Wie handelt man richtig, wenn das moralische »Richtig« dem gesetzlichen »Richtig« widerspricht? Wie reagiert man auf Missachtungen der Menschenrechte durch höchste Regierungsinstanzen? Wie können wir urteilen über die, in deren Haut wir nicht stecken? Mit diesen Fragen, die Hannah Arendt bereits vor über 50 Jahren beschäftigten, werden wir heute wieder verstärkt konfrontiert. Damals wie heute gilt: Persönliche Verantwortung muss sich von politischer Verantwortung unterscheiden. In Arendts klarer und bestechender Sprache gibt dieser wiederentdeckte Aufsatz Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Zeit.
Hannah Arendt Bücher
Hannah Arendt war eine der einflussreichsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeit taucht tief in die menschliche Erfahrung ein und bietet tiefgründige Einblicke in die Natur des Totalitarismus, menschlichen Handelns und die grundlegenden Kategorien des Lebens. Durch ihre Essays und umfangreichen Studien untersuchte sie Revolution, Freiheit und Autorität und setzte sich für ein Verständnis von Denken, Wollen und Urteilen ein. Arendts Werk regt weiterhin zum Nachdenken über die Komplexität der modernen Welt und das Wesen der menschlichen Existenz an.



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Sokrates. Apologie der Pluralität
- 109 Seiten
- 4 Lesestunden
Hannah Arendt dachte zeitlebens im Horizont Sokrates'. Schon in den amerikanischen Anfängen stellte sie den Lehrer Platons in den Mittelpunkt ihrer Versuche, ein politisch relevantes und persönlich haltbares Denken für die Moderne zu begründen. Meisterhaft entfaltet diese Vorlesung aus den 50er Jahren eine Apologie der menschlichen Pluralität. So wendet sich Arendt gegen die platonische Versuchung, der Relativität der möglichen Wahrheiten mit der absoluten Autorität eines wegweisenden Denkansatzes begegnen zu wollen. Entscheidend ist für Arendt der innere Dialog, den Sokrates philosophisch initiierte. Zudem hebt sie die Kommunikation unter Bürgern und Freunden hervor, die im Austausch der Meinungen gemeinsame Perspektiven der Weltgestaltung eröffnen könne. In den Erinnerungen »In Hannah Arendts Seminar« berichtet ihr letzter Assistent Jerome Kohn, wie sich entlang platonischer Texte das gemeinsame Nachdenken mit der Philosophin an der New School of Social Research gestaltete.
Im Sommer 1950 begann Hannah Arendt, handschriftlich Aufzeichnungen in ein Buch einzutragen, das sie ihr »Denktagebuch« nannte. In der Tat haben die 28 vollständig erhaltenen Hefte kaum etwas mit einem herkömmlichen Tagebuch gemein. Sie enthalten vielmehr Denkexperimente und Denkresultate und dienten dem lebenslangen Ziel der Autorin, die Wirklichkeit des Jahrhunderts der Kriege, Revolutionen und totalitärer Systeme denkend zu bewältigen. Ganz direkt erfahren die Leser hier Arendts Methode, die philosophische und politische Tradition des Abendlandes von Platon bis Heidegger zu befragen.
Essays & [und] Kommentare 1
- 180 Seiten
- 7 Lesestunden
Dieser Band enthält frühe Überlegungen Hannah Arendts zu den Konzentrationslagern, zur Weltherrschaft als Endziel totalitärer Regimes und über den Versuch der totalen Beherrschung des Menschen. Über das Weiterleben des Faschismus in Europa nach 1945, über Diktatur und persönliche Verantwortung, über den Frankfurter Auschwitz-Prozeß und über die Eichmann-Kontroverse.
Hannah Arendts Credo hat nichts an Gültigkeit verloren: »Im Kulturellen und im Politischen, also in dem gesamten Bereich des öffentlichen Lebens, geht es weder um Erkenntnis noch um Wahrheit, sondern um Urteilen und Entscheiden, um das urteilende Begutachten und Bereden der gemeinsamen Welt und die Entscheidung darüber, wie sie weiterhin aussehen und auf welche Art und Weise in ihr gehandelt werden soll.«
»Jude sein gehört zu den unbezweifelbaren Gegebenheiten meines Lebens.« - Hannah Arendt beginnt mit ihrer Arbeit zu Rahel Varnhagen, sich mit der jüdischen Geschichte in Deutschland zu beschäftigen, aber erst nachdem sie Deutschland 1933 verlassen hatte, setzte sie sich verstärkt mit ihrer Identität als Jüdin und der »jüdischen Frage« auseinander. Dieses Buch versammelt chronologisch alle zu Lebzeiten veröffentlichten Aufsätze Arendts zum Thema und zeigt so auch ihre Entwicklung in den diskutierten Fragen, beispielsweise ihre teilweise sehr wechselnde Haltung zu Israel und dem Zionismus. Herausgegeben, zum Teil neu übersetzt und eingeordnet von Marie Luise Knott und Ursula Ludz schließt der Band eine wichtige Lücke in der Arendt-Literatur.
Was ist Existenzphilosophie?
- 46 Seiten
- 2 Lesestunden
Walter Benjamin
- 106 Seiten
- 4 Lesestunden
Übungen im politischen Denken 2
- 489 Seiten
- 18 Lesestunden
Vor dem Antisemitismus ist man nur noch auf dem Monde sicher
- 244 Seiten
- 9 Lesestunden



