Bookbot

Architektur des roten Wien

Autor*innen

Mehr zum Buch

Die Gemeindebauten schufen eine soziale Identifikation für die Arbeiterschaft, die die Klassische Moderne und der Internationale Stil nicht hervorgebracht hatten. Die Wiener Wohnbauarchitektur folgte nicht dogmatisch dem rationalen Leitbild des "Neuen Bauens" und passte sich auch nicht dem Konservatismus der regionalen Bauschulen an. Stattdessen beschritt sie einen eigenständigen "dritten Weg", der eine Konsequenz des sozialen Reformgeistes und Humanismus des späten 19. Jahrhunderts war. In Wien, das in den 20er-Jahren führend im sozialen Wohnbau war, wurden keine neuen Stadtteile gegründet, doch durch geschickte Baulückenverbauung und Zusammenlegung von Freiflächen entstanden zahlreiche Volkswohnhäuser, die sich durch markantes Äußeres und grüne Hofgestaltungen von Nachbarhäusern abhoben. Unter den kommunistischen Diktaturen litten die Wiener Funktionäre und Baumeister der SDAPÖ an einer ähnlichen "Palastitis". Eine historisch vertraute Semantik in der Architektur erwies sich als wirkungsvolles Mittel zur Identifikation und Prestigegewinn für die Partei. Die "Roten Festungen" waren für loyale Parteigenossen massenwirksam, wurden jedoch von bürgerlichen Gegnern als "Arbeiterburgen" angefeindet, nicht nur von politischen Rivalen.

Publikation

Buchkauf

Architektur des roten Wien, Walter Zednicek

Sprache
Erscheinungsdatum
2009
product-detail.submit-box.info.binding
(Paperback),
Buchzustand
Gebraucht - Gut
Preis
€ 43,99

Lieferung

  • Gratis Versand ab 14,99 € in ganz Österreich! Mehr Infos.

Zahlungsmethoden

Keiner hat bisher bewertet.Abgeben

Sprache
Deutsch
Autor*innen
Walter Zednicek
Erscheinungsdatum
2009
Einband
Paperback
Seitenzahl
223
ISBN10
3950254439
ISBN13
9783950254433
Reihe
Beschreibung
Die Gemeindebauten schufen eine soziale Identifikation für die Arbeiterschaft, die die Klassische Moderne und der Internationale Stil nicht hervorgebracht hatten. Die Wiener Wohnbauarchitektur folgte nicht dogmatisch dem rationalen Leitbild des "Neuen Bauens" und passte sich auch nicht dem Konservatismus der regionalen Bauschulen an. Stattdessen beschritt sie einen eigenständigen "dritten Weg", der eine Konsequenz des sozialen Reformgeistes und Humanismus des späten 19. Jahrhunderts war. In Wien, das in den 20er-Jahren führend im sozialen Wohnbau war, wurden keine neuen Stadtteile gegründet, doch durch geschickte Baulückenverbauung und Zusammenlegung von Freiflächen entstanden zahlreiche Volkswohnhäuser, die sich durch markantes Äußeres und grüne Hofgestaltungen von Nachbarhäusern abhoben. Unter den kommunistischen Diktaturen litten die Wiener Funktionäre und Baumeister der SDAPÖ an einer ähnlichen "Palastitis". Eine historisch vertraute Semantik in der Architektur erwies sich als wirkungsvolles Mittel zur Identifikation und Prestigegewinn für die Partei. Die "Roten Festungen" waren für loyale Parteigenossen massenwirksam, wurden jedoch von bürgerlichen Gegnern als "Arbeiterburgen" angefeindet, nicht nur von politischen Rivalen.