Me'ir, ein Junggeselle mit Bindungsangst und vielversprechender Jungautor mit gegenwärtiger Schreibblockade, setzt die Bruchstücke seiner Erinnerung beharrlich zusammen - zu einem herzergreifenden Lebensbild, dem er sich nur auf eine Art stellen kann: indem er schreibt. Me'ir war sieben, als er seinem Vater in Tel Aviv Lebwohl sagte, um nach Manhattan zu fliegen und fortan bei seiner Mutter zu leben. Jahrelang war er sicher, der Vater sei tot. Und er ist dreißig, als die Mutter ihm eröffnet, dass der Vater noch lebt und ihn noch einmal sehen möchte, bevor er stirbt. Vage Kindheitserinnerungen überfluten Me'ir - an das Vagabundenleben mit dem Vater, die nächtlichen Schreie des Onkels, der das Lager überlebt hat, das allabendliche Warten gegenüber dem Café, bis der Vater, ein erfolgloser Dichter, einen Schlafplatz für sie beide aufgetan hatte. Dieser Vater, der trotz aller Armut eines vermochte, Frauen für sich zu gewinnen. - Bis eines Tages eine Katastrophe diesem Leben ein Ende bereitete
Savyon Librekht Bücher
Savyon Liebrechts literarisches Werk befasst sich mit der Komplexität menschlicher Erinnerung und dem fortwährenden Erbe von Traumata. Ihre Prosa zeichnet sich durch tiefen Einblick in die Psychologie der Charaktere und präzise Sprachverwendung aus. Durch ihre Erzählungen bietet sie tiefgründige Reflexionen über Themen wie Identität, Erlösung und die Suche nach Zugehörigkeit in der Welt. Liebrechts Schriften sind ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie Geschichte individuelle Schicksale tiefgreifend beeinflusst.



Die bewegende Liebesgeschichte zwischen einer israelischen Frau, Hamutal, und einem amerikanischen Juden entfaltet sich im Krankenhaus, wo ihre Eltern liegen: sein Vater im Sterben und ihre Mutter, eine Holocaust-Überlebende, die Schwierigkeiten hat, ihre Liebe zu zeigen. In diesem tragischen Kontext, geprägt vom Verfall der Eltern und der Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken, blüht eine fragile Liebe zwischen den Protagonisten auf. Die menschliche Landschaft des heutigen Israels bildet den Hintergrund: die Generation der Holocaust-Überlebenden, innerlich gebrochen und unfähig zur Kommunikation mit ihren Kindern; die Nachkriegsgeneration, verkörpert durch Hamutals pragmatischen Ehemann; und die Juden im Ausland, die dennoch enge Verbindungen zu Israel pflegen. Savyon Liebrecht durchdringt mit außergewöhnlicher Fähigkeit die Beziehungen zwischen den Charakteren und thematisiert eindrucksvoll den Schmerz des Verfalls älterer Menschen sowie das Bewusstsein, dass bald keine Erklärungen oder Geständnisse mehr möglich sein werden. Die Geschichte beleuchtet die Komplexität von Liebe und Verlust in einem tief emotionalen und kulturellen Kontext.
Dies ist die erste Sammlung von Geschichten der Autorin. Unter den Figuren finden sich: eine jüdische Frau, die einen Raum auf dem Dach ihrer Wohnung bauen möchte, und ein arabischer Bauarbeiter. Eine Mutter, die sich aufmacht, ihre Tochter nach Hause zu holen, und dabei sich selbst entdeckt. Ein Mann und eine Frau, deren Wiederbegegnung im Schatten ihrer Trennung stattfindet. Ein Reservist auf einer militärischen Mission, der auf Menschen aus einem arabischen Dorf trifft, die er in seiner Jugend kannte. Ein junger Dichter, der von der Angst vor dem Nichts heimgesucht wird. Eine Aktivistin in einer linken Organisation und ihr Sohn, der zum Glauben zurückkehrt. Diese Helden, die sich in dieser Zeit wiederfinden, müssen zwischen der Treue zu einer alten Wahrheit und der Akzeptanz der neuen Realität, die sich unter ihnen entwickelt, entscheiden.