Die Beiträge des Bandes geben einen breiten Überblick über die Chancen und Erschütterungen, die der Aufbruch in ein fremdes Land mit sich bringt. Thematisiert werden u.a. die Faszination des Fremden, Glück und Unglück in der Emigration, die Spezifität des ödipalen Konflikts der Muslime im Iran, Gender-Differenzen in Migrantenfamilien sowie transkulturelle Psychotherapie. Diskutiert wird auch, was der Aufbruch der Eltern für ihre hier geborenen oder aufgewachsenen Kinder bedeutet. Mit Beiträgen von U. Apitzsch, M. E. Ardjomandi, I. Bataller Bautista, M. Erdheim, A. Gerlach, I. Kohte-Meyer, S. Scheifele und G. Sturm
Ursula Apitzsch Bücher


Care und Migration
Die Ent-Sorgung menschlicher Reproduktionsarbeit entlang von Geschlechter- und Armutsgrenzen
- 215 Seiten
- 8 Lesestunden
Die gesellschaftliche Diskussion dreht sich seit Jahren um die Haus- und Familienarbeit, insbesondere wenn Frauen berufstätig sind. Wer kümmert sich um Kindererziehung und Altenbetreuung? Die zynische Antwort lautet oft: „Der Markt regelt das“. In diesem Kontext sind es häufig Migrantinnen, oft ohne Papiere und in prekären Verhältnissen, die diese Aufgaben übernehmen. Die sogenannten transnationalen Versorgungsketten („Care Chains“) zeigen, wie Frauen aus West- und zunehmend Osteuropa Teil der regulären Erwerbswelt werden, indem sie sich um die Familien und Haushalte anderer kümmern und Geld nach Hause schicken. Diese Migrantinnen haben wiederum eigene Angehörige oder Migrantinnen, die ihre Familien versorgen. Der Band versammelt Beiträge namhafter Expertinnen zu diesen brisanten gesellschaftspolitischen Fragen, beleuchtet Perspektiven der menschlichen Reproduktionsarbeit, Ökonomie und Ethik und thematisiert die Entstehung neuer Geschlechterordnungen. Zudem wird die Problematik der sozialen Bürgerrechte und die Verknüpfungen zwischen Gender- und Migrationsregimes analysiert. Arlie Hochschild, eine führende amerikanische Soziologin, veröffentlicht erstmals Ergebnisse ihrer neuesten Forschung zu „Surrogate Mothers“. Der Band richtet sich an WissenschaftlerInnen, Policy-Maker und die breite Öffentlichkeit.