Aussicht auf Zukunft
auf der Suche nach der sozialen Gestalt der Kirchen von morgen
- 358 Seiten
- 13 Lesestunden





auf der Suche nach der sozialen Gestalt der Kirchen von morgen
Religiöse Selbstverwirklichung thematisiert die Verflechtung von Religiosität mit verschiedenen Lebensaspekten. Im Mittelpunkt steht die religiöse Praxis in Bezug auf Partnerschaft, Ehe, Familie, Erwerbsleben und politische Zugehörigkeit sowie der Zusammenhang zwischen Kirchenbindung und modernen Lebensstilen. Die Beiträge beleuchten die Spannungen zwischen dem Leben als offenem Projekt und den neuen gesellschaftlichen Steuerungsmechanismen sowie sozialen Erwartungszwängen. Die großen Kirchen des Christentums streben danach, nicht nur 'Sonntagskirchen' zu sein, sondern Christsein als ganzheitlichen Lebensentwurf zu verstehen. Die Relevanz dieser Perspektive in einer differenzierten Gesellschaft und die Frage, ob der Freisetzungsprozess des Individuums mit einer Deinstitutionalisierung in anderen Lebensbereichen einhergeht, stehen im Fokus. Ziel ist es, die Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit innerhalb der Kirchen für gesellschaftliche Wandlungsprozesse zu stärken und ein Verständnis für die strukturellen Zwänge zu fördern, in denen Menschen ihre Biografie entwerfen. Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) unterstützt die Pastoralplanung der katholischen Kirche in der Schweiz und führt sozialwissenschaftliche Untersuchungen im Bereich Religion, Gesellschaft und Kirche durch, um eine menschennahe kirchliche Arbeit zu fördern und den gesellschaftlichen Wandel als Chance für die Kirche zu begreifen.
Zweite Sonderfallstudie - Herausforderung für die Kirchen
Unsere Gesellschaft kennt keinen allgemein gültigen und verlässlichen Sinn mehr. Der Verlust jeder Selbstverständlichkeit ist selbstverständlich geworden. Das Leben hat keinen Halt mehr in Ideen und Weltsichten. Es muss sich je neu entwerfen und inszenieren, sich in Kommunikation vergewissern. Die Ergebnisse der zweiten Sonderfallstudie zeigen einen neuen Umgang mit Religion insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Sie sind mit einer Vielfalt von Lebensdeutungen konfrontiert, die sich immer weniger in einen Lebensentwurf fassen lassen. Weil es eine religiöse 'Normalität' nicht mehr gibt, muss sie ständig kommunizierend ausgehandelt werden. Kommunikative Selbstvergewisserung schliesst alles ein, auch Gott. Die Kirchen sehen sich angesichts der Forschungsergebnisse der Sonderfallstudien vor eine epochale Herausforderung gestellt. Sie finden Zuspruch, wenn es ihnen gelingt, individuelle Selbstverwirklichung auf christlich-religiöse Grundierung hin zu erschliessen.
Eine religionssoziologische Studie über die Verbindung von Religion und Solidarität in 12 Selbst- und Fremdhilfegruppen. Seit jeher gibt es eine tiefe Verbindung zwischen Solidarität und Religion. Ist diese enge Verbindung heute in eine Krise geraten? Ist mit einer zunehmenden Individualisierung die Zukunft solidarischen Handelns generell in Frage gestellt? Kann Religion angesichts der Vielfalt religiöser Wertvorstellungen überhaupt noch Gemeinsamkeit symbolisieren? Fällt also die traditionelle Verknüpfung von Solidarität und Religion auseinander? Auf diese Fragen richten sich die Analysen des hier vorgestellten Nationalfondsprojekts. Präsentiert werden die Ergebnisse einer Beforschung von 12 Solidaritätsgruppen in der Deutschschweiz. In den Selbst- und Fremdhilfegruppen wird untersucht, ob die mit der Individualisierung gewandelten Formen und Inhalte sowohl von Solidari-tät wie von Religion neue Verbindungen eingehen und wie überkommene Verknüpfungen weiterleben. Im Ergebnis wird der soziale Wandel in der Verbindung von Solidarität und Religion in verschiedenen Typen dargestellt und die Bedeutung für die Gesellschaft und die Kirchen reflektiert.
Ergebnisse einer schriftlichen Befragung in der Deutschschweiz