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Die Entdeckung der Wirtschaft

Der mittelalterliche Bergbau und die Vermehrung der Welt

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Die Idee einer Wirtschaft, die uns heute selbstverständlich erscheint, hat ihren Ursprung in der spätmittelalterlichen Welt des Bergbaus und der Silbersuche. Diese Zeit war geprägt von der Erschließung unbekannter Welten und der Entstehung einer neuen Politischen Ökonomie, die von der Unerschöpflichkeit irdischer Ressourcen träumte. Ende des Mittelalters begann die Ökonomik, nicht nur einzelne Anwesen, sondern ganze Länder als zusammenhängende Haushalte zu begreifen, was weitreichende Folgen bis in die Gegenwart hatte. Die mittelalterliche Lehre von Haus- und Haushaltung, die sich auf Glaube und Familiengestaltung konzentrierte, erweiterte ihren Fokus auf profane Wirtschaftsthemen. Der Bergbau spielte dabei eine zentrale Rolle als einer der ersten kapitalistischen Wirtschaftszweige im Reich. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob es nicht für alle von Vorteil wäre, wenn Könige und Fürsten an der Erschließung der unterirdischen Reichtümer beteiligt wären. Wäre es nicht im Sinne der guten Ordnung, wenn sie die Gruben, Hüttenwerke und Bergstädte in ihren Haushalt integrierten? Die Studie von Andreas Friedolin Lingg zeigt eindrucksvoll, wie eine neuartige, raumgreifende Politische Ökonomie entstand, die von der Vorstellung unerschöpflicher, grenzenlos ausbeutbarer Natur- und Welthorizonten geprägt war. Diese Legitimationsformel hat bis heute Bestand.

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Die Entdeckung der Wirtschaft, Andreas Friedolin Lingg

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Erscheinungsdatum
2023
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