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Blaue Hemden - rote Fahnen

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Zu DDR-Zeiten war die Freie Deutsche Jugend ein bedeutender Verband mit zwei Millionen Mitgliedern, der viele Bürger als Heranwachsende prägte. Erinnerungen an Gemeinschaftserlebnisse sind eng mit der FDJ verbunden. Ein Jahr nach der Wende blieb nur eine kleine linke Splittergruppe übrig. Das fünfzigjährige Jubiläum am 6. März 1996 in Berlin wurde zum Veteranentreffen. Die einst stolze „Kaderschmiede“, die die Partei, den Staat und die Armee mit Führungsnachwuchs versorgte, verlor schnell an Bedeutung. Historisch betrachtet zeigt die FDJ ein anderes Bild als in Memoiren und Erinnerungen von Zeitzeugen. Besonders zur Gründerzeit existieren zwei schwer miteinander vereinbare Lesarten: einerseits als selbstbestimmte, pluralistische Gemeinschaft junger Menschen, die einen demokratischen Weg aus den Trümmern des Hitlerreichs suchten; andererseits als ferngesteuertes Instrument kommunistischer Machtpolitik. Wer wie ich das Kriegsende und die Anfänge einer neuen Gesellschaftsordnung erlebte, wird sich eher mit der ersten Lesart identifizieren. Ich erinnere mich gut an die schockierenden Erlebnisse, die mein Leben veränderten und mich, obwohl ich im Westteil Berlins lebte, zur FDJ führten.

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Blaue Hemden - rote Fahnen, Ulrich Mählert

Sprache
Erscheinungsdatum
1996
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(Paperback)
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Titel
Blaue Hemden - rote Fahnen
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Ulrich Mählert
Erscheinungsdatum
1996
Einband
Paperback
ISBN10
3810017140
ISBN13
9783810017147
Reihe
Schlagwörter
Sachbücher
Beschreibung
Zu DDR-Zeiten war die Freie Deutsche Jugend ein bedeutender Verband mit zwei Millionen Mitgliedern, der viele Bürger als Heranwachsende prägte. Erinnerungen an Gemeinschaftserlebnisse sind eng mit der FDJ verbunden. Ein Jahr nach der Wende blieb nur eine kleine linke Splittergruppe übrig. Das fünfzigjährige Jubiläum am 6. März 1996 in Berlin wurde zum Veteranentreffen. Die einst stolze „Kaderschmiede“, die die Partei, den Staat und die Armee mit Führungsnachwuchs versorgte, verlor schnell an Bedeutung. Historisch betrachtet zeigt die FDJ ein anderes Bild als in Memoiren und Erinnerungen von Zeitzeugen. Besonders zur Gründerzeit existieren zwei schwer miteinander vereinbare Lesarten: einerseits als selbstbestimmte, pluralistische Gemeinschaft junger Menschen, die einen demokratischen Weg aus den Trümmern des Hitlerreichs suchten; andererseits als ferngesteuertes Instrument kommunistischer Machtpolitik. Wer wie ich das Kriegsende und die Anfänge einer neuen Gesellschaftsordnung erlebte, wird sich eher mit der ersten Lesart identifizieren. Ich erinnere mich gut an die schockierenden Erlebnisse, die mein Leben veränderten und mich, obwohl ich im Westteil Berlins lebte, zur FDJ führten.