Schlagwörter und Schlachtrufe. Band 1
Aus zwei Jahrhunderten deutscher Geschichte






Aus zwei Jahrhunderten deutscher Geschichte
Die Partei des Verbrechens
German
Als Bewegung, Ideologie und Herrschaftsform prägte der Faschismus die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um den im Zuge der Weltwirtschaftskrise sich verbreitenden unklaren Antikapitalismus nach rechts hin umzulenken, figurierte er in Deutschland als 'nationaler Sozialismus'. Dieser verbreitete nationalistische, terroristisch-antidemokratische, expansions- und kriegsorientierte Denkweisen völkisch-rassistischen, insbesondere auch antisemitischen Zuschnitts. Den 'Nationalsozialismus' repräsentierte eine Partei, die zur größten in der deutschen Parteiengeschichte geriet. Ihre Geschichte belegt zugleich den förderlichen Umgang, den Staatsbürokratie, rechte Parteien und Justiz in der Weimarer Republik mit ihr pflegten. Manfred Weißbeckers 'Wortmeldungen' erhellen symptomatische Einzelereignisse und bieten eine Schau vom Teil zum Ganzen. Da lassen sich vielfältige Hintergründe erkennen sowie die Tatsache, dass eine pflegliche Behandlung der extremen Rechten begleitet ist von immer schärferem Vorgehen gegen Linke.
Die Bedeutung der DDR-Faschismusforschung für heute
Bereits nach dem Ersten Weltkrieg verlangten Sozialisten, Antimilitaristen, Pazifisten und andere, dass sich Krieg nie wiederholen dürfe. 1945 ergänzten befreite Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald diese Forderung mit den Worten »Nie wieder Faschismus«. Krieg und Faschismus gehörten für sie untrennbar zusammen. Für sie war das Geschehen zwischen 1933 und 1945 in seinen unerhörten Ausmaßen und Folgen geschichtlich einmalig. Inzwischen zeigt sich, dass es wieder Tendenzen zu neuen autoritären Entwicklungen gibt. Die Aufarbeitung der Ursachen für den Aufstieg des Nationalsozialismus gehörte zu den zentralen Anliegen der Faschismusforschung in der DDR. Grund genug, den 90. Geburtstag von Manfred Weißbecker, einem der einflussreichsten DDR-Geschichtswissenschaftler, zum Anlass zu nehmen, auf einer Tagung darüber zu diskutieren, welche Bedeutung diese Forschung für die Analyse heutiger Entwicklungen noch haben kann. Dieser Band enthält die überarbeiteten Beiträge der Tagung. Inhalt: Mario Keßler: Kardinalfragen des Faschismus Christoph Kopke: Die Bedeutung der Faschismusforschung in der DDR für heute Fabian Virchow: Faschismusforschung in der DDR als Reflexionsfolie für die aktuelle Analyse der extremen Rechten Manfred Weißbecker: Unvereinbar: Krieg und Frieden! Verbunden hingegen: Aufrüstung, Kriegsvorbereitung und Faschismus