Verena, die Quelle
- 46 Seiten
- 2 Lesestunden






Der 12. Band der Gesamtausgabe von Silja Walter fokussiert sich auf ihr "Autobiografisches". Ihre Autobiografie "Das dreifarbene Meer" zeigt ihre komplexe Beziehung zu Gott. Fiktive Erzählungen wie "Der Kamm der Queen" und Tagebuchnotizen reflektieren ihr Leben und Glauben. Ein umfassendes Register aller Werke ergänzt den Band.
Silja Walter hält Rückschau auf ihren Glaubensweg. Im Briefwechsel mit Pfarrer Peter von Felten erzählt sie, wie in ihrem langen Ordensleben das Kloster der Ort geworden ist, an dem sie Gott und sich selbst findet. Das dortige Leben mit seinem Rhythmus von Beten und Arbeiten führt sie immer mehr hinein in die Einheit mit sich selbst und in die lebensformende Gotteserfahrung. Es ist ein tiefer und befreiender Glaube, der auch die Quelle ihres reichen schriftstellerischen Schaffens ist.
Silja Walter hatte mit diesem Buch die Menschen überrascht und verzaubert. Solche Literatur hatten sie von ihr noch nicht gelesen. Ihre Erinnerungen sind Geschichten des etwa sechsjährigen Mädchens, ganz aus seiner Perspektive erzählt: was es erlebte und erlitt, was es sah und sich vorstellte, was es erahnte und fragte, was es tat und was ihm geschah. Es ist ein Stück poetischer Prosa, in der lebendigen und unmittelbaren Sprache eines Kindes. Die vielen amüsanten, drolligen und auch tiefsinnigen Episoden mussten nicht erst mühevoll erfunden und komponiert werden. Sie haben - in der Erinnerung herangebildet - ihre eigene Textur bekommen. Jedes Kapitel ist eine in sich abgerundete, geradezu gleichnishafte, zur Deutung lockende Legende. Vor allem aber ist diese Autobiographie ein sprachlicher Genuss und ein anrührendes Lesevergnügen.