Briefe und Aufzeichnungen 1786 - 1810
- 631 Seiten
- 23 Lesestunden



Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz, die später so berühmte Königin Luise von Preußen, hat ein Tagebuch ihrer Reise durch die Gebiete am Niederrhein und durch Holland (1791) hinterlassen. Die Prinzessin zeigt sich hier – noch fast ein Kind – als aufmerksame Beobachterin und als lebhafte Reisende; ihr hat noch manches vor Augen gestanden, was wenig später in den Koalitionskriegen zugrunde gehen sollte, z. B. die barocken Gartenanlagen des Prinzen Moritz von Oranien in Kleve, die sie ausführlich beschreibt. Sie berichtet von Land und Leuten, von ihren Begegnungen und ihren Strapazen, die sie auf dieser Reise durch machen musste. Schon in diesen frühen Äußerungen zeigt sich der Zauber der Person, wie er sich später an der Königin voll entfalten sollte. Für jeden Verehrer der Königin bedeutet dieser seltene Fund eine Bereichung; dies gilt auch für jeden Liebhaber von Reisebeschreibungen und Darstellungen zeitgenössischer Zustände. Vor allem aus der Zeit des beginnenden Umbruchs im ausgehenden 18. Jahrhundert, wie ihn die Prinzessin sehr wohl bemerkt und beschreibt.
Kaum eine Frau der Weltliteratur ist so mit Gedichten geehrt worden wie die „Liebesfrühlings-Luise“, Friedrich Rückerts Braut und Ehefrau. Die Lieder, mit denen ihr Bräutigam, Mann und Witwer sie besungen hat, sind von zahlreichen Komponisten vertont worden. Rückert hat nicht nur Gedichte für Luise verfasst, sondern auch Briefe geschrieben. Der vollständige Briefwechsel liegt nun erstmals vor und zeigt, dass der bedeutende Dichter eine Frau gewählt hat, die nicht nur eine gute Hausfrau und Mutter war, sondern auch eine talentierte Briefschreiberin. Die Briefe aus der Brautzeit (Juni bis Dezember 1821) offenbaren die tiefe Zuneigung des jungen Paares und sind besonders wertvoll, da sie fast lückenlos erhalten geblieben sind. Aus der Ehezeit (November 1822 bis August 1854) sind leider nur wenige Briefe von Luise Rückert erhalten, dennoch bieten sie interessante Einblicke in das Leben einer Großfamilie im 19. Jahrhundert und beleuchten sowohl die positiven als auch die problematischen Aspekte der Biedermeierzeit. Die Ausgabe umfasst 277 Seiten mit erläuternden Angaben und wird durch Stammtafeln der Familie Rückert sowie ein ausführliches Personenregister ergänzt. Herausgegeben von Ingeborg Forssman, die auch das „Tagebuch der Luise Rückert“ ediert hat, und gestaltet von Friedrich Forssman, erschien der Band im Ergon Verlag als Teil der Reihe „Rückert zu Ehren“.