziellen zukünftigen Nobelpreisträger. Kritiker heben hervor, dass der Autor an große literarische Traditionen anknüpft und als Nachfahre von Laxness betrachtet werden kann.
In "Das größte Abenteuer der isländischen Geschichte" von Hallgrímur Helgason erlebt der junge Waisen Gestur 1906 in Segulfjörður eine aufregende Zeit voller Chancen. Er verkauft heimlich ein Grundstück seines Ziehvaters, findet Arbeit in einer Fischfabrik und trifft seine Jugendliebe Súsanna, bis das Schicksal alles verändert.
60 Kilo Sonnenschein
- 576 Seiten
- 21 Lesestunden
Das Erwachen der Moderne im tiefen Schnee Islands wird in der Geschichte von Gestur, einem unehelichen Bauernsohn aus dem fiktiven Dorf Segulfjörður, lebendig. Während Gestur bei verschiedenen Ziehvätern aufwächst und selbst Vater wird, transformiert sich die verschneite Insel am Ende der Welt in ein modernes Land, das mit neuen Werten und Herausforderungen konfrontiert wird. Die Ankunft großer Fischfänger bringt exotische Waren und fremde Einflüsse in den Hafen, was das Leben der Dorfbewohner nachhaltig verändert. Hallgrímur Helgason erzählt humorvoll und turbulent von diesem Wandel, mit unvergesslichen Figuren, die die Geschichte prägen. Der Roman wurde in Island als bester Roman des Jahres ausgezeichnet und wird als große Literatur aus einem kleinen Land gefeiert. Kritiker loben die originellen Charaktere und die krachend absurde Fantasie des Autors, die sofort fesselt. Mit 600 Seiten nordischer Prosa bietet das Werk eine epische Erzählung, die sich mit den großen US-amerikanischen Autoren messen kann. Helgason gelingt es, die Entwicklung Islands in die Moderne auf eine einzigartige und unterhaltsame Weise darzustellen.
Seekrank in München
Roman
Von einer märchenhaften Insel im Norden kommt ein junger Mann, um in München Malerei zu studieren. Er kennt weder Lokale noch Bier, aber er weiß genau, was er werden möchte: Künstler. Fast krank vor Schüchternheit muss sich der Student, ohne ein Wort Deutsch zu können, durchschlagen. Auch an der Kunstakademie bleibt er zunächst ein Außenseiter, denn mit den neuen Wilden kann er wenig anfangen. Und auch die Welt draußen ist viel kälter, als es auf Island je werden kann. Der Kalte Krieg ist auf seinem Höhepunkt, und so wacht er jeden Morgen mit der Sorge auf, dass der dritte Weltkrieg bereits begonnen hat. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass er eine überaus seltsame Gabe hat, die ihn nicht gerade appetitlich macht. Helgasons Held ist so wie sein Autor: schräg, voller Witz und wunderbar unangepasst.
Drei Söhne von neun Männern, das ist genug. In ihrer Garage surft die 80-jährige Herbjörg durchs Internet und begleicht letzte Rechnungen, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein Parforceritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts: anrührend und voll isländischer Skurrilität. »Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« »Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.« »Einen Termin buchen?« »Genau.« »Aha. Ja ... wie war noch mal der Name?« »Herbjörg María Björnsson.« »Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?« »Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.« »Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor ... na, Sie wissen schon ... also bevor, äh ..., bevor die Leute tot sind, okay?« »Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.«
Eigentlich ist er Kroate, eigentlich lebt er in New York und eigentlich ist er kein Priester, sondern ein Auftragskiller mit 66 erfolgreich ausgeführten Morden. Doch einmal in Island angekommen, bleibt Toxic nichts anderes übrig, als die Rolle des Predigers zu spielen. Mehr schlecht als recht absolviert er einen Auftritt in einer TV-Show und verliebt sich auch noch in die Tochter seiner Gastgeber. Bald schon droht er aufzufliegen ... Hallgrímur Helgason hat eine schräge Geschichte an den Rändern Europas geschrieben. »Der isländische Sommer ist wie ein Kühlschrank, den man sechs Wochen offen lässt. Das Licht ist die ganze Zeit an und das Gefrierfach taut, aber richtig warm wird es nie.«
101 Reykjavík
- 440 Seiten
- 16 Lesestunden
In dieser schrägen Komödie dreht sich alles um den 34-jährigen Hlynur, einen Versager, der sein Leben im Bett verbringt und im Internet nach Pornos sucht. Er lebt bei seiner Mutter und verlässt das Haus nur nachts, um mit Freunden in Kneipen abzuhängen. Obwohl er zahlreiche Freundinnen hat, ist sein Interesse eher theoretischer Natur: Er führt akribisch Listen, um den Marktwert der Frauen zu bewerten. Mit Lolla, einer Drogenberaterin, ist es anders. Sie ist in seine Mutter verliebt, lässt sich jedoch von Hlynur verführen, was unerwartete Folgen hat. Hlynur weigert sich, seine behagliche Welt zu verlassen, doch allmählich wird ihm klar, dass sein Leben nicht so verläuft, wie er es sich vorgestellt hat. Der Autor erzählt mit trockenem, bissigem Humor von einer hippen Jugendszene, die überall in Europa existieren könnte. Hlynurs Mutter agiert als Einkaufszentrale und bringt ihm regelmäßig Dinge mit, während sie sich um ihn kümmert. Ihre neugierige Art und die alltäglichen Dialoge zeigen die skurrile Dynamik zwischen Mutter und Sohn, während Hlynur versucht, seinen Platz im Leben zu finden.
Ženská na 1000° : vypráví Herbjörg María Björnsson
- 429 Seiten
- 16 Lesestunden
Hrdinkou románu je osmdesátiletá Islanďanka Hera Björnssonová, která tráví své poslední dny v reykjavícké garáži. Společnost jí dělá jen počítač a granát z druhé světové války, ukrytý pod peřinou. Helgason se při psaní románu inspiroval životem vnučky prvního islandského prezidenta Brynhildur Georgíy Björnssonové. Kniha vyvolala vlnu rozhořčených protestů ze strany žijících příbuzných prominentního politika i širší debatu o etických hranicích v literatuře. Helgasonova Hera navzdory blížící se smrti neztrácí životní jiskru a s notnou dávkou odvahy, cynismu a humoru se ohlíží nejen za svým životem, v němž cestovala po světě a hledala štěstí v náručí celé plejády mužů, ale i za dějinami své země i evropského kontinentu.
Kobieta w 1000°C Na podstawie wspomnień Herbjorg Marii Bjornsson
- 432 Seiten
- 16 Lesestunden
Największa gwiazda islandzkiej literatury w szalonej opowieści o XX i XXI wieku Herra to osiemdziesięcioletnia wnuczka pierwszego prezydenta Islandii – mieszka w garażu, z laptopem i starym granatem ręcznym. Pod łóżkiem ma dwa kartony pall malli, które zdąży wypalić, nim wysadzi się w powietrze. W głowie korowód nieprawdopodobnych, a jednak prawdziwych wspomnień: szaleństwo drugiej wojny światowej, ekscesy lat sześćdziesiątych, gdy romansowała z Beatlesami, absurdy współczesności. Za oknem Islandia, która właśnie pogrąża się w kryzysie. Hallgrímur Helgason nie ma dla nas litości. Tnie ostrzem satyry, wrzuca w szalony wir historii, każe patrzeć na świat oczami ekscentrycznej staruszki. Jak nikt inny potrafi oddać szaleństwo współczesnego świata, pisać o sprawach przejmujących i trudnych w sposób ironiczny i pełen humoru. Wielokrotnie nagradzany; jego powieść 101 REYKJAVIK doczekała się słynnej ekranizacji. Kobieta w 1000°C została nominowana do Nordic Council Literature Prize oraz Icelandic Literary Prize.
Een vrouw op 1000°
- 544 Seiten
- 20 Lesestunden
De tachtigjarige Here zit met een handgranaat, een slof sigaretten en een laptop in haar garage, surft op het web en betaalt haar laatste schulden. Ze heeft besloten dat ze nog voor de kerst gecremeerd wil worden. Terwijl ze wacht tot de oven 1000 graden heeft bereikt, blikt ze terug op een veelbewogen leven dat haar alle hoeken van de Europese geschiedenis liet zien. Een tegendraads meesterwerk vol IJslandse geestigheid.
Avec 66 victimes et aucune balle perdue à son actif, Tomislav Boksic, alias Toxic pour ses camarades de la mafia croate, est le meilleur tueur à gages de New York. Malheureusement, quand il s'avère que sa dernière cible appartenait au FBI, il doit fuir les Etats-Unis. Après avoir usurpé l'identité de Father Friendly, un célèbre télévangéliste qu'il a mortellement assommé dans les toilettes de l'aéroport, Toxic embarque pour l'Islande. Là-bas, Father Friendly est accueilli comme le Messie... pour prêcher la bonne parole à la télévision ! Bien vite, Toxic s'habitue à ce pays si étrange et à ses habitants aux noms imprononçables. Mais le chemin vers la rédemption sera long car tout le monde n'est pas prêt à passer l'éponge sur ses antécédents sanglants... [4e de couverture]







