Während der Frühphase der Industrialisierung und der Zeit der Herausbildung der Natur- und Technikwissenschaften herrschte überall in Europa Aufbruchsstimmung. Doch während in Frankreich die Revolution tobte, setzte die preußische Elite auf allmähliche Reformen. Dabei verband sie das Ziel technischer Innovation mit der Hoffnung auf soziale und ökonomische Verbesserungen. Viele der damaligen Naturforscher, Techniker und Staatsbeamte engagierten sich für den technischen und sozialen Fortschritt und das Gemeinwohl. Ursula Klein beschreibt diese Epoche und das Entstehen der Naturwissenschaften in Preußen nicht als anonymen Prozess, mit Hilfe von Zahlenkolonnen und Tabellen, sondern als gelebte Praxis der beteiligten Akteure. Entlang der Biographien des jungen Alexander von Humboldt und seiner Mitstreiter veranschaulicht sie die Aufbruchsstimmung ebenso wie die Erfolge und Misserfolge beim Arbeiten, Experimentieren und Erfinden.
Ursula Klein Bücher
6. Juli 1952
Ursula Klein ist permanente Senior-Forscherin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Ihre Forschung befasst sich mit der historischen Ontologie von Materialien, insbesondere im wissenschaftlichen Kontext des achtzehnten Jahrhunderts. Klein untersucht, wie Materialien in verschiedenen wissenschaftlichen Diskursen wahrgenommen und kategorisiert wurden. Durch diese Untersuchung deckt sie tiefere kulturelle und philosophische Annahmen auf, die in das wissenschaftliche Wissen eingebettet sind.



