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Bookbot

Josef Winkler

    3. März 1953
    Das Zöglingsheft des Jean Genet
    Abschied von Vater und Mutter
    Der Katzensilberkranz in der Henselstraße
    Domra
    Friedhof der bitteren Orangen
    Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder die Wutausbrüche der Engel
    • Die Ukrainerin

      Njetotschka Iljaschenko erzählt ihre Geschichte

      Nach einem längeren Aufenthalt in Wien zog sich Josef Winkler im Jahre 1981 auf einen Bauernhof in Kärnten zurück, um seinen Roman Muttersprache zu beenden. Dort fand er Quartier bei der Familie der Bergbäuerin Njetotschka Wassiljewna Iljaschenko, einer im März 1943 von Hitlers Schergen verschleppten Ukrainerin ‒ die ihm über ein Jahr lang ihre Lebensgeschichte erzählte. Die Bäuerin berichtet dem Autor vom Leben ihrer verzweifelt um die Existenz der Familie ringenden Mutter am Ufer des Dnjepr und von ihrer eigenen Kindheit während der Zeit der Kollektivierung und Hungersnot (Holodomor) im Dorf Dobenka, das später vom Stausee von Krementschug überflutet wurde. Sie erzählt von ihrer gewaltsamen Verschleppung aus der Ukraine zur Zwangsarbeit nach Kärnten, und sie berichtet von ihrem ersten Jahr auf dem Kärntner Bergbauernhof. Der Band erscheint mit einem Nachwort von Josef Winklers französischem Übersetzer Bernard Banoun sowie erstmals mit Briefen, die Hapka Davidowna Iljaschenko aus der Ukraine an ihre Tochter Njetotschka in Kärnten schrieb.

      Die Ukrainerin2022
      4,0
    • Wer Winkler liest, wird Winklers Sprachlust nicht vergessen. Sie entzündet sich an Leben und Sterben im heimatlichen Kamering, am Gewimmel italienischer Märkte – an der Turbulenz zwischen den Scheiterhaufen im indischen Varanasi. Aber auch an Büchern, Gemälden und Skulpturen kann sie sich entzünden, wie diese Sammlung zeigt. Und manchmal kommt es zu einer Selbstentzündung, die Sprachlust fängt einfach so an zu brennen – wenn der Autor aus Traum und Tag zusammenkehrt, was zu besingen ist. Dann entsteht ein Text wie »Specter of the Gardenia«: »Auf die Stimme der weißen Kreide / Auf die Wasseroberfläche des Tintenkleckses (…) / Auf die Unterseite einer gespaltenen Leguanzunge am Bug des sinkenden Schiffes und auf die Meerestiefe meines Tintenfasses – königsblau SCHREIB ICH DEINEN NAMEN …«

      Begib dich auf die Reise oder Drahtzieher der Sonnenstrahlen2020
      3,0
    • Táhni k čertu, otče

      • 222 Seiten
      • 8 Lesestunden

      V knize s výmluvným názvem se tentokrát nezjevují ve své smrti všichni mrtví z Kameringu, autor se tu soustřeďuje pouze na dva místní mrtvé; jedním je bývalý nacista a pronásledovatel Židů Odilo Globocnik, jehož tělo hnije nepohřbené na poli „na Svinským, kde dozrávalo zrno na chléb vezdejší a po celá desetiletí tak zamořovalo a otravovalo životy lidí v celém údolí Drávy“, druhým je autorův otec, který o této skutečnosti beze všech pochyb věděl, a přesto o tom nikdy nepromluvil. V mohutném slovním vodopádu zde autor demaskuje skutečný příběh své rodné vesnice, plné skrývaného tajemství, zla, pokrytectví a neštěstí.

      Táhni k čertu, otče2020
      4,0
    • Der Stadtschreiber von Kalkutta

      • 105 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Und mit meinem Notizbuch, auf dem ein plitschnasser indischer Knabe am Ufer des Meeres abgebildet war, der keck lachend zwischen mehreren über und über mit gelben und orangefarbenen Blumengirlanden behängten Ganeshas, Statuen des indischen Elefantengotts, hockt, ging ich kreuz und quer durch die Straßen von Kalkutta und begann meine Beobachtungen aufzuschreiben ...

      Der Stadtschreiber von Kalkutta2019
      2,8
    • Erst vor wenigen Jahren hat Josef Winkler erfahren, dass sein Kärntner Landsmann Odilo Globocnik, der sich als Leiter der »Aktion Reinhardt« mit den Worten »Zwei Millionen ham‘ ma erledigt« des Massenmords an den Juden gerühmt hatte, nach seinem Zyankali-Freitod im Mai 1945 auf einem Gemeinschaftsfeld von Winklers Heimatdorf Kamering verscharrt wurde, in den »Sautratten« – dort, wo Winklers Vater und Großvater ihr Getreide anbauten und ernteten. In einem bösen Wortmarathon exhumiert der Autor das Skelett des SS-Massenmörders – und mit dem Skelett die Geschichte Kamerings nach dem Krieg. Ausgrabung und die neuerliche Visitation des vielleicht meistbeschriebenen Dorfs der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ergeben: Der Boden, auf dem Kamering steht, ist vergiftet. Laß dich heimgeigen legt den Finger in die Wunde eines Jahrzehnte währenden kollektiven Verschweigens.

      Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe2018
      4,1
    • Abschied von Vater und Mutter

      • 254 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Abschied von Vater und Mutter vereinigt die beiden Requiemtexte Roppongi – Requiem für einen Vater (2007) und Mutter und der Bleistift (2013). Als Josef Winkler sich im Jahre 2004 eine Zeitlang in Tokio im Stadtteil Roppongi aufhält, ereilt ihn die Nachricht vom Tod seines fast hundertjährigen Vaters. Noch ein Jahr zuvor hatte der Alte ihn beschworen, seinem Begräbnis fernzubleiben, weil der Sohn nicht müde geworden war, den seligen Frieden seines Kärntner Heimatdorfes mit seiner Schreibhand zu durchkreuzen. Eine Zeit danach erscheint die Erinnerungsgeschichte Roppongi – Requiem für einen Vater, die den Leser an Schauplätze in Japan, Kärnten und Indien führt. Das Requiem für Josef Winklers im Jahre 2011 verstorbene Mutter Mutter und der Bleistift, in dem die Mutter ihren am Küchentisch kritzelnden linkshändigen Sohn immer wieder auffordert, den Bleistift in die rechte Hand zu nehmen, entsteht in Südfrankreich, Indien und Kiew. „Reisen, um heimatlos zu werden“, heißt es bei Henri Michaux. Nach dem Tod von Vater und Mutter ist der Linkshänder, der mit der rechten Hand schreiben gelernt hat, seine Heimat losgeworden.

      Abschied von Vater und Mutter2015
      4,0
    • Winnetou, Abel und ich

      • 141 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Der Autor der Indianergeschichten war des jungen Josef Winkler Lektüregott. Als der älter und selber Autor (und 2008 Georg-Büchner-Preisträger) Gewordene ein halbes Jahrhundert nach seiner ersten Begegnung die drei »Winnetou«-Bände sowie »Weihnacht« wiederlas und die Bilder Sascha Schneiders betrachtete, entstanden vier Nacherzählungen der wichtigsten Szenen. Eingeleitet werden sie von der Titelgeschichte »Winnetou, Abel und ich«, die noch einmal in Winklers Kärntner Indianerkindheit zurückführt. »Mutter und Vater beäugten mich beim Lesen mit misstrauischen Blicken, denn die Nachbarin sagte einmal zu meiner ahnungslosen Mutter, die ihr ganzes Leben kein Buch gelesen hatte: > Karl May verdirbt ihn!< Erlöst wurde ich erst vom Tierarzt, dem vornehmen Dr. Weber, der nach einer Operation im Stall, als er in der Küche mit einer Terpentinseife seine Hände wusch und dabei fragte, was ich denn da lese, in Anwesenheit meiner Eltern ein Lob spendete: > Sehr gut! Sehr gut!<«

      Winnetou, Abel und ich2014
      3,0
    • Wortschatz der Nacht

      • 109 Seiten
      • 4 Lesestunden

      „Gestern abend, im Bett auf dem Rücken liegend, stellte ich mir meinen Tod vor. Ich schloß die Hände zum Gegengebet. Ich begann zu lächeln und versuchte diesen Gesichtsausdruck solange wie möglich zu bewahren. Meine Maske also …“ Dass Tod lebendig macht, es gilt jedenfalls für das Schreiben dieses Autors. Todesfurcht – Sehnsucht, Schrecken und Faszination – treibt Josef Winkler von Werk zu Werk. 1979, direkt nach der Niederschrift seines ersten Romans »Menschenkind«, brachte er in einem »Wortanfall« weniger Nächte hundert Seiten rauschhafter Prosa, einen »Bildersturm«, zu Papier. Im selben Jahr erschien der Text in der Grazer Literaturzeitschrift »manuskripte«. Jetzt, vierunddreißig Jahre später, zum 60. Geburtstag des Büchner-Preisträgers, wird dieses Jugendwerk zum ersten Mal als Buch veröffentlicht. Eine Neu- und Wiederbegegnung steht an.

      Wortschatz der Nacht2013
      2,0
    • Die Salzburger Rede von Josef Winkler und die Fotos von Gerhard Maurer erscheinen als erstes Buch des Frühjahrs. Die Rede, eine Art Fortsetzung der Winkler’schen Bachmannrede (2009) und seines viel beachteten Bandes „Die Wetterhähne des Glücks und die Totenkulterer von Kärnten“, sind unser Beitrag, den „Versuch einer Gegenwartsbewältigung mit künstlerischen Mitteln“ fortzusetzen. Begonnen wurde dieser Versuch mit „Saualm reflux“ – ein von Barbara Maier initiiertes Kunstprojekt, das an allen Standorten der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec präsentiert wurde. Ausgestellt waren Aufnahmen vom und um das Asylwerberheim in Wölfnitz auf der Saualpe, fotografiert von Gerhard Maurer, literarisch unterlegt mit Bildbeschreibungen von den Kärntner Autorinnen und Autoren Delphine Blumenfeld, Antonio Fian, Alfred Goubran, Peter Handke, Silke Hassler, Lydia Mischkulnig, Jani Oswald, Peter Turrini und Josef Winkler.

      Wenn wir den Himmel sehen wollen, müssen wir donnern helfen2013
    • Mutter und der Bleistift

      • 90 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Es beginnt im indischen Ellora, wo der Erzähler stundenlang durch die buddhistischen, aus dem Fels gehauenen Tempel geht. In den Ruhepausen schlägt er Ilse Aichingers »Kleist, Moos, Fasane« auf. Durch einen bestimmten Satz sieht er sich ins Jahr 1943 versetzt, in dem der Großvater einen Brief ausgehändigt bekommt, worin steht, dass nun auch Adam, sein dritter Sohn, im Krieg gestorben ist. Seine Tochter, die spätere Mutter des Erzählers, wird über den Tod des Bruders mit den Worten »Der Adam kommt auch heim, aber anders …« in Kenntnis gesetzt. Daraufhin kehrt Schweigen in den Bauernhof ein. Ihr Leben lang wird die Mutter, die kürzlich gestorben ist, eine Schweigende sein. »Mutter und der Bleistift« schildert Szenen aus ihrem Leben. Peter Handkes Muttererzählung »Wunschloses Unglück« mischt sich ein, dazu »Abschied von den Eltern« von Peter Weiss. »Roppongi«, dem »Requiem für einen Vater« (2007), lässt Josef Winkler mit »Mutter und der Bleistift« ein Requiem für die Mutter folgen.

      Mutter und der Bleistift2013
      3,1
    • Im Jahr 1993 verbrachte ich von März bis Mai einige Zeit in Indien, obwohl ich lieber nach Marokko oder Tunesien gereist wäre. Meine Frau Christina hatte als Kind vier Jahre in Indien gelebt, und ich wollte das Land ihrer Kindheit kennenlernen. Ihre Familie wohnte in Rourkela, Orissa, wo ihr Vater in den Sechzigerjahren als Ingenieur am Bau eines modernen Stahlwerks mitwirkte, das von 35 deutschen und indischen Firmen errichtet wurde. Um das Werk zu bauen, enteigneten die Behörden 32 Dörfer, wobei 16 vollständig zerstört wurden. 13.000 Ureinwohner, die sogenannten „Adivasi“, wurden umgesiedelt und lebten fortan als rechtlose Landarbeiter oder in Slums. Rourkela hatte damals mehrere Tausend Einwohner, heute ist es eine Industriestadt mit 300.000 Menschen. Das Gelände für das Hüttenwerk und die Wohnstadt umfasste über achttausend Hektar. In dieser „Steel City“ lebten 1800 Deutsche, die als „Rourkela-Deutsche“ bekannt waren, und 40.000 Menschen arbeiteten im Stahlwerk, das eines der größten Auslandsprojekte der Bundesrepublik war.

      Kalkutta 22012
    • Kniha je souborem sedmdesáti tří miniatur, stručných metaforických vzpomínek na určující detaily z autorova života. Josef Winkler se zde z velké části vrací k zážitkům již zpracovávaným v předchozích knihách, ale podává je tu komprimované do několikařádkových volných próz, v nichž lze číst jak osobní zpověď toužící po rozhřešení, tak i zanícenou zášť vůči osobním i neosobním křivdám. Obrazový kosmos, který tu Winkler nabízí, je nám už z dřívějších románů znám. Jakoby autor zalistoval ve svých četných, do poslední stránky popsaných zápisnících a využil staršího materiálu pro sepsání nové knihy.

      Mrtvola slídící ve vlastní rodině2012
      4,0
    • Kalkutta 1

      • 96 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Am 7. September schaue ich aus dem Fenster eines Restaurants und suche nach Bildern für mein indisches Notizbuch. Dabei fällt mein Blick auf einen übergroßen Bildschirm, der für „Tata Sky“ wirbt: Ein Inder kehrt Augengläser zu einem großen Haufen zusammen und schaufelt sie in einen Müllbehälter. Diese Szene erinnert mich an meinen gestrigen Fußweg über einen Zebrastreifen in der Nähe des Hotels. Ich hatte Angst, zwischen den vorbeifahrenden Autos überfahren zu werden und fühlte mich so hilflos, dass ich fast weinen musste. In Kalkutta sind Autofahrer den Fußgängern gegenüber rücksichtslos; man kann an keinem Zebrastreifen oder selbst bei Grün sicher die Straße überqueren. Vor ein paar Tagen erzählte ich meinem zehnjährigen Sohn Kasimir von meinen Ängsten und sagte: „Es geht mir schlecht!“. Seine Antwort war: „Laß es dir gutgehen!“ Auch meine dreijährige Tochter Siri, die meine Schwierigkeiten bemerkt hat, sagt: „Babu soll kommen!“ und sucht Nähe. Christina erwähnte, dass sie das Bett während meines Aufenthalts nicht frisch überziehen werde. Diese kleinen Momente und die Herausforderungen des Alltags in Kalkutta belasten mich, während ich versuche, mich in dieser fremden Stadt zurechtzufinden.

      Kalkutta 12011
    • Eigentlich gehört die Urne des verstorbenen Landeshauptmannes in eine bewachte Gefängniszelle, es kann ja sein, dass er wie ein Phönix aus seiner Asche steigt, denn schon zu seinen Lebzeiten hat er, der immer wieder damit kokettiert hat, sich politisch zurückzuziehen, öfter gesagt: „Ich bin weg! Ich bin wieder da! Ich bin wieder weg! Und gleich wieder da!“ Einbalsamieren! Ausbalsamieren! Einbalsamieren! Ausbalsamieren!

      Die Wetterhähne des Glücks und Die Totenkulterer von Kärnten2011
    • Nachdem Josef Winkler am 1. November 2008 in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis entgegengenommen hatte, hielt er zum Dank eine Rede, aus der dieses Buch entstand. Es gibt Antwort auf einige Fragen: Josef Winkler, wer ist das? Wo kommt er her? Was hat ihn geprägt? Wie ist er zum Schriftsteller geworden? Warum schämt er sich seit kurzem nicht mehr, wenn er nicht jeden Tag an Selbstmord denkt? Josef Winkler, der in einem kleinen katholischen Kärntner Dorf auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, in dem es – außer den alten, abgegriffenen schwarzen Gebetbüchern, auf denen reliefartig, also mit den Fingerkuppen berühr- und erfahrbar, ein goldenes, sich tief in den Kinderseelen verankerndes Kreuz eingraviert war – keine Bücher gab, nicht einmal die Bibel, erzählt von seiner frühen Sehnsucht nach Sprache und Bildern. Mit gestohlenem Geld kaufte er sich die Bücher von Camus, Hemingway, Sartre, Peter Weiss und Jean Genet. Er las diese Bücher, als ob er sie selber geschrieben hätte, und sagte sich, kaum hatte er den Ministrantenmantel abgelegt: »Eines Tages werde ich ein Buch schreiben!« Aus- und abschweifend entwirft Winkler ein Selbstporträt – auf dem auch zwei seiner Schutzheiligen, der Maler Chaim Soutine und der Schriftsteller und Dieb Jean Genet, Platz finden.

      Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder die Wutausbrüche der Engel2011
      5,0
    • »Reisen, um heimatlos zu werden«, schreibt Henri Michaux. Der Österreicher Josef Winkler ist während der Niederschrift seiner Romane über sein Heimatland Kärnten immer wieder nach Italien gereist, später nach Indien und dann auch nach Mexiko, im Gepäck die Erzählungen anderer Autoren, aus denen er kurze Zitate als Intarsien in seine poetologischen Reportagen einsetzt: von Reisen, die ihn zu seiner eigenen Überraschung mit Variationen eines Bildes aus der Kindheit – ein am Straßenrand liegendes, bereits mit Packpapier abgedecktes, überfahrenes Kind – heimholen. Zuletzt in Klagenfurt, wo bei Straßenarbeiten zur Vorbereitung der Fußballeuropameisterschaft 2008 ein Kind überfahren wird und stirbt. Erzählung für Erzählung, Todesfall für Todesfall rückt Winkler seiner Heimatlosigkeit näher.

      Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot2008
      3,5
    • Wir Sind Helden

      • 405 Seiten
      • 15 Lesestunden

      Wir sind helden - Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen - bk67; Fischer Verlag; Hrg. Josef Winkler & Albert Koch; pocket_book; 2008

      Wir Sind Helden2008
      4,0
    • Roppongi

      Requiem für einen Vater

      • 160 Seiten
      • 6 Lesestunden

      »Als ich mich vor drei Jahren mit meiner Familie in Tokio aufhielt, wo wir im Stadtteil Roppongi wohnten«, schreibt Josef Winkler über sein neues Buch, »starb im Alter von 99 Jahren mein Vater, der mir ein Jahr vor seinem Tod, nachdem er erfahren hatte, daß ich in meinem letzten Prosaband einem Bauern aus meinem Heimatdorf weder Kornblumen noch Pfingstrosen gestreut hatte, in einem kurzen, aber dramatischen Telefonmonolog mitteilte, daß, wenn es soweit sei, ich nicht zu seinem Begräbnis kommen solle. Als wir von seinem Ableben erfuhren, stand ich in der österreichischen Botschaft in Tokio vor einer wandgroßen Glasscheibe. Ich schaute hinaus auf einen Teich mit orangefarbenen Wakinfischen, als ein Reiher mit weit auseinandergebreiteten Flügeln am Rande des Teiches aufsetzte. Der tote Vater hat sich also, dachte ich in diesem Augenblick der Trauer und des Glücks, in der Gestalt eines weißen Reihers noch einmal bei mir blicken lassen, bevor er unter die Erde geschaufelt wird mit seinen langen, dünnen roten Beinen, mit seinem erdig gewordenen spitzen langen Schnabel, auf der Suche nach den Würmern seines zukünftigen Grabes in Roppongi. Sein Fluch war in Erfüllung gegangen; wir reisten nicht zurück, sondern blieben in Roppongi.«

      Roppongi2007
      3,5
    • In seinem neuen Buch Leichnam, seine Familie belauernd führt uns Josef Winkler in 80 Prosaminiaturen sein poetisches, stilistisches und geographisches Universum vor. 80 kleine Geschichten über Liebe und Tod, Kindheit und Jugend; über Lesen und Schreiben, über seinen Umgang mit Angst um Sprache und Sprachlosigkeit – gern auch ironisch, sarkastisch, leidenschaftlich und selbstentblößend.

      Leichnam, seine Familie belauernd2003
      4,2
    • Natura morta

      • 101 Seiten
      • 4 Lesestunden

      "Feigen, frische Feigen!" ruft eine dicke Römerin vor den Toren des Vatikans, während ein kahlgeschorener Mann mit einem T-Shirt "Mafia. Made in Italy" einen kleinen Plastiknegerkopf hochhält und ihn den vorbeigehenden Pilgern zeigt. Josef Winkler beschreibt in seiner "römischen Novelle" die Stadt lebendig und eindringlich: das Markttreiben auf der Piazza Vittorio Emanuele unter der Woche und das Warten vor dem Vatikan am Sonntag. Unter den Wartenden sind die Feigenverkäuferin und ihr schöner Sohn, der normalerweise für einen Fischhändler auf dem Markt arbeitet. Zwischen den Menschen, Tieren und frischen Lebensmitteln wird der Piccoletto mit den langen Wimpern von neugierigen Blicken und unverschämten Zurufen umgeben. Als er mittags bei strömendem Regen Pizza für seine Kollegen holt, wird er von einem Feuerwehrwagen erfasst und stirbt sofort. Frocio, ein Kollege, beschmiert sein Gesicht mit dem Blut des Jungen und trägt ihn schreiend über den Markt. In der anschließenden Aufbahrung und Beerdigung beruhigt sich das Drama eines lebendigen Stilllebens, das an Werke italienischer und flämischer Maler des 17. Jahrhunderts erinnert.

      Natura morta2001
      3,3
    • Wenn es soweit ist

      Erzählung

      • 190 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Im Heimatdorf von Josef Winkler gab es früher einen »Knochenköhler«. Dieser sammelte bei Schlachtungen die Tierknochen ein, schichtete sie in einen Tonkrug und ließ sie auf glühenden Kohlen köcheln, bis sich ein schwarzer, nach Verwesung riechender Sud absetzte. Die Bauern strichen die Flüssigkeit den Pferden um Augen, Ohren, Nüstern, um lästige Insekten fernzuhalten.Im Buch übernimmt der Erzähler Maximilian den Part des Knochen- und Geschichtensammlers. Nüchtern rapportiert er die Sterbensgeschichten seiner Verwandtschaft und der Dorfbewohner. Tod reiht sich an Tod; gestorben wird an Krebs, durch Traktorenräder oder durch die eigene Hand. Ist ein Schicksal zu Ende erzählt, legt der Erzähler die Knochen der Verstorbenen in den Tonkrug. Noch nie hat Josef Winkler die Lebensgeschichten seines Dorfes vom Ende her, als Sterbensgeschichten, so souverän, dringlich und formvollendet erzählt: Wenn es soweit ist.

      Wenn es soweit ist1998
      4,2
    • Josef Winkler kritisiert die Macht von Ritualen durch bildreiche und leidenschaftliche Wiederholungen. Er zeigt, dass Machtrituale auch Sprachrituale sind, und schöpft aus seinen Erfahrungen als Bauernkind in einem katholischen Kärntner Dorf. Seine Sprache ist geprägt von Außenseitertum und Wunden, was ihre Originalität und Legitimität unterstreicht.

      Das wilde Kärnten, in 3 Bdn.. Drei Romane1997
    • Domra

      Am Ufer des Ganges. Roman

      • 282 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Der Berufsgruppe der »Domra«, die in Indien zur Kaste der Unberührbaren gehört, unterstehen die Verbrennungsstätten in Varanasi am Harishchandra Ghat und am Manikarnika Ghat. Die Domra verkaufen Holz, nehmen für jeden Leichnam, der am Ufer des Ganges eingeäschert wird, eine Gebühr ein und hüten das ewig brennende heilige Feuer, von dem alle Scheiterhaufen angezündet werden. Sie kümmern sich um die einzelnen Scheiterhaufen und scharren die Asche zusammen. Die Holzkohlereste und die Asche werden von den Domra nach Schmuck und Wertgegenständen durchsucht, bevor die Rückstände eines niedergebrannten Scheiterhaufens dem Fluß übergeben werden und langsam flußabwärts treiben.»Wenn die Rituale beendet, die Gottesdienste aus und die Toten verbrannt sind, bleibt das pure Leben: inhuman, heidnisch und unerlöst. Eigentlich müßten die Kinder der Aufklärung Winkler als Ketzer verfolgen. Dennoch: Domra – Am Ufer des Ganges ist ein großes Buch, mittelalterlich und hoffnungslos.« Helmut Schödel, Die Zeit

      Domra1996
      4,6
    • Das wilde Kärnten

      • 849 Seiten
      • 30 Lesestunden

      »Josef Winkler schreibt gegen die Macht von Ritualen an, indem er sie bilderreich, phantasievoll, leidenschaftlich wiederholt in einer Sprache, die deren Repressionscharakter aufdeckt. Machtrituale sind zugleich Sprachrituale, das ist Josef Winklers Erkenntnis, der dabei von seinen Erfahrungen am eigenen Leib als Bauernkind in einem katholischen Dorf in Kärnten zehrt. Die Sprache Josef Winklers ist eine aus mehrfachem Querstehen, Außenseitertum und entsprechenden Wunden hervorbrechende und sich ihren Sturzweg schaffende Sprache, deren Atemstoß das Signum der Notwendigkeit, Originalität und Legitimität erkennen läßt.«

      Das wilde Kärnten1995
      3,7
    • Das Zöglingsheft des Jean Genet

      • 116 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Josef Winklers Zöglingsheft des Jean Genet ist eine Liebeserklärung des Büchner-Preisträgers an den berühmten Dieb und Schriftsteller und eine persönliche Einführung in Genets Werk. Im ersten Kapitel ist der Erzähler auf der Suche nach Genets Totenbett. Im Schlußkapitel sucht er lange nach dem Grab in Marokko. Dazwischen berichtet Winkler in mehreren Kapiteln vom Leben und Schreiben Genets. Sein Blick richtet sich insbesondere auf den »Zögling«, das heißt auf Genets Kindheit und Jugend.

      Das Zöglingsheft des Jean Genet1992
      4,3
    • Friedhof der bitteren Orangen

      Roman

      • 423 Seiten
      • 15 Lesestunden

      Dies ist der Roman von einem,der auszog, um das Fürchten, das ihn am Leben erhält, nicht zu verlernen. In Süditalien, dort, wo es am katholischsten ist, sammelt der weiland Kärntner Erzministrant Dutzende von gräßlich unterhaltenden Unglücks- und Todesgeschichten, wie sie in keinen Kalender gehen, und bestattet sie sodann Buchseite für Buchseite in den Grüften seines einem neapolitanischen Armenfriedhof, dem Campo Santo della Pietä, nachgebildeten Romans.»Hier darf und kann einer nicht stumm bleiben, damit andere ihm nicht ihre beschwichtigende Sprache aufdrängen können, hier muß und will einer sprechen, damit alle um ihn herum hören können, welchen Aufruhr sie hervorgerufen haben, welche Verstörungen sie nun ertragen müssen. ... Mit Josef Winklers neuester Höllenfahrt, diesem Horrortrip ins Sakrileg, stoßen wir an die Grenze des Erzählbaren vor.« Ludwig Harig

      Friedhof der bitteren Orangen1991
      4,5
    • Der Leibeigene : Roman

      • 312 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Der Leibeigene beginnt mit Winklers Vision eines Kärntner Dorfes im Drautal. An einem windigen Oktobernachmittag zündeten Bauernkinder ein Bündel Heu an, was zu einem verheerenden Brand führte, der 1897 das gesamte Dorf in Asche legte. In den folgenden Jahren wurde Winklers Heimatdorf Kamering in Form eines Kruzifixes wiederaufgebaut. Der verlorene Sohn kehrt in die Hölle zurück, aus der er einst entkommen war, um einen neuen Roman über Themen wie Familie, Geburt und Tod von Tieren und Menschen sowie Gewalt im Krieg und im Alltag zu schreiben. Josef Winkler, 1953 in Kamering geboren, lebt in Klagenfurt. Sein Debütroman Menschenkind, der 1979 erschien, bildet den ersten Teil seiner Trilogie Das wilde Kärnten. Er verbrachte längere Zeit in Italien und Indien, was in seinen Werken wie Friedhof der bitteren Orangen und Domra. Am Ufer des Ganges sichtbar wird. Für Natura morta. Eine Römische Novelle erhielt er 2001 den Alfred-Döblin-Preis. 2003 veröffentlichte er einen Zyklus mit Prosaminiaturen, gefolgt von weiteren Werken wie Roppongi. Requiem für einen Vater und Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot. 2008 wurde Winkler mit dem Georg-Büchner-Preis, der bedeutendsten Auszeichnung der deutschsprachigen Literatur, geehrt.

      Der Leibeigene : Roman1990
      3,4
    • Román Noc z olova je sondou do nejskrytějších zákoutí duše plnou neobvyklých symbolů a obrazů vymykajících se realitě, které utkví v mysli i dlouho po přečtení. Ústřední postava, Matthieu, se vydává na pouť temným, nehostinným městem, jehož obyvatelé nikdy nespí. Vše je jen pouhý klam, pokřivený odraz v zrcadle. Po boku druha Anderse, svého mladšího dvojníka, se propadává do temnoty a s sebou strhává i udiveného čtenáře. Novela Noc z olova z roku 1956 uzavírá rozsáhlé dílo vzdělance a estéta, německého spisovatele a dramatika Hanse Hennyho Jahnna (1894–1959).

      Die Nacht aus Blei1980
      4,1
    • Josef Winkler wurde am 3. März 1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten geboren. 2008 erhielt er den Georg-Büchner-Preis.

      Menschenkind1979
      3,5
    • Entomolog, který se vydal rozličnými dopravními prostředky po vodě i po souši na pouť po indonéských ostrovech, nespokojil se tu pouze studiem hmyzu. Pozoroval život ve městech i v přírodě v jeho pestré směsici, všímal si hospodářských a sociálních poměrů i politických vztahů. Nezapomíná však ani na historické památky, pohledy do minulosti, zvyky a obyčeje a ovšem popisuje také kouzlo krajin a zvláštnosti živočišné říše. Sepsal tak dobrý cestopis, vybavený hojnou faktografií.

      Na ostrovy tanečnic a démonů1970
      3,5