Briefe aus Wien
- 96 Seiten
- 4 Lesestunden
Lady Mary Wortley Montagu, eine englische Aristokratin und Schriftstellerin, ist heute vor allem für ihre aufschlussreichen Briefe bekannt. Ihre Korrespondenz, insbesondere ihre lebendigen Berichte aus der Türkei, gilt als bahnbrechendes weltliches Werk einer Frau, das sich mit dem muslimischen Orient auseinandersetzt. Mit scharfen Beobachtungen und geistreichem Stil bietet Montagu den Lesern eine einzigartige und differenzierte Perspektive auf eine Kultur, die der westlichen Welt zu dieser Zeit weitgehend unbekannt war, und offenbart einen scharfen Intellekt und einen unabhängigen Geist.





Briefe, die zwischen 1716 und 1718 aus dem Osmanischen Reich von Mary Wortley Montagu verfasst wurden, gehören zu den ersten modernen Reiseberichten. Sie bieten einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Kultur des Osmanischen Reiches aus der Perspektive einer europäischen Frau des 18. Jahrhunderts. Montagu beschreibt nicht nur die politischen und sozialen Gegebenheiten, sondern auch die alltäglichen Erfahrungen und Begegnungen, die sie während ihrer Reisen machte. Ihre Briefe sind geprägt von einer Mischung aus Neugier, kritischer Reflexion und einem tiefen Verständnis für die fremde Kultur. Durch ihren scharfen Blick und ihren eloquenten Stil wird der Leser in eine Welt entführt, die zu ihrer Zeit als exotisch und fremd galt. Montagus Briefe sind nicht nur ein bedeutendes literarisches Werk, sondern auch ein wichtiges Dokument für das Verständnis der interkulturellen Beziehungen im frühen 18. Jahrhundert.
Am 1. August 1716 besteigen eine schöne junge Frau, ein stattlicher Herr und ein kleiner Junge in London eine vornehme Reisekutsche. Ihr Ziel: der Orient, das damalige Osmanische Reich. Die junge Lady heißt Mary Wortley Montagu, Tochter aus vornehmem Haus. Ihr Ehemann ist Mitglied des Parlaments und soeben zum Botschafter in Konstantinopel berufen worden, mit ihnen reist Edward, der erste Sohn des Ehepaares. Während ihres Aufenthaltes im Nahen Osten lässt Lady Montagu ihre Bekannten und Freunde anhand von Briefen an ihren Eindrücken teilhaben, im Bewusstsein, „eine Reise getan (zu haben), die seit Jahrhunderten keine Christin unternommen hat“. Lady Montagus unterhaltsame „Briefe aus dem Orient“ werden von den Adressaten in England zunächst von Hand zu Hand weitergegeben, dann 1763 in Buchform vorgelegt und bis heute immer wieder neu aufgelegt.
Allows readers to travel both around the planet and back through the centuries - but also back into ideas and worlds frightening, ruthless and cruel in different ways from our own.
Lady Mary Montagu : la femme de l'ambassadeur anglais à Istanbul en 1717. La première à décrire bains, costumes, réceptions des harems. Un discours sur l'Orient avant l'orientalisme, à l'aube d'une période brillante, l'" Ere des Tulipes ", où la Turquie a encore toutes ses chances. Pendant que l'ambassade connaît bien des péripéties, Lady Montagu développe dans ses lettres à ses amis des thèmes paradoxaux : l'Islam protège la liberté individuelle, et le voile, l'indépendance de la femme. Elle rapporte d'Istanbul la variolisation, qui témoigne d'une sensibilité plus vive aux souffrances comme aux plaisirs du corps. Anne Marie Moulin est médecin et philosophe. Pierre Chuvin est helléniste et familier de la langue turque. Ils ont vérifié l'authenticité de ce témoignage en direct sur la Turquie au féminin : recherche poursuivie au travers de nombreux voyages dans les bibliothèques et les archives, et aussi en Turquie et dans l'ancien Empire ottoman. La découverte a été fabuleuse : la Turquie vivante et moderne recréée par Lady Montagu a resurgi dans les récits de leurs amis et connaissances de Turquie et d'ailleurs. La lucide voyageuse avait raison. Le pari de la liberté était déjà tenu en 1717 ; deux cent cinquante ans plus tard, il n'est pas encore gagné.