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Erfahrung und Experiment

Studien zu Theorie und Geschichte des Essayismus

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  • 312 Seiten
  • 11 Lesestunden

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Robert Musil definiert in „Der Mann ohne Eigenschaften“ den Essayismus als eine Form des freien Lebens und des selbstbewussten Denkens. Die Utopie seines Romans zielt darauf ab, das Experiment des Lebens mit dem des Denkens in einer ästhetischen Existenz zu vereinen. Müller-Funks Studie nutzt ein typologisches Verfahren, um die Vielfalt essayistischer Möglichkeiten und deren historische Logik zu beleuchten. Dabei wird die radikale Skepsis Montaignes der Ungeduld Bacons gegenübergestellt. Experiment und Erfahrung fungieren als Pole, die auch im Kontext von Aufklärung und Idealismus (Lichtenberg und Novalis) sichtbar werden. Der Autor untersucht den Essayismus des 20. Jahrhunderts exemplarisch an drei bedeutenden Beispielen: Musils Roman, die manierierte Prosa von Gottfried Benn und dessen emphatische Essayistik im Rahmen der Kritischen Theorie. Der Essayismus zeigt sich als ein widersprüchlicher und kunstvoller Versuch einer Ethik der Ästhetik, der mit ästhetischen Mitteln denkt und das Opfer der Abstraktion, das dem Szientismus zugrunde liegt, rückgängig machen möchte. In der radikalen Hinterfragung des „Logozentrismus“ wird eine aktuelle Dimension eines selbstreferenziellen, „ästhetischen“ Denkens sichtbar, das über traditionelle Gegenüberstellungen von Rationalismus und Irrationalismus hinausgeht.

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Erfahrung und Experiment, Wolfgang Müller

Sprache
Erscheinungsdatum
1995
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(Hardcover)
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Titel
Erfahrung und Experiment
Untertitel
Studien zu Theorie und Geschichte des Essayismus
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Wolfgang Müller
Erscheinungsdatum
1995
Einband
Hardcover
Seitenzahl
312
ISBN10
3050026138
ISBN13
9783050026138
Reihe
Beschreibung
Robert Musil definiert in „Der Mann ohne Eigenschaften“ den Essayismus als eine Form des freien Lebens und des selbstbewussten Denkens. Die Utopie seines Romans zielt darauf ab, das Experiment des Lebens mit dem des Denkens in einer ästhetischen Existenz zu vereinen. Müller-Funks Studie nutzt ein typologisches Verfahren, um die Vielfalt essayistischer Möglichkeiten und deren historische Logik zu beleuchten. Dabei wird die radikale Skepsis Montaignes der Ungeduld Bacons gegenübergestellt. Experiment und Erfahrung fungieren als Pole, die auch im Kontext von Aufklärung und Idealismus (Lichtenberg und Novalis) sichtbar werden. Der Autor untersucht den Essayismus des 20. Jahrhunderts exemplarisch an drei bedeutenden Beispielen: Musils Roman, die manierierte Prosa von Gottfried Benn und dessen emphatische Essayistik im Rahmen der Kritischen Theorie. Der Essayismus zeigt sich als ein widersprüchlicher und kunstvoller Versuch einer Ethik der Ästhetik, der mit ästhetischen Mitteln denkt und das Opfer der Abstraktion, das dem Szientismus zugrunde liegt, rückgängig machen möchte. In der radikalen Hinterfragung des „Logozentrismus“ wird eine aktuelle Dimension eines selbstreferenziellen, „ästhetischen“ Denkens sichtbar, das über traditionelle Gegenüberstellungen von Rationalismus und Irrationalismus hinausgeht.