Klar, Gablé kann schreiben, keine Frage. Man merkt sofort, wie gründlich sie recherchiert hat. Die Schauplätze wirken gelungen, die Figuren echt, und man taucht ziemlich tief ins 11. Jahrhundert ein. Aber zwischen all den historischen Details bleibt die Geschichte stellenweise ein bisschen fad. Es ist einfach sehr, sehr viel, und es fehlt an echten Höhepunkten und Spannungsmomenten. Und manchmal hatte ich das Gefühl, Gablé verliert sich ein bisschen in den politischen Feinheiten und Machtspielchen. Cædmon, der Protagonist, war für mich aber ein echter Lichtblick. Ein Typ, der zwischen zwei Welten steht: zu englisch für die Normannen, zu normannisch für die Engländer. Das fand ich spannend, weil er so vielschichtig und menschlich ist. Er will das Richtige tun, weiß aber oft selbst nicht genau, was das eigentlich ist. Trotzdem: 900 Seiten sind eine Ansage. Nicht jede davon war für mich nötig. Manche Kapitel ziehen sich, und die großen Highlights bleiben ein bisschen aus. Es gibt zwar Schlachten, Intrigen und auch eine Liebesgeschichte, aber so richtig gepackt hat mich das alles nicht. Eher solide erzählt, aber selten mitreißend. Ich will’s aber auch gar nicht schlechtreden, Gablé versteht ihr Handwerk, keine Frage. Sie kann Atmosphäre, sie kann Figuren, und sie kann historische Genauigkeit, wie kaum jemand sonst. Nur für mich persönlich war’s stellenweise etwas zu ausufernd.
Mehr zum Buch
England 1064: Ein Überfall dänischer Piraten setzt der unbeschwerten Kindheit des jungen Cædmon of Helmsby ein jähes Ende: Ein Pfeil verletzt ihn so schwer, daß er zum "nutzlosen Krüppel wird. Sein Vater schiebt ihn ab und schickt ihn als Übersetzer einer englischen Gesandtschaft in die normannische Heimat seiner Mutter. Zwei Jahre später kehrt Cædmon, geheilt und von normannischen Einflüssen geprägt, mit Herzog William und dessen Erobererheer zurück. Nach der Schlacht von Hastings und Williams Krönung gerät Cædmon als Übersetzer des Königs und Lehrer der Prinzen in eine Schlüsselposition, die er niemals wollte: Er wird zum Mittler zwischen Eroberern und Besiegten, ohne je zu wissen, wo er selbst steht. In dieser undankbaren Rolle schafft er sich erbitterte Feinde. Doch während neuerliche Wikingereinfälle und Aufstände das Land in Unruhe stürzen, nutzt er seinen wachsenden politischen Einfluß für sein Streben nach Aussöhnung, denn er hat das Ohr des despotischen, oft grausamen Königs. Bis zu dem Tag, an dem William erfährt, wer die normannische Dame ist, die Cædmon liebt ...
Von Das zweite Königkreich (recenzní výtisk) (2000) sind aktuell auf Lager verfügbar.
Buchkauf
Das zweite Königkreich (recenzní výtisk), Rebecca Gablé
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 2000
- product-detail.submit-box.info.binding
- (Hardcover),
- Buchzustand
- Gebraucht - Gut
- Preis
- € 11,49










