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Das Werk ist schwer einer literarischen Gattung zuzuordnen. In seiner Länge ähnelt es einer Novelle, während seine Komplexität eher einem Roman entspricht, den der Autor selbst Aura nennt. Bereits bei diesen Definitionen begegnen wir dem zentralen Thema der Identität. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine einfache Erzählung, die in Wirklichkeit jedoch ganz anders ist. Erst wenn wir in sie eintauchen, offenbart sich uns ein komplexes Labyrinth von Untertönen, Symbolen und zeitlichen Sprüngen. Die Besessenheit des Schriftstellers mit der doppelten Identität, die wir bei beiden Hauptfiguren der Geschichte finden, hat ihre Wurzeln in seiner Kindheit, als er in einem Schloss ein Bild der jungen Karlota von Belgien sah und später im Archiv das Bild derselben Frau fand, nun alt und völlig verändert, die im Jahr starb, als Fuentes geboren wurde. Diese beiden Karlota sind wie Consuelo und Aura. Das Buch zeichnet sich auch durch eine unlogische Konstruktion der Realität aus, wie wir sie gewöhnlich in unserem täglichen Leben erleben. Der Alltag der Personen im Buch ist nämlich nicht nur unlogisch, sondern auch irrational. Fuentes hat Aura vor intellektualistischen Traktaten bewahrt und damit eine magische Atmosphäre geschaffen, die "wahre Realität" heraufbeschwört, die in überraschender Abfolge all ihre Gesichter zeigt und bis zum Mythos und Ritual reicht, ohne künstlich oder unwirklich zu wirken.
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Zwei Novellen, Carlos Fuentes
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 1976
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- (Hardcover)
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- Titel
- Zwei Novellen
- Sprache
- Deutsch
- Autor*innen
- Carlos Fuentes
- Verlag
- Suhrkamp
- Erscheinungsdatum
- 1976
- Einband
- Hardcover
- ISBN10
- 3518015052
- ISBN13
- 9783518015056
- Reihe
- Schlagwörter
- Belletristik, Klassiker, Horror, Spanische Literatur, Magischer Realismus, Hispanoamerikanische Literatur
- Bewertung
- 4,35 von 5 Sternen
- Beschreibung
- Das Werk ist schwer einer literarischen Gattung zuzuordnen. In seiner Länge ähnelt es einer Novelle, während seine Komplexität eher einem Roman entspricht, den der Autor selbst Aura nennt. Bereits bei diesen Definitionen begegnen wir dem zentralen Thema der Identität. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine einfache Erzählung, die in Wirklichkeit jedoch ganz anders ist. Erst wenn wir in sie eintauchen, offenbart sich uns ein komplexes Labyrinth von Untertönen, Symbolen und zeitlichen Sprüngen. Die Besessenheit des Schriftstellers mit der doppelten Identität, die wir bei beiden Hauptfiguren der Geschichte finden, hat ihre Wurzeln in seiner Kindheit, als er in einem Schloss ein Bild der jungen Karlota von Belgien sah und später im Archiv das Bild derselben Frau fand, nun alt und völlig verändert, die im Jahr starb, als Fuentes geboren wurde. Diese beiden Karlota sind wie Consuelo und Aura. Das Buch zeichnet sich auch durch eine unlogische Konstruktion der Realität aus, wie wir sie gewöhnlich in unserem täglichen Leben erleben. Der Alltag der Personen im Buch ist nämlich nicht nur unlogisch, sondern auch irrational. Fuentes hat Aura vor intellektualistischen Traktaten bewahrt und damit eine magische Atmosphäre geschaffen, die "wahre Realität" heraufbeschwört, die in überraschender Abfolge all ihre Gesichter zeigt und bis zum Mythos und Ritual reicht, ohne künstlich oder unwirklich zu wirken.


