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Von Honig und Absinth

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Als Léna das Museum verließ, war es gerade Mittag. Sie staunte über die Sonne, die die Eingangstreppe und den Platz davor mit ihrem scheuen Winterlicht verwandelt hatte. Der Schnee glänzte und glitzerte. Weit über den Gärten ragte die Turmspitze des Rathauses in einen stahlklaren Himmel empor. Sie dachte an den feuchten, schmutzigen Nebel, an den falben Morgenhimmel, als sie in der Früh den Rosengarten durchquert hatte. Sie hätte ihn lieber meiden sollen. Sie hasste die makabre Erscheinung der in Jute verpackten Rosenstöcke, sie erinnerten sie an einen Friedhof oder an schaurige Szenen eines »Film noir«. An jenem Morgen hatte sich ein scharfes Bild aufgedrängt, eine seltsame Assoziation: das Gesicht Yves Montands in dem Film von Costa-Gavras, die Hände gebunden, die Augen geblendet, den Strick um den Hals. Alles schwarz-weiß.

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Von Honig und Absinth, Nathalie Rouanet

Sprache
Erscheinungsdatum
2019
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(Paperback)
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Titel
Von Honig und Absinth
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Nathalie Rouanet
Verlag
Löcker
Erscheinungsdatum
2019
Einband
Paperback
Seitenzahl
90
ISBN10
3990980068
ISBN13
9783990980064
Reihe
Beschreibung
Als Léna das Museum verließ, war es gerade Mittag. Sie staunte über die Sonne, die die Eingangstreppe und den Platz davor mit ihrem scheuen Winterlicht verwandelt hatte. Der Schnee glänzte und glitzerte. Weit über den Gärten ragte die Turmspitze des Rathauses in einen stahlklaren Himmel empor. Sie dachte an den feuchten, schmutzigen Nebel, an den falben Morgenhimmel, als sie in der Früh den Rosengarten durchquert hatte. Sie hätte ihn lieber meiden sollen. Sie hasste die makabre Erscheinung der in Jute verpackten Rosenstöcke, sie erinnerten sie an einen Friedhof oder an schaurige Szenen eines »Film noir«. An jenem Morgen hatte sich ein scharfes Bild aufgedrängt, eine seltsame Assoziation: das Gesicht Yves Montands in dem Film von Costa-Gavras, die Hände gebunden, die Augen geblendet, den Strick um den Hals. Alles schwarz-weiß.